Münnerstadt
Stadtrat

Sanierungsbeauftragter fühlt sich von Stadträten beleidigt

Beim Thema "Hallenbad" kochen im Stadtrat von Münnerstadt die Emotionen immer wieder hoch. Auch in der jüngsten Sitzung. Allerdings kam die Reaktion dieses Mal von völlig unerwarteter Seite, dafür aber umso heftiger.
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Das Hallenbad bleibt ein Dauerbrenner. Foto: Heike Beudert
Das Hallenbad bleibt ein Dauerbrenner. Foto: Heike Beudert
Eigentlich macht der Sanierungsbeauftragte Dag Schröder bei seinen Auftritten den Eindruck, als ruhe er in sich selbst. Doch anscheinend hatte sich in ihm einiges an Ärger angestaut. Denn noch ehe er ein Wort zum Abbruch-Konzept des Hallenbades sagte, verschaffte er sich in der jüngsten Stadtratssitzung und zum Erstaunen aller erst einmal richtig Luft. Anlass waren Äußerungen von Stadträten der Pro-Hallenbad-Seite in einer Stadtratssitzung vom November, in der nach Angaben Schröders seine Arbeit als unseriös bezeichnet worden sei. Für Schröder war damit das Maß voll. "Ich bin kein politischer Erfüllungsgehilfe", wetterte er in der Stadtratssitzung. Den eigenen Frust an ihm auszulassen, sei unfair.


"Dagegen wehre ich mich"

Schröder sprach von haltlosen Beschuldigungen, die dem Ruf seines Büros und dem der beteiligten Gutachter schaden. "Es ist die Grenze der Berufsschädigung erreicht", meinte er. Er sei bei seiner Arbeit völlig frei. "Sie können machen, was Sie wollen mit dem Hallenbad. Das ist mir völlig egal", erklärte er. Er habe einen Auftrag vom Gremium erhalten - die Erstellung des Konzeptes. Den müsse er erfüllen.
Besonders getroffen hat Dag Schröder ein Brief aus dem Umfeld des Bürgerbadvereins. In diesem sei er mit willfährigen Architekten der Nazi-Diktatur verglichen worden. "Das ist reiner Hass", beschreibt er die Situation in Münnerstadt. So etwas habe er noch nie erlebt. Auf Anfrage unserer Zeitung erklärte Dag Schröder am Dienstag, er erwäge gegen die Äußerungen im Stadtrat und gegen den Verfasser des Briefes gerichtliche Schritte. Der Brief stammt nicht von einem Stadtrat.
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