Münnerstadt
Stadtpfarrkirche

Sanierungs-Vorbereitung langwierig und zäh

Für die Sanierung der katholischen Stadtpfarrkirche "St. Maria Magdalena" laufen seit rund vier Jahren die Vorbereitungen. Diese Planungen sind langwierig und zäh, machte Stadtpfarrer Pater Markus Reis bei einem Treffen des Pfarrgemeinderates und des evangelischen Kirchenvorstands deutlich.
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Die Schunterkapelle der Stadtpfarrkirche mit ihrer mächtigen Ölberg-Darstellung. Sie ist nur selten zu sehen. Foto: Heike Beudert
Die Schunterkapelle der Stadtpfarrkirche mit ihrer mächtigen Ölberg-Darstellung. Sie ist nur selten zu sehen. Foto: Heike Beudert
Diese alljährliche ökumenische Zusammenkunft nutzte Reis, den evangelischen Kirchenvertretern den Umfang und die Problematik der Sanierung näher zu bringen.

Schimmel schadet Fenstern

Da sind zum Beispiel die historischen Buntglasfenster der Stadtpfarrkirche. "Sie zählen zu den wertvollsten ihrer Art zwischen Nürnberg und Erfurt", erläuterte der Stadtpfarrer. Rund 600 Jahre sind die Fenster alt. Es hat sich herausgestellt, dass sich auf der Nordseite Schimmel angesetzt hat. Dieser schade den Fenstern. Es müsse etwas getan werden. Nur leisten kann sich das die Kirchenstiftung nicht. Da müsse die öffentliche Hand einspringen, betonte Pater Markus. Sein evangelischer Amtskollege, Joachim Pennig, konnte das nachvollziehen. "Das geht nicht aus eigenen Mitteln."
Schwierig sei auch die Frage, wie die historischen Grisaille-Malereien erhalten werden können. Sie verblassen. Eigentlich gebe es noch keinen Weg, dem Verfall entgegenzuwirken - außer, die Malerei wird übertüncht. Wohl deshalb hat sie auch solange überlebt. Denn viele Jahre lag sie tatsächlich unter Putz und wurde erst im 20. Jahrhundert wieder freigelegt.

Mit oder ohne Mittelblock?

Angeschnitten wurde bei dem treffen auch die Frage, ob es künftig den Mittelblock mit seiner geschlossenen Bankreihe geben wird oder ob ein Mittelgang entsteht. "Ich möchte den Mittelgang", bekundete Pater Markus. Völlig neu war für die meisten Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde der Besuch der Schunterkapelle - eine Seitenkapelle im Eingangsbereich. "Da war ich noch nie", staunte Kirchenvorstandsmitglied Ingrid Mäckler. Die Kapelle mit ihrer mächtigen Ölberg-Darstellung ist allerdings auch nur sehr selten geöffnet - beispielsweise an den Kartagen für stille Gebete. Das gesellige Beisammensein nutzten die Vertreter beider Kirchen zum Meinungsaustausch, aber auch zur Klärung von Fragen. So erläuterte Pater Markus die Strukturen der Augustiner. Dem Orden gehörte einst auch Martin Luther an.

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