Münnerstadt
Ausstellung

Raum und Farbe

Malereien, Zeichnungen und Installationen von Wolfgang Kuhfuss sind im Deutschordensschloss zu sehen.
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Künstler Wolfgang Kuhfuss vor seinen Bildern. Foto: Björn Hein
Künstler Wolfgang Kuhfuss vor seinen Bildern. Foto: Björn Hein
"Farb Raum - Einmischung Blau" - unter diesem Thema steht die Ausstellung von Wolfgang Kuhfuss in der Galerieräumen im Deutschordensschloss in Münnerstadt. Malereien und Zeichnungen, aber auch Installationen des bekannten Künstlers sind zu sehen. Am Samstag war Ausstellungseröffnung, zu der auch Kulturreferent Peter Weidisch aus Bad Kissingen erschienen war. Georg Seifried von den Museumsfreunden, die die Ausstellung organisiert hatten, freute sich, gerade Wolfgang Kuhfuss hier in Münnerstadt begrüßen zu dürfen: "Wolfgang kann auf eine internationale Ausstellungstätigkeit zurückblicken. Dass er gerade das Deutschordensschloss für seine Ausstellung ausgesucht hat, zeigt, dass der Kunststandort Münnerstadt eine Ausstrahlungskraft besitzt, die Künstler von Rang anziehen". Die Räume würden durch die Ausstellung von Wolfgang Kuhfuss geadelt, wie es Georg Seifried ausdrückte.


Entwicklung begleitet

Der Kulturreferent der Stadt Bad Kissingen, Peter Weidisch hatte gerne zugesagt, um die Laudatio für die Ausstellungseröffnung zu halten. Seit mehr als 20 Jahren kennt er das Ehepaar Kuhfuss, er hat die Entwicklung ihres Werkschaffens beobachtet und auch begleiten können. Wiltrud und Wolfgang Kuhfuss seien Konstanten in der Künstlerlandschaft, und das schon seit langer Zeit.
"Nicht nur in Bad Kissingen und der umliegenden Region, nein, sie haben auch die Kunstszene in Unterfranken mit beeinflusst und mitgestaltet", führte Kulturreferent Peter Weidisch aus. Dabei haben sie mit ihrer Passion für eine lebendige Vermittlung von Kunst und mit ihrem mit Verve vorgetragenen Einsatz für eine sich weiterentwickelte Kunstszene auch mitgeholfen, ein Bewusstsein für Kunst in die Bevölkerung hineinzutragen. "Dies ist ein Aspekt, den nur wenige Künstler beachten, der aber entscheidend sein kann für die Entwicklung von Kunstschaffen in der Region", so Kulturreferent Weidisch. Denn nur wenn die Kunst in der Region fest verankert ist, wenn der Prozess der Entstehung von Kunst von vielen rezipiert und auch verstanden wird, dann hat eine Region als Kunstregion, dann haben Künstler in einer Region Zukunftschancen.


"Da steckt mehr dahinter"

Die Titel der Ausstellung von Kuhfuss sei vielleicht auf den ersten Blick gesehen etwas sperrig. "Aber wer Wolfgang Kuhfuss kennt, der weiß: da steckt mehr dahinter", so Kulturreferent Weidisch. Der Begriff "Farb Raum" sei für den Künstler sehr wichtig: sind es doch gerade die Räume, die dem Menschen Heimat und auch Halt gewähren.
"Die vier Ausstellungsräume hier im Schloss arbeiten den Werken von Wolfgang Kuhfuss zu auf seinem Weg, dem Phänomen des Raums näher zu kommen", erklärte Peter Weidisch. Wolfgang Kuhfuss' Ausdrucksmittel sei die situative Malerei, was allerdings keine vordergründige Verortung, sondern die Beschreibung eines Zustandes und einer Befindlichkeit mit den Mitteln der Farbräume bedeute.
"Wir erkennen gegen- und miteinander verstärkte Linienführungen, die zusammenhalten oder diffundieren. Wir sehen Linienführungen, die sich verbinden, miteinander konferieren und auf verschiedenen Ebenen interagieren", so Kulturreferent Weidisch. Doch auch Licht ist bei Kuhfuss Gestaltungsmittel. Dieses nutzt er gerade im vierten Raum, in dem das Licht von den Fenstern virtuelle Räume in den Bildern schaffen.


Farb- und Lichtbrechungen

Die Farbe Blau ist dabei etwas, das für die Ausstellung prägend ist, so der Kulturreferent. Da Kuhfuss nicht mit Acryl-Farben malt, sondern von der klassischen Malerei herkommt und das Handwerk beherrscht, mischt er seine Farben selbst. "Sie können die besondere Zusammensetzung von Pigmenten und Binder sehen (...) Das schafft changierende Farb- und Lichtbrechungen", erklärte Weidisch mit fachmännischem Blick. Hier entstehe ein Blau mit hoher Intensität, mit nachgerade samtiger Haptik. Dabei zeigt er sich erfreut darüber, dass Wolfgang Kuhfuss wieder eine gebundene Sammlung mit Werkzeichnungen in zwei der Ausstellungsräume positioniert hat und die Betrachter so an seinem Schaffungsprozess teilhaben lässt.


Wie ein Zeitraffer

"Der gedankliche Prozess läuft dabei wie in einem Zeitraffer vor unseren Augen ab", betonte Kulturreferent Weidisch. Ideenarbeiten von 1998 würden Skizzen von 2017 gegenübergestellt, was etwas ganz Besonderes sei und persönliche Einblicke in das Seelenleben des Künstlers zulasse.


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