Rannungen
Forst

Rannungen und sein kleiner Wald

Die Trockenheit des Jahres 2015, die zu Borkenkäferbefall und damit zu Ausfällen geführt hat, bereitet auch im Rannunger Wald noch immer Probleme.
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Forstdirektor Hubert Türich (links) und Forstamtsrat Bernhard Greiter (Mitte) erläuterten dem Rannunger Gemeinderat den Entwurf des Forstbetreibsplanes 2017, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedete. Rechts Bürgermeister Fridolin Zehner. Foto: Dieter Britz
Forstdirektor Hubert Türich (links) und Forstamtsrat Bernhard Greiter (Mitte) erläuterten dem Rannunger Gemeinderat den Entwurf des Forstbetreibsplanes 2017, den der Gemeinderat einstimmig verabschiedete. Rechts Bürgermeister Fridolin Zehner. Foto: Dieter Britz
Die Gemeinde nennt 42 Hektar Wald ihr Eigen. "Das ist nicht viel", sagt Bürgermeister Fridolin Zehner (CSU). Doch es hat einen Vorteil: Rannungen ist wohl kaum von den Sparplänen der Regierung in München betroffen. Die will Förster-Stellen sparen und deshalb die Beförsterung von Gemeindewald in den nächsten Jahren herunterfahren.

Forstdirektor Hubert Türich, Abteilungsleiter beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt, versicherte nach der Waldbegehung des Gemeinderates, dass nur Gemeinden mit viel Wald davon betroffen sind. "Dass der Staat nichts mehr mit den kommunalen Wäldern zu tun haben will, stimmt nicht."

Ab einer Grenze von etwa 200 Hektar sollten sich Gemeinden Gedanken machen. Bis 2019 geschehe erst einmal gar nichts. Die Umstellung solle etwa 2025 abgeschlossen sein.


Auf viele Flächen verteilt

Der Rannunger Wald sei klein und auch auf viele Flächen verteilt und deshalb könne alles bleiben, wie es ist. Für Rannungen gelte also "wenn Sie es wünschen und wollen, werden sie auch nach 2025 von uns beförstert." Der Bürgermeister und die Gemeinderäte hörten das sehr gerne.

Zunächst führten Forstdirektor Hubert Türich und Forstamtsrat Bernhard Greiter, der vor Ort zuständig ist, die Gemeinderäte an einige Stellen im Rannunger Gemeindewald. "Auch bei Ihnen ist der Wald für die Erholung, für den Naturschutz und als Brennholzlieferant für die Bürger der Gemeinde wichtig", betonte Türich dabei. "Wir haben zwar nicht viel Wald, aber Förster Greiter kümmert sich sehr gut darum", lobte Zehner.

In der Sitzung nach der Waldbegehung wurde der Forstbetriebsplan für das Jahr 2017 verabschiedet. Zuvor gab Forstamtsrat Greiter einen kurzen Rückblick. Die Trockenheit des Jahres 2015, die zu vermehrtem Borkenkäferbefall und damit zu Kulturausfällen geführt habe, bereite noch immer Probleme. Im letzten Jahr wurden 375 Festmeter Holz geschlagen, die ausschließlich aus Durchforstungsbeständen einer Fläche von 8,43 Hektar stammen. Geplant waren 325 Festmeter.

Grundlage ist der vor drei Jahren aufgestellte Forstwirtschaftsplan, der über 20 Jahre läuft. Im Jahr 2017 soll die Holzernte laut Plan 295 Festmeter Holz einbringen.


Pflanzungen geplant

Auch Pflanzungen sind vorgesehen, und zwar sollen am Hesselberg und im Gehäg 150 Bergahorn-Wildlinge aus dem eigenen Wald sowie 350 Vogelkirschen und 25 Speierlinge aus Baumschulen eingepflanzt werden. Um die Pflanzen zu schützen, sollen 375 Wuchshüllen angebracht werden.

Die Beförsterung ist, wie erwähnt, Sache des staatlichen Forstamtes. Um die Holzvermarktung allerdings kümmert sich seit Jahren die Forstbetriebsgemeinschaft Rhön-Grabfeld mit Sitz in Bad Neustadt. "Die Forstbetriebsgemeinschaft ist für uns eine große Hilfe bei der Vermarktung, auch wenn es um den Einsatz von Harvestern und von Unternehmen geht. Sie bedient nicht nur große, sondern auch kleinere Waldbesitzer" hob Zehner hervor.

Der Gemeinderat billigte schließlich den Forstbetriebsplan für das kommende Jahr und legte auch die Holzpreise fest: Polterholz-Langholz (an den Weg gerückt) soll 54 Euro pro Festmeter kosten. Ein Ster Losholz-hart (Abraum) kostet 15 Euro, im Selbsteinschlag zehn Euro. Ein Ster Losholz-weich (Abraum) kostet zehn Euro, im Selbsteinschlag acht Euro. Wer sein Holz selbst einschlägt, muss nachweisen, dass er einen Motorsäge-Kurs gemacht hat.
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