Münnerstadt
Pilotprojekt

Neuer Treffpunkt für die Jugend

Die Münnerstädter jungen Leute sollen sich selbst ein Projekt aussuchen und umsetzen. Als Auftakt wird es einen Workshop am 5. März im Rathaus geben.
Artikel drucken Artikel einbetten
Vorbesprechung im Münnerstädter Jugendraum (von links): Antje Rink, Judith Thomas und Klaus Schebler. Die drei haben das Pilotprojekt "Mach mit! Gestalte mit!" aus der Taufe gehoben.  Foto: Thomas Malz
Vorbesprechung im Münnerstädter Jugendraum (von links): Antje Rink, Judith Thomas und Klaus Schebler. Die drei haben das Pilotprojekt "Mach mit! Gestalte mit!" aus der Taufe gehoben. Foto: Thomas Malz
+1 Bild
Sie werden Post von Bürgermeister Helmut Blank (CSU) bekommen. Alle. In den nächsten Wochen erhalten sämtliche Jugendliche der Kernstadt und der Stadtteile im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren eine persönliche Einladung.


Selbst gestalten

"Die Jugendliche können sich selbst einen Ort gestalten, an dem sie sich treffen", sagt Antje Rink vom Projektmanagement "Demographie" des Landkreises Bad Kissingen bei einem Pressegespräch. "Das Projekt braucht eine finanzielle Starthilfe, da sehe ich die Stadt in der Pflicht", fügt Jugendreferent Klaus Schebler hinzu. Und die Gemeindejugendpflegerin Judith Thomas verweist darauf, dass die Jugendlichen später einmal einen Trägerverein für das mögliche Projekt gründen können, wenn der Vorstand 18 Jahre alt ist. Diese drei haben das Pilotprojekt "Mach mit! Gestalte mit!" aus der Taufe gehoben.


Umfrage ausgewertet

Angefangen hat alles mit einer repräsentativen Umfrage, die der Landkreis vor zwei Jahren bei den Jugendlichen durchgeführt hat. "Was würdest du in deinem Ort ändern wenn du Bürgermeister wärst?", lautete eine der Fragen.
"Mehr mögliche Treffpunkte" und "Mehr öffentliche Orte für Jugendliche" waren unter anderem die Antwort der Münnerstädter. Insgesamt war der Tenor der Befragung: Die Jugendlichen in Münnerstadt wollen zusammenkommen, sie wollen den Ort selbst gestalten, und sie wollen dort etwas erleben. Und genau das soll jetzt passieren.
Antje Rink, Judith Thomas und Klaus Schebler gehören der Arbeitsgruppe Jugendbeteiligung des Landkreises an. Nach dem zweiten Treffen war klar: Münnerstadt ist der ideale Ort, um Jugendbeteiligung zu praktizieren. Dafür soll es ein konkretes Projekt geben, bei dem die jungen Leute selbst entscheiden, dabei aber angeleitet und beraten werden. "Wenn alles gut läuft, gibt es ein eigenes Budget dafür", sagt Klaus Schebler. Bei der letzten Stadtratssitzung hat er bereits angekündigt, dass er 10 000 Euro in den Haushalt eingestellt haben will. Dabei wurden die Kommunalpolitiker über das Vorhaben informiert.


Rundgang durch die Stadt

Eigentlich will man sogar zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Die Jugend soll ein Projekt bekommen, das gleichzeitig die Stadt belebt. Dass die Einzelheiten noch unklar sind, hat einen guten Grund: "Die Jugendlichen Münnerstadts sollen selbst einen Namen finden für den Ort, an dem sie regelmäßig zusammenkommen wollen, sie wollen selbst sagen, was dort stattfinden kann, wie es aussehen soll und wie sich künftig Geld dafür einnehmen lässt", sagt Antje Rink. Eine Möglichkeit wäre beispielsweise, ein Jugendcafé in einem heutigen Leerstand der Innenstadt einzurichten.
Deshalb wird der Workshop, der am Samstag, 5. März, um 10 Uhr im Münnerstädter Rathaus beginnt, auch einen Rundgang durch die Stadt beinhalten. Wichtig ist den Initiatoren, dass wirklich alles offen ist.
Um das Projekt bekannter zu machen, ist Judith Thomas an den Schulen unterwegs, die Zusammenarbeit ist ohnehin Bestandteil ihrer Jugendarbeit. Ganz wichtig sei eine Netzwerkarbeit, erklärte sie dem Stadtrat. "Wir müssen definitiv was für die Jugendlichen machen", lautete ihre klare Aussage. Das Ziel müsse sein, dass die jungen Leute nach Ausbildung oder Studium in Münnerstadt bleiben oder zurückkehren. Nachdem Antje Rink das Projekt noch einmal konkret vorgestellt hatte, unterstrich Klaus Schebler die Notwendigkeit: "Die Jugend verdient es, ernst genommen zu werden." Ausdrücklich betonten sie noch einmal, dass sich das Angebot an alle Jugendlichen richtet, also auch an die der Stadtteile.
Auf Nachfrage aus dem Gremium gaben Judith Thomas und Klaus Schebler Auskünfte zur Jugendarbeit selbst und zum vorhandenen Treffpunkt in der Zehntscheune. Die Jugendarbeit laufe sehr gut, sie stehe aber ganz bewusst nicht ständig in der Öffentlichkeit, hieß es.
Mit der Arbeit von Judith Thomas ist Klaus Schebler so zufrieden, dass er gerne mehr davon hätte. Er kündigte im Stadtrat an, dass die Stundenzahl von derzeit 14 auf 21 pro Woche erhöht werden sollte. Das werde man gerne in die Haushaltsberatungen mit aufnehmen, meinte Bürgermeister Helmut Blank, der ebenfalls die Bedeutung der Jugendarbeit unterstrich.


Die Ansprechpartner

Am 5. März haben es die jungen Leute selbst in der Hand. Für alle Fragen zum Jugendprojekt in Münnerstadt steht als Ansprechpartnerin die Projektmanagerin "Demographie" Antje Rink, Tel.: 0971/ 801 52 01, sowie der Jugendreferent der Stadt, Klaus Schebler, Tel.: 0176/ 847 424 14, zur Verfügung.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren