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Maria Bildhausen
Engagement

Neue Gewänder für die Brauereimönche

Jutta Reinhard schneiderte die neuen Gewänder in der 25 Stunden ehrenamtlicher Arbeit.
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Während bei Norbert Reinhard das neue Gewand schon passt, erledigt Ehefrau Jutta noch letzte Arbeiten an einem anderen.  Foto: Anton Then
Während bei Norbert Reinhard das neue Gewand schon passt, erledigt Ehefrau Jutta noch letzte Arbeiten an einem anderen. Foto: Anton Then
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Wenn die alte Brauerei in Maria Bildhausen in den letzten Jahren zu bestimmten Anlässen geöffnet hatte, waren die "Brauereimönche" in ihren Zisterzienser-Trachten ein besonderer Hingucker. Jetzt bekamen die "Mönche" neue Gewänder.


Austausch war nötig

"Die bisherigen Gewänder sahen verbraucht aus, waren uneinheitlich und nicht mehr ansehnlich", sagt Jutta Reinhard aus Großwenkheim, deren Mann Norbert zu den "Mönchen" gehört. Tatsächlich machten die jahrzehntealten Gewändern keinen guten Eindruck mehr. Unter der Prämisse, dass die "Mönche" weiterhin in der Brauerei ihren ehrenamtlichen Dienst tun, wollte Jutta Reinhard neue Gewänder anfertigen. Die Zusage, dass die Kosten für die Stoffe vom Dominikus-Ringeisen-Werk übernommen werden, hatte sie, und somit begannen die Recherchen im Internet nach dem Aussehen von Zisterzienser-Mönchen, zumal nicht alle identische Ordensgewänder tragen. "Wir entschieden uns für das optisch schönste und funktionalste", sagt Jutta Reinhard, die seit vielen Jahren beim Fränkischen Theater Schloss Maßbach als Schneidermeisterin für die dem jeweiligen Stück entsprechenden Kostüme sorgt. Mit Ehemann Norbert hatte sie das entsprechende Model praktischerweise gleich im eigenen Hause.
In rund 25 Stunden ehrenamtlicher Arbeit schneiderte Jutta Reinhard fachmännisch drei Gewänder und verbrauchte für die weißen Habits, die schwarzen Skapuliers (Überwürfe) mit Kapuzen und die breiten, schwarzen Stoffgürtel rund 19 Meter Stoff. Norbert Reinhard zeigt sich von den neuen Gewändern ganz begeistert.


Keine echten Mönche

"Jetzt werden wir sicher noch öfter für echte Zisterziensermönche gehalten", sagt er schmunzelnd, denn schon in früheren Jahren merkten nicht alle Besucher, dass die "Brauereimönche" keine echten Zisterzienser sind.
Die drei neu gewandeten "Brauereimönche" Norbert Reinhard, sein Sohn Claus sowie Cliff Beagle, der aus den USA stammt, in Poppenlauer verheiratet ist und dessen Frau in Maria Bildhausen arbeitet, hatten ihren ersten Auftritt beim diesjährigen Weihnachtsbasar in der alten Brauerei, wo sie Thekendienste verrichteten und in ihren neuen Trachten für besondere Aufmerksamkeit sorgten. Dass ausgerechnet "Zisterziensermönche" in ihren auffälligen Gewändern, der weiße Habit ist für Ordensgewänder eher ungewöhnlich, gelegentlich in Maria Bildhausen zu sehen sind, hat einen historischen Hintergrund. Im Jahre 1158 kamen Zisterzienser aus dem Kloster Ebrach im Steigerwald nach Bildhausen und besaßen das bedeutende Kloster bis zur Säkularisation im Jahre 1803.

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