Poppenlauer
Unterricht

Lernen inmitten der Natur

40 Mädchen und Jungen aus der Poppenlaurer Grundschule lernen das Leben in und um die Hecken kennen.
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Die Schüler haben viel Beute gemacht: In Sammel-Schalen brachten die Zweitklässer allerlei Kleintiere aus den Hecken mit. Fotos: Hubert Breitenbach
Die Schüler haben viel Beute gemacht: In Sammel-Schalen brachten die Zweitklässer allerlei Kleintiere aus den Hecken mit. Fotos: Hubert Breitenbach
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"Hecken bringen Leben in die Landschaft" - mit diesem Motto entließ der Landschaftsökologe Michael Kirse die Kinder in ihre Klassenzimmer und nach Hause. Viel Neues erfuhren die Schüler der beiden zweiten Klassen aus der Grundschule mit ihren Lehrerinnen Manuela Weidinger und Sylvia Malek während einer zweistündigen Heckenexkursion.

Diese führte hinter das Schützenhaus, wo die Lehrer Wissen so naturnah veranschaulichen konnten, wie es im Klassenzimmern niemals möglich gewesen wäre, wie Manuela Weidinger im Gespräch mit dieser Zeitung deutlich machte. Eine naturnahe Begegnung mit natürlicher Hecken-Landschaft schreibe der Lehrplan für die zweiten Klassen vor, sagte sie, während die Leiterin der Grundschule, Rektorin Angelika Kothmann-Loos, das Projekt mit dem Rhöner Umweltmobil des Michael Kirse als "originale Begegnung mit der Natur vor der Haustüre" bezeichnete. "Man schützt nur, was man kennt", sagt die Pädagogin. Sie und ihre Lehrkräfte hätten sehr gute Erfahrungen mit den biologisch-ökologischen Exkursionen Kirses gemacht.

An den Kosten der Führung beteiligen sich der Elternbeirat sowie die Eltern, freut sich die Schulleiterin. Kirse habe schon einige Male die Schule mit seinem Umweltmobil besucht. Und jedes Mal sei es ihm gelungen, die Kinder neugierig zu machen und zu begeistern, so im Wald, am Wasser und auch wieder an und in den Hecken.

Kinder sammelten selbst

Der Forstwirt gab den Kindern im praktischen Teil eine Aufforderung mit: "Wir suchen dort in der Hecke und an deren Rand verschiedene Blätter von Heckenpflanzen, die wir auf dem Boden finden." Schon schwärmten die Kinder zum Blätter-Sammeln aus. Zurück am Umweltmobil erfuhren sie, welches Heckengehölz ihre Blätter-Ausbeute den Sommer über zierte.

Fuchs, Hase, Dachs, Marder, Iltis und einige Vogelarten - sie alle leben in der Hecke und im Waldsaum - hatte Michael Kirse als Präparate auf einem Tisch zur Schau gestellt und erläuterte ihre Lebensweise. Noch interessanter aber wurde die Jagd nach den kleinen Tieren, den Käfern, Schrecken, Wanzen, Spinnen und Ameisen, die alle auch die Hecke als ihren Lebensraum gewählt haben. Stolz brachten sie ihre Beute, die sie in kleinen durchsichtigen Behältern gesammelt hatten, zum Umweltmobil zurück, wo Michael Kirse schon wartete. Bei einer Bilderschau zeigte er verschiedene Insekten. Die Mädchen und Jungen hatten aber schon selbst recht viele kleine Heckenbewohner entdeckt und mit Greifzangen eingefangen, darunter eine Jagdspinne, die kein Netz baut, eine Feldschrecke, einen Laufkäfer, einen Grashüpfer, eine Wanze, eine Ameise und eine Stechmücke. Alle Tiere wurden später wieder in ihren Lebensraum Hecke entlassen.

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