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Münnerstadt
Energie

Lauertal-Kommunen werden zum Strom-Hotspot des Landkreises

Im östlichen Landkreis wird immer mehr regenerativen Energie durch Solar- und Windkraft erzeugt. Demnächst wird es drei neue Solarparks geben. Bei Poppenlauer ist die Fläche so groß wie 40 Fußballfelder.
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Die Sonne liefert die Energie, wie in diesem Solarpark am Münnerstädter Schindberg. In Münnerstadt und Maßbach entstehen jetzt weitere Solarparks. Das Lauertal entwickelt sich zum Strom-Hotspot des Landkreises.  Foto: Heike Beudert
Die Sonne liefert die Energie, wie in diesem Solarpark am Münnerstädter Schindberg. In Münnerstadt und Maßbach entstehen jetzt weitere Solarparks. Das Lauertal entwickelt sich zum Strom-Hotspot des Landkreises. Foto: Heike Beudert
Der östliche Landkreis Bad Kissingen entwickelt sich zu einem Motor der regionalen Energiewende. In den nächsten Wochen werden im Gemeindebereich von Münnerstadt und Poppenlauer drei Solarparks gebaut und auch in Betrieb gehen.
Die Münnerstädter Energiegenossenschaft steht in den Startlöchern beim Bau ihrer Fotovoltaikanlage auf dem Gelände der ehemaligen Bauschuttdeponie auf der Gemarkungsgrenze zwischen Münnerstadt und Burglauer. Dies bestätigt der Vorstand der Genossenschaft, Günther Köth. "Es ist alles im grünen Bereich", so Köth.
Der Bau dieser Anlage wird gefördert im Programm "Alte Lasten - Neue Energien". Rund 200 000 Euro beträgt die Förderhöhe für das 1,7 Millionen Euro teure Projekt. Die Anlage umfasst 1,4 Hektar Fläche.
Der Eigenanteil in Höhe von 350 000 Euro soll über Nachrangdarlehen der Genossenschaftsmitglieder finanziert werden. Der Rest der Bausumme wird über ein Bankdarlehen abgezahlt.

Nachfrage ist groß

Zur Finanzierung des Eigenanteils hat die Genossenschaft Investitionspakete für Nachrangdarlehen geschnürt. Günther Köth betont, dass die Nachfrage nach den Paketen groß sei. Mitglieder können sich mit Paketen zu je 1000 Euro an dem Photovoltaik-Projekt beteiligen. Ein Paket steht aus 800 Euro Nachrangdarlehen und 200 Euro Genossenschaftsanteil. Die Darlehen haben eine Laufzeit von 17 Jahren und werden mit drei Prozent verzinst. Zinsbeginn ist der August dieses Jahres.

14 Hektar werden bestückt

Zwei deutlich größere Solarparks entstehen entlang der A 71. Die Solarporjekte "Maßbach Süd und Maßbach Nord" werden ab der Gemarkungsgrenze Münnerstadt-Poppenlauer entstehen. Hier würden in den nächsten Wochen zwei Zehn-Megawatt-Anlagen gebaut, erläutert Stefan Müller, Vorstand der "Enerparc" AG in Hamburg. Auf Nüdlinger Gemarkung wird ein eigenes Umspannwerk entstehen, von dem aus der Strom in die überörtlichen Netze eingespeist wird.

Partner sitzt in Oberfranken

Das Unternehmen arbeitet mit einem oberfränkischen Partner - der "Neue Energien Franken" GmbH (NEF) aus Kulmbach - zusammen. So lief über NEF-Mitarbeiter die Vertragsabwicklung mit den Landwirten, die Flächen zur Verfügung stellen. NEF-Geschäftsführer Manuel Zeller Bosse sprach von überwiegend positiven Verhandlungen. Die Pächter würden für verloren gegangene Erträge entschädigt.
Die Enerparc AG selbst ist Bauherr, Investor und Betreiber der beiden Anlagen. Bei dem Hamburger Unternehmen handelt es sich um ein international agierenden Entwickler und Betreiber für große Solarkraftwerke. Projekte der Enerparc wurden bereits in ganz Europa, in den USA und in Asien verwirklicht.

Strom für 5500 Haushalte

Für den Bau der Maßbacher Solarparks werden rund 80 000 Solarmodule auf einer Fläche von ca. 14 Hektar verbaut, lautet die Information aus Hamburg. "Zusammen entspricht das ca. 40 Fußballfeldern", so die Auskunft von Stefan Müller. Beide Anlagen können bis zu 20 GwH Strom erzeugen, was Energie für mehr als 5500 Haushalten bedeutet. Nach Angaben von Enerparc umfassen die Anlagen ein Investitionsvolumen von ca. 20 Millionen Euro.
Im Markt Maßbach wurde der Bau dieser Anlagen einstimmig genehmigt. "Jede Kommune muss ihren Beitrag zur Energiewende leisten", betont Bürgermeister Matthias Klement. Die Gemeinde habe ihren Teil dazu beigetragen, das das Projekt termingerecht verwirklicht werden kann. Ab Februar habe man daran gearbeitet, die rechtlichen Grundlagen zu schaffen. So musste dafür unter anderem der Flächennutzungsplan geändert werden. "An uns sollte das Projekt nicht scheitern", so Matthias Klement.

Die Zeit hat gedrängt

Der straffe Zeitplan für den Gemeinderat war nötig, weil nur noch die Anlagen entlang von Autobahnen die entsprechenden Einspeisungsvergütungen erhalten, welche im August Strom liefern können, weiß Klement. Ab nächsten Jahr gelten wieder neue Bestimmungen. Künftig wird es ein Ausschreibungsverfahren geben, über das nur eine Anzahl an bestimmten Projekten ausgewählt wird.

Bebauungsplan existiert schon

Der Maßbacher Bürgermeister geht davon aus, dass die Zahl der Anlagen zur Gewinnung regenerativer Energie im östlichen Landkreis noch weiter steigen könnte.
So existiert bereits ein Bebauungsplan für eine große Freiflächenfotovoltaik-Anlage zwischen Maßbach und Rannungen. Schon vor längerer Zeit hatte es für diese Fläche einen Investor gegeben, so dass die Gemeinde die rechtlichen Grundlagen für eine Anlage geschaffen hat. Verwirklicht wurde das Projekt dann doch nicht. Nun aber gibt es wieder einen Interessenten, der diese Fläche mit Solarmodulen bestücken möchte. .

Weiterer Park bei Münnerstadt?

Wie Manuel Zeller Bosse betont, gebe es von Seiten der Enerparc und der NEF Interesse daran, auch auf Münnerstädter Gemarkung autobahnnah einen ähnlich großen Solarpark zu errichten. Erste Kontakte zu Landwirten und zur Stadt habe es gegeben. Die Projektierung sei hier zeitaufwendiger, weil sich der Münnerstädter Bürgermeister nach Angaben von Manuel Zeller Bosse ein Konzept zur Bürgerbeteiligung wünscht. Daran arbeite man gerade bei der Neue Energie Franken.

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