Poppenlauer
Bürgerversammlung

Heftige Debatte um Windräder

Elf Windräder sind zwischen Poppenlauer und der B 19 geplant. Die fünf auf Nüdlinger Gemarkung wurden dort bereits genehmigt. Der Maßbacher Rat entscheidet am Dienstag. In der Bürgerversammlung wurde das Thema vorab bereits ausgiebig diskutiert.
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Förmliches Sanierungsgebiet sind seit dem 13. November die Ortskerne von Poppenlauer (unser Bild) und von Weichtungen. Nun können Hauseigentümer ihre Sanierungskosten von der Steuer absetzen. Sie müssen allerdings eine Reihe von Vorschriften beachten. Vor allem: Das Vorhaben muss vorher angemeldet und genehmigt werden. Auskunft gibt es im Rathaus.  Foto: Dieter Britz
Förmliches Sanierungsgebiet sind seit dem 13. November die Ortskerne von Poppenlauer (unser Bild) und von Weichtungen. Nun können Hauseigentümer ihre Sanierungskosten von der Steuer absetzen. Sie müssen allerdings eine Reihe von Vorschriften beachten. Vor allem: Das Vorhaben muss vorher angemeldet und genehmigt werden. Auskunft gibt es im Rathaus. Foto: Dieter Britz
Wird es zwischen Poppenlauer und der B 19 elf Windräder geben? Die fünf auf der Gemarkung Nüdlingen geplanten sind vom dortigen Gemeinderat bereits genehmigt. Die anderen sechs Anlagen sind auf der Gemarkung Poppenlauer vorgesehen, wie Bürgermeister Matthias Klement in der Bürgerversammlung im "Bayerischen Hof" mitteilte. Am kommenden Dienstag steht das Thema auf der Tagesordnung des Marktgemeinderates Maßbach, wurde aber in der Bürgerversammlung schon heftig diskutiert. Die meisten Bürger, die sich zu Wort meldeten, waren wenig begeistert.
Bürgermeister Klement meinte, dass man von Poppenlauer aus die Windräder sehr wenig sieht. Das Gelände, auf dem sie errichtet werden sollen, gehöre dem Staatsforst, und der genehmige die Anlagen nur, wenn auch der Marktgemeinderat zustimme. "Zahlen die Gewerbesteuer?" wollte eine Bürgerin wissen. Irgendwann einmal würde Steuer bezahlt, antwortete Klement. Ein anderer Fragesteller wollte wissen, ob die Bürger von günstigeren Strompreisen profitieren könnten, wenn das Unternehmen hier bauen dürfe. Das müsste laut Bürgermeister dann jedoch vorher geklärt werden.


Räte haben Erfahrung

Ein anderer Diskussionsteilnehmer war sich sicher, dass die Normalbürger viel mehr Informationen bräuchten. So seien sie überfordert, wenn sie jetzt gefragt würden: "Was halten Sie davon?" Bürgermeister Klement verwies darauf, dass der Marktgemeinderat inzwischen Erfahrung damit habe. "Ich will von Ihnen wissen, ob Sie der Ansicht sind, dass es auf die paar Windräder auch nicht mehr ankommt".
Ein weiterer Bürger kritisierte, die Windräder seien ohne System gebaut und die schöne Landschaft damit kaputt gemacht worden. Er erinnerte an die Schneisen, die an der B 19 bei der Pyramide in den Wald gehauen wurden, "so kann es einfach nicht weitergehen".
"Es sollte eine Versammlung geben", forderte eine Bürgerin. Dass nur der Gemeinderat allein entscheide, finde sie nicht so gut. Bei einer Informationsveranstaltung kämen doch dieselben Bürger. Der Gemeinderat sei gewählt, um Entscheidungen zu treffen und könne sagen "jetzt ist mal gut", entgegnete ein anderer.
Ob das Stimmungsbild aus der Bürgerversammlung Konsequenzen habe, wollte ein Bürger wissen. Entscheiden müsse der Marktgemeinderat, einige Mitglieder seien ja anwesend, sagte der Bürgermeister.


Vor Baubeginn melden

Ein zweites für die Bürger von Poppenlauer wichtiges Thema war die Ausweisung als "förmliches Sanierungsgebiet". Mit der Veröffentlichung im Amtsblatt am 13. November ist diese Neuregelung für Poppenlauer und den Ortsteil Weichtungen in Kraft getreten. Bürger, die ihre Häuser renovieren und sanieren wollen, können die Kosten ab sofort steuerlich geltend machen. Die Gemeindekasse wird dadurch nicht belastet.
Bürgermeister Matthias Klement betonte mehrfach, dass Interessenten sich vor Beginn der Arbeiten im Rathaus melden müssten, sonst gibt es keine Förderung. Wer erst nach Beginn der Arbeiten einen Antrag stellt, bekommt nichts.


Warten auf Förderung

Nach dem Workshop am Jahresbeginn zum Thema Dorfplatz sei das ganze Jahr über nicht mehr passiert, hatten einige Bürger geklagt. "Bitte noch etwas Geduld, es geht nicht ohne Förderung", sagte der Bürgermeister. Gelder sollen jetzt eventuell aus einem europäischen Topf fließen - "wir haben mehrfach nachgefragt, wissen aber immer noch nichts". Probleme gab es mit der Ludwigsbrücke, denn bei der Ausschreibung wurden doppelt so hohe Beträge verlangt wie eingeplant. Deshalb sei die Ausschreibung zurückgezogen worden. Dazu komme, dass drei Büros an der Planung beteiligt waren.
Der neue Jugendraum im alten Rathaus von Poppenlauer wird laut Klement eifrig genutzt. Bei einer Jugend-Bürgerversammlung sei ein eigener Treffpunkt als wichtigster Punkt herausgestellt worden.
Für unverantwortlich hielt ein Bürger die "mit Schülern bis an die Windschutzscheiben voll gepfropften Busse". Ein anderer informierte, dass bei entsprechenden Haltevorrichtungen Kinder auch stehend transportiert werden dürfen.. Die Busse dürfen dann aber maximal 60 Kilometer pro Stunde fahren.

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