Münnerstadt
Stadtrat

Hallenbad-Abbruch viel teurer als gedacht

Der Abbruch des Münnerstädter Hallenbades wird mit 880 200 Euro veranschlagt. Aufwändig ist auch die Entsorgung der mit Schadstoffen belasteten Baumaterialien. Die Parkplätze am Hallenbad werden verschwinden.
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Mit dem Abbruch des Hallenbades werden auch die Parkplätze verschwinden. Foto: Heike Beudert
Mit dem Abbruch des Hallenbades werden auch die Parkplätze verschwinden. Foto: Heike Beudert
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Der Stadtrat hat den Abbruchantrag für das Hallenbades genehmigt, erwartungsgemäß mit 11:9 Stimmen. CSU und Neue Wege stimmten für den Abbruch, die restlichen Stadtratsvertreter von SPD, Freien Wählern, Forum aktiv und der fraktionslose Leo Pfennig dagegen.
967 000 Euro sollen nach der Kalkulation der Abbruch und die Neugestaltung des Hallenbad-Areals kosten. 880 200 Euro entfallen auf den Abbruch. Noch zu Jahresbeginn hatte man mit rund 180 000 Euro Abbruchkosten kalkuliert. Wie zwei Gutachter festgestellt haben, werden die Arbeiten aufwendiger sein als gedacht.


Viele Schadstoffe verbaut

Der Sanierungsbeauftragte Dag Schröder hat das Abbruchkonzept anhand neuer Gutachten erstellt. "Gebrauchsunfähig" bezeichnete er das Bad. Die Aufhängekonstruktion des Daches sei absturzgefährdet. Die Betonteile seien geschädigt. Das Dach sei undicht, Versalzungen überall sichtbar. Schlimm stufte Schröder die Schadstoffbelastungen ein. "Es ist vieles verbaut, was damals zulässig war, aber heute nicht mehr ist". Dazu zählen: Asbest, giftige Holzschutzmittel, Mineralwollen, schwermetallhaltige Anstriche. Asbesthaltige Fasern seien in der Raumluft gemessen worden. Die Entsorgung dieser Materialien sei aufwendig und unterliege strengen Vorschriften, informierte Schröder. Der Abbruch erfolgt von innen nach außen. Die Konstruktion werde als letztes abgetragen. Um die Stabilität am Hang zu gewährleisten, würden Unterbau und Fundamente erhalten.
Das anvisierte Lehrschwimmbad solle dann an neuer Stelle in der Altstadt gebaut werden, damit Innenstadt davon protifiert, erläuterte Dag Schröder. Das sehe auch die Regierung von Unterfranken so. Das hängt wiederum damit zusammen, dass wesentliches Ziel des Förderprogramms "Stadtumbau West" die Belebung der Altstadt ist. Der Hallenbadabbruch und die nötige Umfeldgestaltung sollen im Programm "Stadtumbau West" und aus dem Struktur- und Härtefonds mit rund 80 Prozent der Kosten gefördert werden. Für Bürgermeister Helmut Blank wird mit dem Abbruch städtebaulicher Misstand beseitigt sein. "Das Hallenbad stehen zu lassen, ist für mich keine Alternative", sagte er.
Auf dem ehemaligen Hallenbadareal entsteht nach dem Abbruch eine Platzsituation. Die Parkplätze am Hallenbad werden verschwinden, erklärte Dag Schröder. Parkflächen seien nicht möglich, weil sie nicht der Altstadt dienen. Und diese Dienlichkeit sei Voraussetzung für eine Förderung.


Im Sommer beschlossen

Dag Schröder bestätigte der Stadträtin Rosina Eckert (Forum aktiv), dass tatsächlich in diesem Bereich die Parkplätze wegfallen. Dies habe der Stadtrat bereits im Sommer beschlossen, ergänzte Bürgermeister Helmut Blank. Auf Anfrage dieser Zeitung kam am Dienstag aus dem Rathaus die Bestätigung, dass alle Parkplätze entfallen, die bislang von Lehrern und Eltern der Freiherr-von-Lutz-Volksschule genutzt werden.Ersatzparkplätze im direkten Umfeld werden - zumindest vorerst - nicht geschaffen. Für die Lehrer stünden künftig die Parkplätze am rund 300 Meter entfernten Sportzentrum zur Verfügung, heißt es auf Anfrage.
Bis der Abbruch kommt, wird es noch eine Weile dauern. Der Antrag geht jetzt zur Genehmigungsbehörde am Landratsamt in Bad Kissingen. Zwischenzeitlich wird der Förderantrag bei der Regierung von Unterfranken gestellt. Der geplante Abbruch des Bades ist Gegenstand der Haushaltsberatungen. Dort muss entschieden werden, ob das nötige Geld eingestellt wird.
Erst im Frühsommer 2016 rechnet die Stadtverwaltung mit einem genehmigten Haushalt. Danach können die Ausschreibungen für die Abbrucharbeiten erfolgen.


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