Münnerstadt

Ferienkinder entdecken Schmusetiger und Ziegenbock in Tierheim

Für die Verantwortlichen des Tierheims bedeutet die Betreuung der zumeist vierbeinigen Bewohner jede Menge Arbeit. Für die Kinder, die das Ferienprogramm besuchten, standen Lernen und Spaß im Mittelpunkt.
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Ziegenbock Anton ließ sich von Michael Rattinger gerne füttern. 18 Mädchen und Jungen führte Rattinger beim Kinderferienprogramm durch das Tierheim Wannigsmühle. Foto: Dieter Britz
Ziegenbock Anton ließ sich von Michael Rattinger gerne füttern. 18 Mädchen und Jungen führte Rattinger beim Kinderferienprogramm durch das Tierheim Wannigsmühle. Foto: Dieter Britz
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Immer wieder gibt es Schreckensnachrichten über Hunde und Katzen, die während der Ferienzeit von ihren Besitzern auf Autobahnparkplätzen oder an Einkaufszentren einfach ausgesetzt wurden, weil sie lästig geworden sind. Sie landen erst einmal im Tierheim. Solche Fälle gab es zumindest dieses Jahr im Tierheim Wannigsmühle nicht. Aber die Zahl der Fundkatzen steigt jedes Frühjahr an, weiß Michael Rattinger. Er ist selbstständiger Hundetrainer aus Stockheim, und somit Experte in tierischen Fragen.

Der Grund für die vermehrte Zahl von Fundkatzen ist vor allem, dass in dieser Jahreszeit viele Kätzchen zur Welt kommen. Neben 150 Katzen haben auch 35 Hunde aller Rassen und Größen in den Gehegen des Tierheims eine neue, hoffentlich nur vorläufige Bleibe gefunden.

Sie besuchte Michael Rattinger mit den Kindern beim Ferienprogramm und erklärte ihnen, dass viele freiwillige Helfer fast jeden Tag kommen, um mit den Hunden, die schon sehnsüchtig darauf warten und freudig bellen, einen Spaziergang zu unternehmen. Als die Kinder an einem Zwinger fragend auf einen kleinen Hund deuteten, erklärte Rattinger "Das ist der Heinz, der ist krank, wird aber schon wieder gesund."


Scheu oder aggressiv

Nicht jede Katze möchte gestreichelt werden, und: Wenn ein Hund auf Menschen zurennt, niemals wegrennen, der der Hund ist immer viel schneller. Viel Wissenswertes vor allem über Hunde und Katzen erfuhren die 18 Kinder, die jetzt das Tierheim Wannigsmühle besuchten. Die Mädchen und Jungen merkten schnell, dass zwar viele der etwa 150 Stubentiger, die hier eine zeitweilige Heimat gefunden haben, sehr verschmust sind und sich über jede Streicheleinheit freuen. Einige aber sind sehr scheu und reagieren aggressiv, wenn man sich ihnen nähert. Auch die Hunde verhalten sich sehr unterschiedlich.

Gleich zweimal stand ein Besuch im Tierheim im Kinderferienprogramm 2015. Schließlich ist das Interesse groß, und aus Platzgründen können immer nur maximal 20 Kinder dabei sein. Michael Rattinger kennt sich als Hundetrainer speziell mit Hunden sehr gut aus. Er führte er die Kinder durch die weitläufige Anlage des Tierheims Wannigsmühle.

Aber zuerst einmal wollte er von den Kindern wissen, ob in ihrer Familie eine Katze lebt. Fast die Hälfte der Buben und Mädchen reckte eine Hand in die Höhe. Bei der Frage nach den Hunden waren es nur drei. Weiter ging es vom Hof in die Futterküche. "Hier wird das Futter zubereitet für Katzen, Hunde und Hasen, aber auch andere Tiere", wusste Michael Rattinger zu berichten. Vorbei am Quarantäne-Raum für Hunde, die neu im Tierheim sind und hier einige Zeit bleiben müssen, ging es weiter zu den Katzen. "Hier müsst ihr ruhig sein", mahnte Michael Rattinger, denn manche dieser Vierbeiner sind schreckhaft. Die Kinder merkten es gleich, denn einige flüchteten so schnell sie konnten in ihren Katzenkorb und waren nicht mehr gesehen.


Extra Streicheleinheiten

Andere allerdings taten den Jungen und Mädchen gerne den Gefallen, genossen die extra Streicheleinheiten und schnurrten dabei. "Die sind aber lieb. Ich hab vorher noch nie eine Katze gestreichelt, ich würde gerne eine mitnehmen", sagte ein kleines Mädchen.

Eine Attraktion war für die jungen Besucher das Freigehege mit den drei Ziegen. Wie sie ins Tierheim kamen? "Die wurden von ihren Besitzern abgeliefert, wie so viele andere Tiere auch", sagt Michael Rattinger. Ziegenbock Anton und seine beiden Ziegen taten den Kindern den Gefallen und kamen ganz nah an den Zaun, um sich streicheln zu lassen.

"Psssst, hier müsst ihr ganz, ganz leise sein", hieß es beim Besuch im Nager-Haus. Hier finden Hasen, Kaninchen und manchmal auch Mäuse, Ratten oder Eichhörnchen eine Bleibe. "Im Tierheim Wannigsmühle waren aber auch schon Schlangen", so Michael Rattinger. Zum Abschluss zeigte er den 18 Mädchen und Jungen noch den Tierfriedhof neben der Wannigsmühle.

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