Laden...
Maßbach
Freizeit

Familiäres macht den Charme aus

Das Maßbacher Schwimmbad ist beliebt. Das ist zum einen der Verdienst von Wilhelm Göbel und seiner Frau, die im Sommer zwölf Stunden pro Tag für die Einrichtung im Einsatz sind. Zum anderen gibt es einen rührigen Förderverein.
Artikel drucken Artikel einbetten
Das Maßbacher Schwimmbad ist ein beliebter Tummelplatz für jedes Alter. Die rund 200 Gäste pro Tag schätzen die familiäre Atmosphäre und die Arbeit von Wilhelm Göbel und seiner Frau, die sich rund um die Uhr um das Bad kümmern. Foto: Kilian Trabert
Das Maßbacher Schwimmbad ist ein beliebter Tummelplatz für jedes Alter. Die rund 200 Gäste pro Tag schätzen die familiäre Atmosphäre und die Arbeit von Wilhelm Göbel und seiner Frau, die sich rund um die Uhr um das Bad kümmern. Foto: Kilian Trabert
+2 Bilder
Schon früh morgens spiegelt sich die Sonne im kristallklaren Wasser, der Rasen sieht aus als wäre er vom Golfplatz geklaut, nirgendwo hat man einen so weiten Blick über die roten Dächer der Stadt, die in den strahlend blauen Himmel ragen. Nein, die Rede ist nicht von einer italienischen Urlaubsküste irgendwo an der Adria, die Rede ist vom Maßbacher Freibad.
Wer sich hier in die Wellen werfen will, landet zwangsläufig bei Wilhelm Göbel. Seit elf Jahren steht er an seinem kleinen, runden Tisch mit den heiß begehrten Eintrittskarten. Kaum ein Gast kommt, für den er keinen flotten Spruch, eine kleine Aufmunterung oder ein paar tröstende Worte hat - und kaum einer, der ihn nicht kennt.
Um 13 Uhr schließt er jeden Tag die Tür zum Schwimmbad auf, zu diesem Zeitpunkt haben er und seine Frau Mariya schon einiges an Arbeit hinter sich. Sich um das Kiosk kümmern, in dem kühles Eis und heiße Würstchen auf hungrige Abnehmer warten, Karten verkaufen, eine Stunde Rasenpflege, zwei Stunden Becken reinigen und allerhand Kleinigkeiten - die beiden sind in diesen Tagen täglich von zehn bis 22 Uhr auf den Beinen, um ihren Gästen im Maßbacher Bad eine erfrischende Abkühlung zu bieten.


200 Gäste pro Tag

Und die Mühe lohnt sich: 200 Karten hat er in den vergangenen Sommerwochen pro Tag verkauft, dazu kommen nochmal so viele Gäste mit Jahreskarten. 2011 wurde der Förderverein des Bades gegründet, Wilhelm Göbel war natürlich dabei."Hier wollen wir Ideen umsetzen", erklärt er.
Einige Maßnahmen konnten schon durchgeführt werden. So wurden ein neuer Sandkasten gebaut, störende Bäume gefällt, die Dornenhecke um das Bad entfernt und ein Zaun zum Schutz der Solaranlage gebaut.
Auch die Maßbacher wissen ihr Bad und die Menschen, die es am Leben halten, zu schätzen. "Das Preis- Leistungsverhältnis stimmt einfach", erzählt Ludwig Rappelt. Der 18-Jährige braucht lediglich zwei Gehminuten, um ins Becken zu springen. "Wilhelm Göbel pflegt die Anlage echt richtig gut und durch den Förderverein geht richtig was voran", lobt er.
Mittlerweile ist es früher Nachmittag, das Bad ist gut gefüllt, der Strom neuer Gäste ebbt langsam ab. Zeit, für einen kleinen Rundgang - und Zeit, um ein bisschen über das Bad nachzudenken. "Unser Schwimmbad wird vor allem von jungen Familien geschätzt", erzählt Göbel. "Hier hat man die Übersicht, in diesen großen Bädern suchen sie ihre Kinder ewig, sagen die Eltern immer".
Das Familiäre mache den Charme des Maßbacher Freibades aus, findet er. "Hier kennt man sich, redet ein bisschen und trinkt zusammen einen Kaffee und liegt nicht anonym Decke an Decke". Früher war er neben dem Job als Schwimmbad-Chef noch als Hausmeister in Poppenlauer tätig. Zum Rentenbeginn hat er damit zwar aufgehört, kennen tun ihn die Schüler aber immer noch gut. Für einen kurzen Plausch reicht die Zeit noch, bevor sie wieder dringend ins Wasser müssen - kein Wunder bei 35 Grad im Schatten.
Beim Spazierengehen, Einkaufen und sogar beim Bummeln durch Schweinfurt werde er immer öfter gegrüßt, erzählt er. Das ist wenig verwunderlich, lockt das Freibad doch mittlerweile Besucher aus weiter entfernten Ortschaften an. "Die Mundpropaganda habe ihren Lauf genommen. "Es kommen immer mehr nach Maßbach", erklärt Wilhelm Göbel.


Investitionen nötig

Sorgenfalten bereitet ihm nur das Häuschen, in dem Duschen Toiletten und der Kiosk untergebracht sind. Es steht seit der Gründung des Freibades - und die war vor 48 Jahren. Da müsse man sich mal drum kümmern, findet er. Und wie lange kümmert sich das Ehepaar Göbel noch um das Bad? "Das verrate ich nicht, sonst sind die Maßbacher traurig", sagt er lächelnd. Eines ist aber sicher: Bis es soweit ist wird er noch weiter an seinem kleinen, runden Tisch stehen, Karten verkaufen, Witze reißen und für jeden da sein, der seine Hilfe braucht.
Verwandte Artikel

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren