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Hammelburg
Denkmal

Hammelburg: Erbe einer reichen Vergangenheit

Die historische Bausubstanz, aber auch viele Flurdenkmäler erzählen von der Geschichte Hammelburgs. Die Liste der geschützten Objekte ist lang.
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Der barocke Brunnen und das Rathaus prägen das denkmalgeschützte Ensemble des Marktplatzes. Fotos: Heike Beudert
Der barocke Brunnen und das Rathaus prägen das denkmalgeschützte Ensemble des Marktplatzes. Fotos: Heike Beudert
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Im vergangenen Jahr feierte Hammelburg sein 1300-jähriges Bestehen. Das Alter der Stadt spiegelt sich auch in der Denkmalliste wider. 246 Baudenkmäler werden dort für Hammelburg und seine Stadtteile aufgeführt. Dazu kommen nochmals 57 Bodendenkmäler.

In Hammelburg gibt es zahlreiche Einzeldenkmäler und zwei Ensemble geschützte Bereiche. Anders als in den übrigen Städten des Landkreises steht in Hammelburg nicht die gesamte Altstadt unter Ensembleschutz. Ein geschütztes Gesamt-Ensemble ist der Marktplatz mit seinem hochmittelalterlichen Grundriss und den Gebäuden aus der maximilianischen Zeit des 19. Jahrhunderts. Die ältere Bebauung des Marktplatzes wurde weitgehend bei einem Brand 1854 zerstört. Nur der Brunnen ist noch aus der Zeit des Barock. Unter Ensembleschutz steht zudem die Bahnhofsstraße, in der noch mehrere Gebäude aus der Zeit vor dem großen Stadtbrand erhalten sind.

"Türchen in die Vergangenheit", nennt Museumsleiterin Elfriede Böck vor allem die kleinen, versteckten Zeichen an Denkmälern, die in der ganzen Stadt verstreut sind. Für Elfriede Böck stecken darin viele Erinnerungen, die etwas über die Vergangenheit der Stadt erzählen und damit auch für die heutige Zeit von Bedeutung sind. Als besonderes Kleinod bezeichnet sie den Kapellenkreuzweg am Kloster Altstadt. Dieser gehöre zu den ältesten seiner Art in der Region.


Früher war die Stadt reich

Weshalb Hammelburg so viele Denkmäler besitzt, erklärt Elfriede Böck sich mit dem früheren Wohlstand der Bürger und dem Einfluss der Fuldaer Fürstbischöfe, die hier ihre Spuren hinterlassen haben. An vielen der Kostbarkeiten würde man heute im Alltag oftmals einfach vorbeilaufen - "weil sie halt schon immer da sind", sagt Elfriede Böck.

Für zahlreiche unter Denkmalschutz stehende Objekte in Hammelburg ist die Kommune verantwortlich. Für Stadtbaumeister Detlef Mohr ist es eine Verpflichtung, das Erbe zu erhalten, egal ob es die großen Objekte wie Rathaus oder Herrenmühle oder die kleinen Bildstöcke sind, die verstreut in den Fluren der Hammelburger Gemarkungen zu finden sind. Für die Sanierung der Flurdenkmale beispielsweise hat die Stadt Hammelburg nach Auskunft von Detlef Mohr immer einen Geldbetrag im Haushalt zur Verfügung.

Trotzdem ist es nicht einfach, dieses kulturelle Erbe zu erhalten. Froh ist Detlef Mohr in diesem Fall, dass mit Rainer Baden ein Ehrenamtlicher vorhanden ist, der sich seit Jahren darum kümmert, welche Bildstöcke oder Wegkreuze besonders dringend saniert werden müssen.


Größter Anteil in Bad Kissingen

Nach Einschätzung der unteren Denkmalbehörde am Landratsamt Bad Kissingen gibt es in Hammelburg jedoch im Vergleich zu anderen Kommunen auch nicht überproportional viele Denkmäler. Das belegt der Blick in die Denkmalliste. Mit seiner Anzahl an Baudenkmälern steht die Stadt Hammelburg im Landkreis Bad Kissingen nicht alleine da und ist auch nicht Spitzenreiter. Die Stadt Bad Kissingen hat im Landkreis mit 389 Baudenkmälern und 36 Bodendenkmälern den größten Anteil an geschützten Objekten, gefolgt von der Stadt Münnerstadt mit 252 Baudenkmälern und 49 Bodendenkmälern.

Deutlich weniger hat dagegen die Stadt Bad Brückenau: Hier sind es schließlich 106 Baudenkmäler sowie sechs Bodendenkmäler.
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