Münnerstadt
Projekt

Energiesparen auch in Altbauten

Historische Bausubstanz muss kein Energiefresser sein. Energieberater Andreas Halboth zeigt Möglichkeiten der energieeffizienten Sanierung auf.
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Das Foto entstand während der Bauarbeiten am Gasthaus "Zum Bären" am Münnerstädter Marktplatz. Auch solche Bauten lassen sich energieeffizient sanieren.  Fotos: Andreas Halboth
Das Foto entstand während der Bauarbeiten am Gasthaus "Zum Bären" am Münnerstädter Marktplatz. Auch solche Bauten lassen sich energieeffizient sanieren. Fotos: Andreas Halboth
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Obwohl in den letzen Jahren viele historisch wertvolle Gebäude in Münnerstadt von ihren Eigentümern aufwändig saniert worden sind, gibt es noch viele Häuser, die dies dringend nötig hätten. Mehrere Förderprogramme sind dafür ins Leben gerufen worden. Unsicherheit besteht oft noch bei der meist mit dem Herrichten der Häuser verbundene energetischen Sanierung .


Fördermöglichkeiten aufzeigen

Wer denkt, Energieeffizienz und Altbauten passen nicht zusammen, kann sich bei der Vortragsreihe "Mitten im Ort - mitten im Gespräch" vom Gegenteil überzeugen zu lassen. Am Dienstag, 23. Februar zeigt Architekt und Energieberater Andreas Halboth auf, wie ältere Gebäude im Ortskern energetisch auf Vordermann gebracht werden können und welche Fördermöglichkeiten es gibt.
"Ein gutes Beispiel finden die Zuhörer gleich vor Ort: Der Gasthof Zum Bären in Münnerstadt bietet nicht nur die Räumlichkeit für die Veranstaltung, sondern ist zugleich auch ein Anschauungsobjekt für gelungene energetische Sanierung mitten im Ort", heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamtes. Der Vortrag ist kostenfrei und beginnt um 19 Uhr im Festsaal des Gasthofes Zum Bären.


Falsche Vorstellungen

"Ich möchte mit der Wirtshausmeinung aufräumen, dass Dämmung nichts bringe", sagt Andreas Halboth gegenüber unserer Zeitung. Sein Vortrag bezieht sich auf alle alten Gebäude, nicht nur auf Denkmäler. Wenn eine Außendämmung nicht in Frage kommen, bestehe die Möglichkeit, im Inneren für Energieeffizens zu sorgen. Aber: "Es hält sich die Meinung, auf Innendämmung folgt Schimmel", sagt der Energieberater. Beim Vortrag will er bauphysikalisch erklären, dass eine Innendämmung sehr wohl Sinn macht. Dabei wird der Architekt eine große Bandbreite von Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
Anderas Halboth hat einen Lieblingsspruch, wenn es um die Dämmung geht. "Wo nichts ist, ist wenig viel." Soll heißen, wenn gar keine Dämmung vorhanden ist, können ein oder zwei Zentimeter schon eine Menge ausrichten.
Sehr positive Erfahrungen mit der Innendämmung hat Martin Kuchler bei der Sanierung des Fränkischen Hofes gemacht. "Die Außenwände sind innen sehr aufwändig gedämmt worden", erinnert er sich. Fasziniert war er von dem Verfahren, bei dem Flocken an die Wand gespritzt wurden. Dabei handelt es sich um Zellulose, die im feuchten Zustand aufgebracht wird, erläutert Andreas Halboth das Verfahren. Einer vom mehreren Vorteilen: diese Dämmungsmöglichkeit kann auch dann erfolgreich angewendet werden, wenn die Wände schief sind, was in älteren Gebäuden ja öfter vorkommt.
Gedämmt wurden im Fränkischen Hof auch die Decken, zu den energetischen Maßnahmen zählte ebenfalls der Einbau einer neuen Heizung. Für Martin Kuchler hat sich der Aufwand gelohnt und noch mehr für seine Mieter. "Wir haben die Kosten niedrig angesetzt", sagt er bezüglich der Vorauszahlung für die Nebenkosten. Trotzdem haben die Bewohner des Hauses Geld zurück bekommen. Energetische Sanierung zahlt sich offensichtlich aus.


Gefördertes Projekt

Der Vortrag von Andreas Halboth findet im Rahmen der Vortragsreihe "Mitten im Ort - mitten im Gespräch" statt, die von Dorothee Schmitt organisiert wird. Sie ist beim Landkreis Bad Kissingen für das gleichnamige Projekt "Mitten im Ort" zuständig, das sich um Belange der Innenentwicklung kümmert. Gefördert wird das Projekt durch das Bayerische Staatsministerium der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat. "Mit der Vortragsreihe soll allen unter die Arme gegriffen werden, die im Ortskern (um)bauen möchten oder schon dabei sind.
Auch der nächste Termin steht schon fest: am Donnerstag, 3. März, um 19 Uhr, erzählen Bauherren in der Markthalle Hammelburg von ihren Erfahrungen.

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