Münnerstadt
Bauausschuss

Einvernehmen beim Reulbachhaus-Abriss

Einstimmig haben die Mitglieder des Münnerstädter Bauausschusses dem Bauvorhaben von Wolfgang Bauer über den Neu- und Umbau zweier Wohnhäuser in der Manggasse das gemeindliche Einvernehmen erteilt. Die erheblichen Bedenken des Sanierungsbeauftragten Dag Schröder teilten die Kommunalpolitiker nicht.
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Das Reulbachhaus (links) wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das rechte Haus wird umgestaltet.  Foto: Thomas Malz
Das Reulbachhaus (links) wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt. Das rechte Haus wird umgestaltet. Foto: Thomas Malz
Weil die Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses ohnehin in der Stadt unterwegs waren, machten sie einen kleinen Abstecher in die Manggasse, um sich vor Ort ein Bild machen zu können. Wolfgang Bauer möchte das Reulbachhaus komplett und das Dachgeschoss des benachbarten Hauses abreißen und anschließend einen Neubau errichten, in den dem das Wohnhaus Mangasse 12 einbezogen wird. Im Erdgeschoss des bestehenden Hauses Manggasse 12 sollen zwei Garagen integriert werden. Zwei Wohnungen entstehen im Neubau, eine dritte im Obergeschoss der Manggasse 12. Der Eingangsbereich zu beiden Häusern befindet sich in der Mitte.

Bedenken zum Abbruch

In seiner Stellungnahme hatte der ebenfalls anwesende Dag Schröder das Reulbachhaus als giebelständiges Gebäude mit sehr schöner Eckquaderung bezeichnet, eines der typischen Bauten aus der Zeit unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg. "Mit seinem Abbruch wird ein einmaliges Zeugnis der Baukultur aus dieser Zeit ausgelöscht."
Eine ausgesprochen hohe Gestaltungsqualität habe auch das Anwesen Manggasse 12, das eine Rarität sei und die Moderne nach dem Zweiten Weltkrieg darstelle. Er hob die leicht nach vorne gekippte Glasfassade hervor. Die geplanten Garagen im Erdgeschoss würden der Gesamtansicht nicht guttun.
Zumindest im letzten Punkt bekam der Sanierungsbeauftragte ein wenig Zustimmung, auch weil dann die Stellplätze auf der Straße wegfallen. Bürgermeister Helmut Blank (CSU) und einige Stadträte machten sehr deutlich klar, dass der geplante Bau gut zur restlichen Bebauung in der Manggasse passe.
Er könne der bestehenden Fassade nichts abgewinnen, bekräftigte Hubert Holzheimer (Forum aktiv) auch noch einmal bei der anschließenden Beratung im Rathaus. Zweiter Bürgermeister Michael Kastl (CSU) fügte hinzu, dass die schrägen Schaufenster eher stören würden.
Auch die Denkmalschutzbehörde hatte eine Stellungnahme abgegeben. Danach besteht mit dem Austausch des Gebäudes von um 1920 (Reulbachhaus) Einverständnis. Gemäß der Gestaltungssatzung sei eine Lochfassade zur Straße hin anzuordnen. Diesen etwas verwirrenden Begriff hatte der Bürgermeister schon zuvor entschlüsselt: "Es müssen Fenster drin sein." Und das ist im Entwurf des Münnerstädter Architekten Wolfgang Blümlein so gegeben. Also bekam das Vorhaben das Einverständnis aller Bauausschussmitglieder.
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