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Münnerstadt
Ausstellung

Ein kleines bisschen Lutherstadt

Ein Team engagierter Münnerstädter hat ein hochkarätiges Rahmenprogramm zur Ausstellung "Leben nach Luther" auf die Beine gestellt.
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Treffen der Beteiligten (von links): Vereinsvorsitzender und Ortskurator Martin Kuchler, Museumsleiter Björn Hein, Susanne Stäblein, Christine Schikora (beide Stellvertretende Vereinsvorsitzende), Pfarrer Joachim Pennig, Wilhelm Neugebauer (Kirchenvorstand und Vereinsvorstandsmitglied), Pater Markus Reis sowie Thomas Pfarr (Galerie Pfarr im Heimatspielhaus).  Foto: Thomas Malz
Treffen der Beteiligten (von links): Vereinsvorsitzender und Ortskurator Martin Kuchler, Museumsleiter Björn Hein, Susanne Stäblein, Christine Schikora (beide Stellvertretende Vereinsvorsitzende), Pfarrer Joachim Pennig, Wilhelm Neugebauer (Kirchenvorstand und Vereinsvorstandsmitglied), Pater Markus Reis sowie Thomas Pfarr (Galerie Pfarr im Heimatspielhaus). Foto: Thomas Malz
Beinahe wäre Martin Luther nach Münnerstadt gekommen. Reichsritter Silvester von Schaumburg hatte ihm Schutz im Lauerstädtchen angeboten, falls es dem Reformer zu gefährlich in Wittenberg wird. Hier hätte der Augustiner-Mönch auch seine Mitbrüder im Kloster besuchen und ebenfalls gleich in der Heimatstadt seiner Mutter, (Bad) Neustadt, vorbeischauen können. Aber irgendwie hat das nicht geklappt. 500 Jahre nach dem berühmten Thesenanschlag kommt er jetzt doch in Form einer Ausstellung, von Lesungen, Vorträgen und Konzerten.


Der Weg nach Münnerstadt

Marion Pennig hatte es bei einem Pfarrfrauen-Treffen erfahren und Kirchenvorstand Wilhelm Neugebauer erzählt. Der wiederum ist auch im Vorstand des Vereins "Zukunft für das Heimatspielhaus", und so bekam Vorsitzender Martin Kuchler Wind davon, dass für die Ausstellung "Leben nach Luther - das evangelische Pfarrhaus gestern, heute und morgen" des Deutschen Historischen Museums noch ein Ausstellungsort im süddeutschen Raum gesucht wird. "Wir haben dann als Verein Zukunft für das Heimatspielhaus ganz schnell den Zuschlag bekommen", sagt der Vorsitzende Martin Kuchler.


Deutschlandweit publik

Als dann die Deutsche Stiftung Denkmalschutz bei ihrem Münnerstädter Ortskurator nachfragte, ob etwas im Luther-Jahr 2017 geplant sei, konnte Martin Kuchler auf das Vorhaben verweisen. Und so ist der deutschlandweit erscheinenden Sonderpublikation der Stiftung "Luthers Idee wird zu Stein - Die Reformation on der Architektur" ein Informationsblatt beigelegt, das auf Termine und Angebote im Luther-Jahr 2017 verweist. Neben Berlin, Esslingen und Wittenberg ist da nun Münnerstadt als Ausstellungsort aufgeführt.
Den Organisatoren war wichtig, dass es nicht bei einer reinen Ausstellung bleiben soll. Ein Rahmenprogramm sollte her. "Von Anfang an war klar, dass das eine ökumenische Veranstaltungsreihe werden soll", betont der Vereinsvorsitzende, der in Personalunion als Ortskurator auch die Stiftung ins Boot geholt hat. Pfarrer Joachim Pennig und Pater Markus hat er gefragt. "Jawohl, da mach ich mit", habe er zur Antwort bekommen. Die Stadt Münnerstadt ist ebenfalls beteiligt. Darum kümmert sich Museumsleiter Björn Hein, und Thomas Pfarr von der "Galerie im Heimatspielhaus" wird die Ausstellung wieder mit betreuen. "Ich bin fasziniert, wie sich dieses Rahmenprogramm entwickelt hat", sagt Martin Kuchler. "Das hätte ich nicht gedacht."
Dann lässt er die Katze aus dem Sack: Vier Vorträge wird es geben, drei Lesungen, drei Konzerte, eine Stadtführung, eine Ausstellungsführung und ein Kindertheater.
"Es sind renommierte Vortragende", beginnt Martin Kuchler seine Aufzählung. Dekan Dr. Matthias Büttner wird über die Bedeutung Martin Luthers nicht nur für die Evangelischen sprechen (9. März), Dr. Thomas Dahms über Luthers Weg als Student, Mönch und Dozent (16. März), Prof. Dr. Wolfgang Weiß über die Würzbürger Fürstbischöfe und die Reformation (23. März) und Augustinerpater Lukas Schmidkunz über Martin Luther in seiner augustinischen Tradition (30. März).


Wie ein Wimpernschlag

"500 Jahre wie ein Wimpernschlag - eine Zeitreise in die Reformation" unternimmt Heike Bauer-Banzhof am 2. März, am 3. März gibt es Ausstellungsführung mit Ruth Lürkens. Rainer Kirch wird Besucher am 10. März unter dem Thema "Münnerstadt und die Reformation" durch die Stadt führen. Ein Kindertheater vom Berufsbildungszentrum gibt es am 14 März, und am 17. März wird der Maßbacher Schauspieler Ingo Pfeiffer aus Luthers Briefen lesen. Die Münnerstädter Litera(n)ten sind am 31. März mit "Und wenn ich wüßte..." dabei.


Drei Kirchen, drei Konzerte

Besonders stolz ist Martin Kuchler auf die drei Konzerte in den drei Münnerstädter Kirchen. Der Posaunenchor Zimmerau spielt am 5. März Luther-Lieder (evangelische Auferstehungskirche), die Liedertafel Münnerstadt bringt am 19. März geistliche Chorwerke zu Gehör (Klosterkirche), und das Ensemble Vocal bietet beim Abschlusskonzert am 2. April Werke zur Passionszeit.
"Es war damals eine völlig neue Situation, plötzlich gab es Frau und Kinder im Pfarrhaus", sagt Pfarrer Joachim Pennig zur Luther-Ausstellung selbst. Dort waren immer Leute, es wurde musiziert, philosophiert und vieles mehr. "Das war die Keimzelle der allgemeinen Volksbildung", erläutert er. Und daraus seien schließlich die Volksschulen entstanden.
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