Münnerstadt
Jubiläum

Ein "Revoluzzer" ebnet dem Frauenchor den Weg

Die Liedertafel gibt es in Münnerstadt seit 135 Jahren. Vor zehn Jahren kam es zu einen nicht unumstrittenen Einschnitt: Zum Männer- kam ein Frauenchor.
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Zehn Jahre besteht der Frauenchor der Liedertafel Münnerstadt. Bei einer Soirée in der Rathausdiele - unter dem Portrait von Altbürgermeister Ferdl Betzer - bewies er seinen hohen Leistungsstand. Links Annemarie Kreuzer, die seit 2012 den Chor leitet. Fotos: Dieter Britz
Zehn Jahre besteht der Frauenchor der Liedertafel Münnerstadt. Bei einer Soirée in der Rathausdiele - unter dem Portrait von Altbürgermeister Ferdl Betzer - bewies er seinen hohen Leistungsstand. Links Annemarie Kreuzer, die seit 2012 den Chor leitet. Fotos: Dieter Britz
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Mit einer Soirée in der Rathausdiele wurden in Anwesenheit vieler Gäste zwei Jubiläen der "Liedertafel 1881 Münnerstadt" gefeiert: 135 Jahre besteht die Liedertafel 1881 Münnerstadt e.V., vor zehn Jahren wurde der Frauenchor gegründet. Das war Anlass zum einen für ein Doppelkonzert beider Chöre unter der Leitung von Annemarie Kreuzer und zum anderen für einen Rückblick auf die Geschichte und für die Ehrung langjähriger Mitglieder.
Annemarie Kreuzer hatte für das Konzert von Männer- und Frauenchor ein Programm zusammengestellt, das vom süddeutschen Volkslied "Drunten im Tale" über "Es führt über den Main" (Musik und Text Felicitas Kukuck) bis zu "Erlaube mir, fein's Mädchen" (deutsches Volkslied) und "Morgen muss ich fort von hier" (Johannes Brahms) reichte. Die ungarischen Tänze fünf und sechs, ebenfalls von Brahms, dirigierte Ehrenchorleiter Reiner Schnabel. Es zeigte sich, dass die Chöre ein sehr hohes Niveau erreicht haben, und dass sich die intensive Probenarbeit auszahlt.


Verein ist "gut aufgestellt"

"Mit 135 Jahren ist der Verein natürlich älter geworden, aber mit vier Chören gut aufgestellt", betonte Vorsitzender Stefan Fischer, der die Gäste begrüßte. Unter ihnen war auch Paul Kolb, der Kreisvorsitzende des Sängerkreises Schweinfurt und Vizepräsident des Fränkischen Sängerbundes (FSB ). Es sei eine gute Entscheidung gewesen, vor zehn Jahren einen Frauenchor zu gründen, betonte dieser.


Es sieht gut aus

Er blickte für die Gesangvereine auch hoffnungsvoll in die Zukunft. Am Stand des Sängerkreises auf der Unterfrankenausstellung "Ufra" in Schweinfurt hätten sich viele Interessenten eingefunden, einige wollten spontan gleich mitsingen. Auch Jugendliche und jüngere Erwachsene zeigten durchaus Interesse am Gesang, betonte er.
Stefan Fischer und Paul Kolb ehrten anschließend langjährige Mitglieder, zunächst einige Damen, die von Anfang an in Frauenchor mit dabei waren und dann mehrere Herren, die bis zu 50 Jahre dem Verein die Treue gehalten haben. "Alles Gute zum Geburtstag bitte weiter so", rief Bürgermeister Helmut Blank den Mitgliedern des Vereins zu.


"Revoluzzer" unter den Männern

Yvonne Sturmat hatte die Geschichte des Frauenchores zu Papier gebracht. "Vor zehn Jahren hat ein Mann mit der Männerdomäne gebrochen und den Vorschlag gemacht, 'wir gründen einen Frauenchor'. Dieser Revoluzzer ließ Friedel Busche. Der Vorsitzende machte sich zu Anfang nicht nur Freunde mit seiner Idee", wusste sie. Am 8. November 2006 fand im Saal der Gastwirtschaft Hubert Mangold unter der Leitung von Martha Bergner die erste Probe statt. Den ersten Auftritt hatte der Frauenchor in der Klosterkirche am dritten Advent desselben Jahres. "Wir haben vielleicht nicht die beste Leistung gebracht, aber alles gegeben. Wir wollten kämpfen und zeigen, dass wir jetzt da sind", meinte sie schmunzelnd. Viele weitere Auftritte folgten.


Erste Erfahrungen

Als die Frauen im April 2008 endlich ein Lied gemeinsam mit den Männern sangen, mussten sie eine Erfahrung machen: "Wir fühlten uns von der mächtigen Stimmen völlig überfahren. Wie konnte es auch anders sein." Als der Flügel im Vereinslokal verkauft wurde, zog der Frauenchor um nach St. Elisabeth und 2012 gab Martha Bergner ihren Chorleiterposten ab. Annemarie Kreuzer übernahm das Amt. "Neue Projekte, neue Lieder, immer größer werdende Auftritte locken natürlich auch andere Frauen an und wir haben heute 26 Sangesschwestern", umriss sie die heutige Lage.

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