Münnerstadt
Bestattungskultur

Ein Kraftakt auf dem Friedhof

Innerhalb von nur sechs Wochen soll eine Abteilung komplett umgestaltet werden. Der Stadtrat beschloss auch weitere tief greifende Veränderungen.
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Friedhofsreferent Klaus Schebler zeigt die losen Platten zwischen den Gräbern. Dieses Areal wird zum grünen Friedhof.  Foto: Thomas Malz
Friedhofsreferent Klaus Schebler zeigt die losen Platten zwischen den Gräbern. Dieses Areal wird zum grünen Friedhof. Foto: Thomas Malz
Es ist der meist geäußerte Wunsch der Friedhofsnutzer - nun wird er umgesetzt: Mit der kompletten Umgestaltung der Abteilung C des Münnerstädter Friedhofs werden die Pflanzflächen deutlich verkleinert. Außerdem wird unter anderem nahe der Kreuzigungsgruppe ein Feld für naturnahe Urnenbestattungen angelegt. Ein ganz dickes Lob erhielt Bernd Hochrein, zuständig für das Friedhofswesen bei der Stadtverwaltung, der zusammen mit dem Friedhofsreferenten Klaus Schebler (Neue Wege) die Pläne erarbeitet hat. Auf einen externen Friedhofsgestalter hat die Stadt bewusst verzichtet. "Wir machen das selbst", sagte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) gegenüber unserer Zeitung. Unterstützung erfährt die Stadt durch einen Bestatter.
Zunächst erinnerte das Stadtoberhaupt an verschiedene Infoveranstaltungen und Versammlungen vor Ort. Zuletzt hatte es ein Treffen mit den Nutzern der Abteilung C (nahe der Aussegnungshalle) gegeben, die von der Umgestaltung am meisten betroffen sind.


Kleines Pflanzbeet gewünscht

Denn dort ist es auch dringend nötig, wie Bernd Hochrein dem Stadtrat erklärte. "Der Plattenbelag ist aufgefroren, wir haben die Sicherungspflicht", sagte er. 65 Nutzer waren bei der Versammlung anwesend. "Die Leute wollen ein kleines Pflanzbeet, analog dem grünen Teil", sagte er. Bei der Umgestaltung müssen sämtliche Grabsteine abgebaut werden, die heute einzelnen Sockel werden durch Sockelbänder ersetzt. Die Gräber werden zuvor genau ausgemessen. Für die Begrünung des Areals wird Rollrasen eingesetzt. Sehr positiv sei auch die Resonanz auf das Feld für naturnahe Urnenbestattungen.
Gerne hätte man auch Urnenbestattungen an einem Baum ermöglicht, ergänzte Klaus Schebler. Aber momentan lasse das die Belegung des Friedhofs noch nicht zu. Geplant ist es aber. Froh sei er, dass sich die Meinung der Nutzer bezüglich der Bäume geändert hat. "Sie haben jetzt eingesehen, dass kein Baum gefällt wird." Dies sei kein Thema mehr. Den Zeitplan für die Arbeiten von Dienstag nach Ostern bis Pfingsten bezeichnete Klaus Schebler als "sehr ehrgeiziges Ziel."
Wie Bernd Hochrein informierte, liegt der Anteil der Urnenbestattungen inzwischen bei mehr als 50 Prozent. In den 1980er Jahren wurden kupferne Überurnen benutzt, deren Bergung erhebliche Kosten verursacht. Deshalb werden künftig ausschließlich biologisch abbaubare Urnen zugelassen.


Nur Namensschild

Bei der anschließenden Diskussion wurden noch einige Details geklärt. Auf dem neuen Urnenfeld neben der Kreuzigungsgruppe wird kein Grabschmuck zugelassen. Auf eine Stele kommen die Namensschilder, die nach der Liegezeit wieder entfernt werden. Ein möglicher Pflasterstein mit Namen pro Urnengrab fand keine Zustimmung. Es wird aber auch ein neues Urnenfeld angelegt, bei dem individuelle Grabgestaltung zulässig ist. Außerdem dürfen im grünen Friedhof bodengleiche Grabumrandungen eingebaut werden, um ein Zuwachsen der Grabfläche mit Gras zu verhindern.


Vergabe im Stadtrat

Einwände gab es, als es darum ging, dass der Bürgermeister ermächtigt wird, die Aufträge zu erteilen. Man sollte das lieber im Bauausschuss behandeln, hieß es. Das sei ihm ja recht, meinte Helmut Blank. Er verwies aber auf die Ladungsfristen. Ganz deutlich wurde Klaus Schebler. Dann sei der knappe Zeitplan nicht zu halten. Schließlich einigten sich die Stadträte darauf, die Vergabe bei der Stadtratssitzung am 21. März durchzuführen. Bernd Hochrein hat bereits Angebote von Steinmetzen eingeholt. Die Arbeiten werden vom Bauhof ausgeführt. Spontan sagte er zu, bis zur Sitzung auch die Angebote für den Rollrasen einzuholen. Für seine Arbeit gab es vom 2. Bürgermeister Michael Kastl (CSU) ein Lob.
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