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Münnerstadt
Bereitschaft

Ein Arzt ist immer da

Die Diensthabenden werden wieder veröffentlicht. Die Information aus- schließlich über Telefon hat sich nicht bewährt.
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Dr. Gertrud Kuchler ist auch an den Wochenenden für Patienten da, wenn sie Dienst hat. Jetzt werden die Dienste der Bereitschaftsärzte wieder veröffentlicht.  Foto: Thomas Malz
Dr. Gertrud Kuchler ist auch an den Wochenenden für Patienten da, wenn sie Dienst hat. Jetzt werden die Dienste der Bereitschaftsärzte wieder veröffentlicht. Foto: Thomas Malz
Es ist schon nervig genug, wenn man in der Hotline-Warteschleife beispielsweise des eigenen Telefonanbieters festhängt. Richtig nervig wird es, wenn man außerhalb der Sprechzeiten einen Arzt braucht und man bei der Notdienstnummer 116 117 einfach nicht durch kommt. "Viele Patienten wenden sich mit ihren akuten Krankheiten nachts und am Wochenende daher direkt an die Kreisklinik", erklärt Dr. Martin Wünsch (Bischofsheim), Obmann der Dienstgruppe Bad Neustadt, zu der auch Münnerstadt gehört. "Die Ärzte dort sind aber in erster Linie für die stationären Patienten da, sie haben nicht die Zeit oder auch nicht die Möglichkeit, sich um die ambulanten Patienten zu kümmern", sagt die Münnerstädter Ärztin Dr. Gertrud Kuchler dazu. Das Ergebnis sind lange Wartezeiten und jede Menge Frust.

Gegen Erweiterung der Gruppe

"In dieser Situation ist von den Vorständen der kassenärztlichen Vereinigung vorgeschlagen worden, die Dienstgruppen Bad Neustadt, Bad Kissingen, Hammelburg und Bad Brückenau zu einer Dienstgruppe zu vereinen und an den Standorten Bad Neustadt und Bad Kissingen Notfallpraxen zu errichten, die dann reihum von den niedergelassenen Ärzten zu besetzen sind", so Dr. Martin Wünsch. Die Ärzte des Landkreises Rhön-Grabfeld mit Münnerstadt haben sich gegen eine so stark erweiterte Dienstgruppe entschieden. Schon jetzt umfasst die Bereitschaft etwa 50 Ärzte, erläutert Dr. Getrud Kuchler. Langfristige Planungen sind für sie derzeit ohnehin schwierig, weil sich durch den Verkauf der Kreisklinik Änderungen ergeben werden.

Feste Sprechstunde

"Es sei noch einmal klargestellt: Grundsätzlich ist für Notfälle immer ein Arzt in einer Arztpraxis erreichbar", betont Dr. Martin Wünsch. Es wird regelmäßig eine feste Sprechstunde angeboten, und zwar am Wochenende und an den Feiertagen von 9 bis 12 Uhr und von 17 bis 19 Uhr, sowie am Mittwoch und Freitag von 17 bis 19 Uhr.
Um die Situation für die Bevölkerung zu verbessern, wurde beschlossen, in Zukunft die jeweils Dienst habende Arztpraxis in der Presse und in den Medien zu veröffentlichen. Der Anruf bei der Vermittlungszentrale kann daher entfallen, und es kann jedermann schnell selbst herausfinden, wo er Hilfe finden kann.

Im Notfall 112

"Handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall wie z.B. Herzinfarkt, schweres Asthma, Schlaganfall oder schwerer Unfall informieren Sie bitte weiterhin die integrierte Leitstelle unter der bekannten Notrufnummer 112", ruft Dr. Wünsch die Patienten auf. Es werde dann der Notarzt und ein Rettungswagen mit Blaulicht zum Transport in die Klinik verständigt.
Falls jemand nicht transportfähig ist, wird unter der Telefonnummer 116 117 weiterhin der Fahrdienst-Arzt verständigt, der sich dann mit dem Betroffenen in Verbindung setzt. Man müsse dabei bedenken, dass der Fahrdienst-Arzt ein Gebiet von über 50 Kilometer Durchmesser zu betreuen hat. "Ärzte fahren in ihrem Dienst mitunter 400 bis 500 Kilometer in 24 Stunden." Es würden Hausbesuche wegen Rücken- oder Knieschmerzen, Schwindel oder weil kein Kfz zur Verfügung steht, angefordert. "Die Altersheime rufen häufig bei unkomplizierten Temperaturerhöhungen, Prellungen oder weil ein Medikament ausgegangen ist, den Fahrdienst. Und dann ist der Ärger groß, wenn es lange dauert, bis der Arzt kommt." Das könne vermieden werden. "Dann hat der Arzt auch wieder Zeit für seine Patienten", so Martin Wünsch.
Für die Patienten lohnt es sich auf jeden Fall, rechtzeitig vor dem Wochenende den eigenen Hausarzt aufzusuchen, der sie kennt. Viele kleine "Notfälle" könnten so im Vorfeld vermieden und eventuelle Medikamente rechtzeitig beschafft werden.

Des einen Glück...

Dr. Gertrud Kuchler ist auch nicht gerade glücklich darüber, dass das Gebiet so groß ist, es reicht von Bischofsheim bis Sulzdorf an der Lederhecke. "Mal haben die Bischofsheimer Glück, mal die Münnerstädter", sagt sie. Sie findet es gut, dass jetzt der Dienst habende Arzt wieder veröffentlicht wird. Da wissen die Patienten gleich, wo sie hin müssen.


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