Rannungen

Die gute Stube nimmt Gestalt an

Das aufwändige Großprojekt Gemeindezentrum hält den Rannunger Gemeinderat gehörig in Atem.
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Bürgermeister Fridolin Zehner hat auf dem Schul- und Kirchhof mögliche Pflastervarianten auflegen lassen. Foto: Werner Vogel
Bürgermeister Fridolin Zehner hat auf dem Schul- und Kirchhof mögliche Pflastervarianten auflegen lassen. Foto: Werner Vogel
Da rauchte den Gemeinderäten ganz schön der Kopf. Mehr als fünf Stunden beschäftigten sie sich mit dem Rannunger Großprojekt Gemeindezentrum. Immerhin konnten einige strittige Fragen geklärt, Festlegungen getroffen und dem Architekten ein dickes Paket von Anregungen mitgegeben werden.
Zu später Stunde hielt Gemeinderat Harald Klopf den PC-Stick in die Höhe: "Da haben wir alles zusammengetragen, was der Arbeitskreis an Ideen erarbeitet hat". Aber er fand kaum Gehör. "Weitere Details besprechen wir in der nächsten Sitzung", war die überwiegende Meinung. Zuviel an Informationen, Vorschlägen und Änderungen war in der informellen Zusammenkunft mit Verantwortlichen der Kirche, um die das Gemeindezentrum entsteht, unmittelbar vor der Sitzung im Pfarrheim angesprochen, diskutiert und teilweise auch wieder verworfen worden. Schon zwei Stunden hatte Architekt Johannes Hahn den Räten, der Kirchenverwaltung, dem Pfarrgemeinderat und Kirchenpfleger Joachim Markert den zwei Tische großen Plan erläutert.


Andres integrieren

Zwischen Kirchenvorplatz, dem Umgriff der Kirche, Alter Schule und Rathaus entsteht unter dem Planansatz Gemeindezentrum so etwas wie die gute Stube von Rannungen. Neue Gebäude wie ein Heimatmuseum, ein Jugendheim und ein Lager für die Kirche sollen integriert, der Spielplatz einbezogen und das Rathaus mit Musikerheim neu gestaltet werden. Vor allem der Schul- und Kirchhof, zentral gelegen und doch abseits des Verkehrs, führt als asphaltierter Parkplatz bisher ein eher tristes Dasein.
Architekt Johannes Hahn gestaltet nicht den ersten Kirchplatz, aber das Rannunger Projekt hat's in sich, weil eben auch Kirchenstiftung, Pfarrei und Diözese mitreden, man auf diverse Fördertöpfe wie angewiesen ist, den Anforderungen des Amtes für ländliche Entwicklung und Städtebauförderung Rechnung tragen muss und Mitwirkung der Allianz "Schweinfurter Oberland" erhofft.


Zweite Treppe überflüssig

Geduldig erklärte der Planer geländeabhängige Wegeführungen, gestalterische Möglichkeiten, erfuhr, dass eine einst vehement geforderte zweite Treppe nun doch nicht gebraucht wird, dass die schon verworfene weitere Bushaltestelle wieder ein Thema ist, dass aufgrund der doch beachtlichen Dachflächen eine größere Zisterne sinnvoll sei und der Brunnen vor dem Rathaus in die Planungen einbezogen werden soll. Auch den Vorschlag "Wenn schon alles aufgegraben wird, sollte der Keller des Rathauses trockengelegt werden um ein Archiv dort einzurichten" nahm Hahn mit.


Verschiedene Fördertöpfe

Erfreut erfuhr Bürgermeister Fridolin Zehner, dass "das Tiefbauprojekt überraschend schnell genehmigt worden ist". Yvonne Seufert fragte nach: "Warum ist der Antrag für die neu zu errichtenden Gebäude nicht gleichzeitig gestellt worden?" Es mache doch keinen Sinn, über neu verlegte Platten mit Lkw zu fahren, um die Hochbauten zu errichten. Hahn verwies auf die getrennten Fördertöpfe, beruhigte die Gemüter aber mit der Feststellung, dass dem problemlos Rechnung getragen werden könne und der "ELER" Antrag für "Hochbau lokale Basisdienstleistungen" bis 31.3.2017 gestellt sein muss, vorher aber nicht begonnen sein darf. Bis dahin sei die Grobplanung fertig. Den festgelegten Zeitrahmen von zwei Jahren sieht der Architekt nicht gefährdet. Gestalterische Festlegungen wie verschiedene Ausführung der Pflasterungen, Steinmuster, Lampen wurden auf die nächste Sitzung vertagt. Statt Granit -"der kommt immer aus China-" schlägt Hahn einheimischen Muschelkalk vor und findet damit einhellige Zustimmung.


Kritik ist überzogen

Trotz fortgeschrittener Zeit befasste sich das Gremium mit den alltäglichen Sorgen Rannunger Bürger. Bürgermeister Zehner informierte über seiner Meinung nach völlig überzogener Kritik am Winterdienst, den eine private Firma im Auftrag der Gemeinde durchführt. Das sah man mehrheitlich auch so und regte an, im Informationsblatt dazu Stellung zu nehmen.
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