Münnerstadt

Die Sprachen zweier Künstler

Am Sonntag wird die Ausstellung "Malerei - Skulptur" von Heinz Altschäffel und Norbert Kleinlein im Abteigebäude von Maria Bildhausen eröffnet.
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Eine kurze Pause beim Bespielen des Abteigebäudes gönnen sich (von links) Norbert Kleinlein, Heinz Altschäffel und Thomas Pfarr.
Eine kurze Pause beim Bespielen des Abteigebäudes gönnen sich (von links) Norbert Kleinlein, Heinz Altschäffel und Thomas Pfarr.
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"Ich greife einfach Themen auf, die mich beschäftigen und versuche, sie mit meiner künstlerischen Sprache umzusetzen", sagt Norbert Kleinlein. "Das ist keine Skulptur, die man sich ins Wohnzimmer stellt, aber ein Künstler hat auch eine andere Aufgabe." Was Norbert Kleinlein da beschreibt, hat er "Der lange Weg" genannt. Es besteht aus einem Gefährt, das sich nach vorne und hinten bewegt, das keine Ruhe findet, es gibt keinen Anfang und kein Ende. Es zeigt, dass keine Heimat da ist für viele Menschen, die dann auch noch in einem trostloses Camp untergebracht werden.


Zyklus aus rund 15 Bildern

Farbenfroh ein rund 15 Gemälde umfassender Zyklus von Heinz Altschäffel, in denen er er in Italien gesammelte Eindrücke von Landschaften und Figuren in Öl auf Leinwand gebannt hat. Auf den ersten Blick ist jedes Bild ähnlich, es ist aber doch ein Unikat. Kopien gibt es nicht. Er fertigt Zeichnungen in Italien an, mehr nicht. Die landschaftlichen und figürlichen Eindrücke setzt er dann zuhause um. Heinz Altschäffel erklärt seine Gemälde nicht, lässt dem Betrachter freien Raum. Dazu gehört auch, dass er seinen Werken niemals Titel gibt. "Sonst wird der Betrachter von mir festgelegt." Der soll die Sprache der Bilder auf seine Weise verstehen. Die Signatur auf den Gemälden muss man fast mit der Lupe suchen, manchmal ist sie auch gar nicht vorhanden. Heinz Altschäffel legt darauf keinen besonderen Wert. Das muss er auch nicht, die Gemälde sind unverkennbar Altschäffel.


Auch fürs Wohnzimmer

Das sind zwei der Werke, die ab Sonntag im Kloster Maria Bildhausen zu sehen sein werden. Es sind natürlich viel mehr - und darunter auch eine Menge, die man sich durchaus ins Wohnzimmer stellen oder hängen kann. Auf die Anzahl aber kommt es nicht an. "Manchmal lohnt es sich für eine Arbeit eine Ausstellung zu besuchen", weiß Thomas Pfarr, von der gleichnamigen Galerie im Heimatspielhaus, der der künstlerische Partner der Koster-Akademie ist. Wenn das so ist, dann lohnt sich der Besuch der Ausstellung im Abteigebäude natürlich gleich mehrfach.


Freundschaftlich verbunden

Die drei Künstler kennen sich bestens. "Es ist für mich eine Auszeichnung, für die Herren Kleinlein und Altschäffel zu arbeiten", meint Thomas Pfarr, der das Förmliche dann aber gleich wieder sein lässt. "Es verbindet uns eine Freundschaft." Werke beider Künstler sind in seiner Galerie im Heimatspielhaus zu finden und beide waren bei verschiedenen Ausstellungen dabei, darunter bei der viel beachteten in der Alten Mühle in Maria Bildhausen in den Jahren 2009 und 2010. Damals hatten die bekanntesten zeitgenössischen Künstler Unterfrankens in den Räumen ausgestellt, in denen früher das Mehl gemahlen und gelagert wurde. "Das war ein wunderbares Umfeld", sagt Norbert Kleinlein, und Heinz Altschäffel fügt einfach nur "prima" hinzu.


Eine Herausforderung

Dagegen ist die Installation der Kunstwerke im Abteigebäude nicht ganz so leicht. Heinz Altschäffel hadert ein wenig mit den Fensterläden und der Galerie, die in halber Höhe rund um den Raum führt. "Den Raum zu bespielen ist nicht einfach, es ist eine Herausforderung", meint auch Norbert Kleinlein und Thomas Pfarr ergänzt: "Wir nehmen die Herausforderung an, Kunst braucht Raum und wir haben einen gefunden." Also machen sich die drei Künstler wieder ans Werk. Es müssen noch einige teils großflächige Skulpturen und Gemälde einen geeigneten Platz finden.


Kein Widerspruch

Ab Sonntag wird es also erneut im historischen Klostergelände eine Ausstellung mit zeitgenössischer Kunst geben. Gerade dieser scheinbare Widerspruch macht den besonderen Reiz aus, ist wohl mit verantwortlich für die Erfolge. Und daran wird "Malerei - Skulptur" mit Sicherheit anknüpfen können.
Es mag sein, dass zeitgenössische Kunst in den Großstädten eine größere Akzeptanz hat, als im ländlichen Raum. Deshalb setzen die Kloster-Akademie Maria Bildhausen und Thomas Pfarr Akzente, die den hiesigen ländlichen Raum zu etwas Besonderem machen. Der Erfolg gibt ihnen Recht.

Heinz Altschäffel wurde 1934 in Schweinfurt geboren, von 1955 bis 1957 besuchte er die Kunsthoschschule Würzburg, danach die Akademie der Bildenden Künste München und anschließend bis 1964 die Akademie der Bildenden Künste Nürnberg. Seither ist er freischaffender Künstler. 2011 erhielt er den Kulturpreis des Bezirks Unterfranken. Ausgestellt hat er unter anderem in Worms, KIeve. Stuttgart, München, Erlangen, Bayreuth, Schweinfurt, Marburg, Aschaffenburg, Würzburg, Darmstadt, Regensburg, Nürnberg und in Wechterswinkel. Hinzu kommen zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem auch in der Alten Mühle in Maria Bildhausen in den Jahren 2009 und 2010.

Norbert Kleinlein wurde 1945 in Burgellern bei Bamberg geboren, aufgewachsen ist er in der Domstadt. Von 1961 bis 1963 studierte er an den Werkskunstschulen in Würzburg und Augsburg, 1963 schloss er eine Bildhauerlehre an. Der seit 1970 freischaffende Künstler, der seit langem in Schweinfurt lebt, erhielt unter anderem den Bayerischen Förderpreis für Bildhauer und mehrere Stipendien im In- und Ausland, Ausgestellt hat Norbert Kleinlein unter anderem in Würzburg, Stuttgart, Nürnberg, Augsburg, Darmstadt, Freiburg, Schweinfurt, Omaha (USA), Potsdam, Marburg, Siegen, Lindau, Bamberg und Erlangen. Zu seinen zahlreichen Gruppenausstellungen zählt ebenfalls Maria Bildhausen.

Ausstellung Die Vernissage zur Ausstellung Malerei - Skulpturen findet am Sonntag, 10. April, um 14 Uhr im Abteigebäude des Klosters Maria Bildhausen statt. Veranstalter ist die Kloster-Akademie in Zusammenarbeit mit der Galerie Thomas Pfarr im Heimatspielhaus. Bis zum 1. Mai ist die Ausstellung geöffnet von Mittwoch bis Samstag von 13 bis 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr. tm
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