Münnerstadt
Abriss

Die Klosterbrauerei ist Geschichte

Stück für Stück wird das Gebäude im Klosterareal abgerissen. Die Carl-von-Heß'sche-Sozialstiftung baut an der Stelle zehn bis zwölf Wohnungen.
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Georg Schreiner auf dem riesigen Schuttberg.  Foto: Thomas Malz
Georg Schreiner auf dem riesigen Schuttberg. Foto: Thomas Malz
Der Bagger steht auf einem riesigen Schuttberg und wühlt sich immer weiter. In drei Monaten wird von der früheren Klosterbrauerei nichts mehr übrig sein. "Es läuft alles planmäßig ab", sagt Georg Schreiner. Der Inhaber der beauftragten Baufirma hat eigens für den Auftrag den Maschinenpark erweitert und sich eine Abriss-Schere zugelegt.


Seite 1381 belegt

Auch wenn das Gebäude erst Mitte des letzten Jahrhunderts errichtet worden war und der Zahn der Zeit deutliche Spuren hinterlassen hat, so wird der Abriss der Klosterbraurei von vielen Münnerstädtern mit einem weinenden Auge betrachtet, weil damit eine uralte Tradition stirbt. Bierbrauen im Kloster ist seit 1381 belegt. Allerdings hatten die Augustiner die Brauerei die letzten Jahrzehnten verpachtet. Der Brauereibetrieb ist bereits 2011 endgültig eingestellt worden. Im Jahr 2015 hat dann die Carl-von-Heß'sche-Sozialstiftung, die seit ein paar Jahren das Juliusspital einschließlich des Betreuten Wohnens im Haus St. Michael betreibt, große Teile des Klosterareals zugestiftet bekommen, einschließlich der Brauerei und der ehemaligen Abfüllanlage, wo zuletzt eine Motorradwerkstatt ihr Domizil hatte.


Keine Probleme

Obwohl die Mauern wegen der großen Lasten, die sie zu tragen hatten, sehr stabil sind, hat die Baufirma keine Probleme. Jedenfalls nicht im oberirdischen Teil. Bekannt ist, dass die Kellerwände sehr massiv sind und dort auch ein Arm der Lauer entlang läuft. "Das ist dann Sache des Architekten", sagt Georg Schreiner. Der werde sich der Angelegenheit annehmen.
Auf große Schätze oder gar versteckte Biervorräte sind die Arbeiter noch nicht gestoßen.Auf ganz kleine aber schon. Norbert Schreiner, der ebenfalls beim Abriss beteiligt ist, holt einen Maßkrug aus Steinzeug und eine alte Flasche mit Bügelverschluss hervor. Die hat jemand schon vor langer Zeit ausgetrunken.
"Zehn bis zwölf Wohnungen werden entstehen", sagt der Stiftungsvorstand der Carl-von-Heß'schen-Sozialstiftung, Marco Schäfer. Das werde sich in den nächsten Tagen entscheiden. Er bestätigt, dass im Erdgeschoss eine Arztpraxis einziehen wird.
Der neuen Wohnungen werden dem Betreuten Wohnen im Haus St. Michael angegliedert. Dieser Bereich des Juliusspitals ist so beliebt, dass es eine Warteliste gibt. Die könne man mit dem Neubau abbauen, sagt Marco Schäfer, dann seien auch noch ein paar Wohnungen frei für neue Interessenten.


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