Münnerstadt
Ausbildung

Die Freundschaft hält bis heute

Dominik Schneider hat im Alter von zehn Jahren seine ersten Versuche mit der Trompete in der Städtischen Musikschule begonnen. Jetzt war der 23-Jährige Jahrgangsbester beim Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr.
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Der ehemalige Schüler Dominik Schneider (links) und der Leiter der Städtischen Musikschule, Thomas Reuß, spielen zusammen im großen Proberaum. In diesen Räumen hat vor 13 Jahren alles begonnen.  Foto: Thomas Malz
Der ehemalige Schüler Dominik Schneider (links) und der Leiter der Städtischen Musikschule, Thomas Reuß, spielen zusammen im großen Proberaum. In diesen Räumen hat vor 13 Jahren alles begonnen. Foto: Thomas Malz
Die beiden Musiker sind gut miteinander vertraut. Thomas Reuß, der Leiter der Städtischen Musikschule Münnerstadt und sein ehemaliger Schüler Dominik Schneider kennen sich schließlich schon seit 13 Jahren. Damals hat Thomas Reuß dem Münnerstädter geholfen, einer Trompete die ersten Töne zu entlocken. Kürzlich ist er mit einem Durchschnitt von 1,1 Lehrgangsbester im Ausbildungsmusikkorps der Bundeswehr geworden. Der Musikfeldwebel macht weiter bis zum Bachelor of Music.


Zwei Musiker, eine Trompete

"Ich kann mich erinnern, als wäre es gestern gewesen", sagt Thomas Reuß. In seinem Zimmer standen der damals zehnjährige Dominik, sein Zwillingsbruder Daniel und die Oma der beiden Jungs. So ganz genau weiß es Dominik Schneider heute nicht mehr, wie alles angefangen hat. Aber: "Wir haben jemanden Trompete spielen hören und wollten das auch lernen", erinnert er sich. Das Problem: Die beiden Neu-Musiker hatten nur eine Trompete dabei. "Es gab immer viel Streit um das Instrument."
Das hatten sich spätestens erledigt, als Dominik zum Tenorhorn wechselt. Auch sein Bruder probierte sich an einem neuen Instrument: der Tuba. "Es war doch klar, dass er ein noch größeres nehmen musste", blickt Dominik lachend zurück. Der Grund für den Wechsel war übrigens bei beiden ein ganz einfacher: Sie hatten Zahnspangen bekommen, da ließen Instrumente mit größeren Mundstücken einfach besser spielen. Sie sind beide dabei geblieben.


Abitur in Münnerstadt

Münnerstadt bietet viele Möglichkeiten, sich musikalisch zu betätigen. So spielte Dominik Schneider unter anderem im Jugendblasorchester und in der Bigband des Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasiums mit, wo er sein Abitur ablegte. Danach ging es direkt zur Bundeswehr, bei der er sich für zwölf Jahre verpflichtet hatte. Nach einer zweijährigen musikalischen Grundausbildung und einem zweijährigen Studium beim Ausbildungsmuskkorps der Bundeswehr in Düsseldorf hat er die erste Stufe seiner Ausbildung abgeschlossen. Er ist jetzt Musikfeldwebel. Die Ausbildung sei vergleichbar mit dem früheren Kurssystem am Gymnasium, nur dass es für ihn nur einen einzigen Leistungskurs gegeben hat: Tenorhorn. Mit 15 Punkten hat er das Maximum herausgeholt. In allen Fächern hat er die Höchstpunktzahl erhalten, bis auf eins: "In Musikwissenschaften habe ich nur eine 2,0 bekommen. " Mit dem Gesamtdurchschnitt von 1,1 war er der beste seines Jahrgangs.


Enge Kontakte nach Münnerstadt

Inzwischen führt er sein Studium beim Luftwaffenmusikkorps in Münster fort. In knapp zwei Jahren wird er sich Bachelor of Music nennen dürfen. Auch wenn die Ausbildung bei der Bundeswehr Dominik Schneider in die Ferne verschlagen hat, so hält er doch sehr enge Kontakte nach Münnerstadt, wohin er nach den zwölf Jahren auch unbedingt wieder zurückkehren will. Etwa aller vier Wochen schafft er es, an die Lauer zu Familie und Freunden zu kommen. Und sollte gerade ein Konzert der Bigband, ein Auftritt des Jugendblasorchesters oder das Weihnachtsblasen der Städtischen Musikschule anstehen, dann ist der Profi-Musiker natürlich dabei.
Sein Bruder Daniel ist übrigens den zivilen Weg gegangen, studiert in Weimar Musik und hat im Hasuptfach "Tuba" natürlich eine 1,0.
Thomas Reuß, der auch noch gar nicht so lange Leiter der Städtischen Musikschule war, als die beiden Schneiders zu ihm kamen, ist natürlich stolz auf die beiden Musiker. Sie gehören einer ganze Gruppe ausgezeichneter Musiker an, die gemeinsam gespielt haben. Lukas Eckert gehört dazu, Felix Geßner und auch Patrick Schläger, zählt Thomas Reuß auf.


Gutes Verhältnis

"Mit Thomas war das immer ein sehr gutes Verhältnis", resümiert Dominik Schneider. Er habe es ihm und der Städtischen Musikschule zu verdanken, dass er so weit gekommen ist. Denn der junge Musiker hat erhebliche Zweifel daran, dass er bei seinem Hobby geblieben wäre, wenn es die Schule nicht gäbe und er zu jeder Musikstunde nach Bad Kissingen hätte fahren müssen.
Auf die Frage, ob er es war, der vor 13 Jahren die beiden Buben bei ihren ersten musikalischen Gehversuchen begleitet hat, meint Thomas Reuß: "Ich hatte das Vergnügen."

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