Münnerstadt
Karriere

Der lange Weg zum Musik-Profi

Die Münnerstädterin Elena Beer tritt mit ihrem Chor "vocalis ensemble dresden" in der Stadtpfarrkirche Münnerstadt auf. Im Alter von vier Jahren hat sie mit Klavierspielen begonnen.
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Das Foto zeigt Elena Beer in Dresden. Jetzt kommt sie für ein Konzert nach Münnerstadt zurück.  Foto: Hessel
Das Foto zeigt Elena Beer in Dresden. Jetzt kommt sie für ein Konzert nach Münnerstadt zurück. Foto: Hessel
Die Strecke über den Altstadtweg am Dicken Turm vorbei zur Klavierstunde oder später zum Kirchenchor, die Klein-Elena bereits mit vier Jahren wöchentlich ein- bis zweimal bewältigte, war von der Strecke her - wie in Münnerstadt üblich - nicht weit. Anfangs in Mutters Begleitung, später emsig und ehrgeizig mit dem Fahrrad fand sie die Unterrichtszeit in der Musikschule oder bei Barbara Moritz am Anger äußerst spannend und beglückte das traute Heim der Familie mit immer klareren und saubereren Übungstönen am Klavier.
Den langen Weg jedoch, zu einer examinierten Chorleiterin hat die heute 28-jährige selbst gepflastert. "Die Überlegungen kurz vor dem Abitur, welche Talente ich in der Zukunft weiter entwickeln möchte, konnten nur zur Musik führen. Über die Kinder- und Jugendjahre hinweg haben mich in Münnerstadt Bernd Hammer, Barbara Moritz, sowie Henrike und Peter Rottmann am meisten geprägt", so erinnert sich Elena Beer .

Im Kinderchor gesungen

Selbstverständlich "musste" das musikalische Talent in den Kinder- und Jugendchor aufgenommen werden, welchen Henrike Rottmann Anfang der neunziger Jahre in der katholischen Kirchengemeinde St.Maria Magdalena ins Leben gerufen hatte. Die Begeisterung war groß, denn die Kinder bekamen eine fundierte Ausbildung ihrer Stimmen geboten. Während viele Mitsängerinnen mit dem kritischen Alter das Interesse verloren, nutzte Elena Beer für ihre weitere Entwicklung der Gesangstechnik den Chor "Ensemble Vokal" unter der Leitung von Peter Rottmann. Bis 2006 blieb sie dem bis heute sehr erfolgreichen Münnerstädter Klangkörper treu.
Bereits 2004 wechselte Elena Beer nach dem Abitur am Johann-Philipp-von-Schönborn-Gymnasium zu einer umfassenden musikalischen Grundausbildung an die Berufsfachschule für Musik in Bad Königshofen. Das Klavier und als 2. Instrument das Cello sollten der Grundstein für das Studium der Schulmusik werden, welches ab 2006 zuerst in Mannheim an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst begann, dann später an der Hochschule für Musik in Würzburg bis 2011 erfolgreich fortgesetzt wurde.

Beachtete Examensarbeit

Sichtbarstes Ergebnis ihres engagierten Studiums war die in Fachkreisen sehr aufmerksam aufgenommene Examensarbeit über " Mimik und Gestik im Dirigieren". Ihr Professor A.C. Lehmann hatte sie auf der "chor.com 2012" in Dortmund dem interessierten Fachpublikum vorgestellt. Mit dem Diplom als Lehrerin wollte sich Elena Beer jedoch nicht zufriedengeben.
Hatte sie noch so nebenbei als Zweitfach ein Französisch-Studium an der Julius-Maximilian-Universität zu Ende gebracht, war es in der Folge ihr erklärter Wille, das Studium für Chor- und Orchesterleitung an der anerkannten Hochschule für Musik Carl Maria von Weber in Dresden bei Professor Hans-Christoph Rademann und Prof. Steffen Leißner anzuschließen. Wieder zeigte ihre Daseinsdevise "Ich kann mehr!" deutliche Spuren.
Elena Beer in der Nachbetrachtung: "Nach Würzburg wollte ich der Freunde wegen, die ich in Mannheim vermisst habe. Für Dresden sprach eindeutig die Klasse von Professor Hans-Christoph Rademann."
In Würzburg an der Musikhochschule war sie Mitglied des Kammerchores unter der Leitung von Prof. Jürgen Straube, sowie des Jazz-Chores , geleitet von Martin Platz. Selbstverständlich begleitete sie verschiedene Uraufführungen der Kompositionsklasse in Würzburg.
In der Würzburger Dommusik agierte sie als Sängerin in der Jugendkantorei, im Domchor und im Kammerchor unter der Leitung von Domkapellmeister Prof. Martin Berger und wirkte unterstützend als dessen Probenvertretung bei den Konzerteinstudierungen.
Aktuell betreut sie als Leiterin die ökumenische Kantorei in Dresden-Trachenberge und als 2. Dirigentin den Polizeichor Dresden.
Elena Beers ganzer Stolz ist jedoch das "vocalis ensemble dresden". 2012 übernahm sie als künstlerische Leiterin den achtstimmigen Chor, der sich 2007 als Verbindung aus Hochschulchor und Mitgliedern des Chores der Kreuzkirche zusammengeschlossen hatte. Sie schaffte es in kürzester Zeit, den Chor nach einer längeren Ruhephase wieder an alte Erfolge anknüpfen zu lassen. Höhepunkt dieser Energieleistung war im vergangenen Sommer die Produktion einer eigenen CD "Cantate Domino". Immer stärker wurde bereits im vergangenen Jahr die Leistung der jungen Stimmen aus Dresden nachgefragt. Vor allem in Ostdeutschland ist der Chor ständig zu Konzerten unterwegs.
Elena Beer hat inzwischen mit sehr gutem Erfolg den Großteil ihres Studiums hinter sich gebracht und es ist abzusehen, dass sie das "vocalis ensemble dresden" bald in andere Hände übergeben wird. Das Management des Chores konnte in Verbindung mit Regionalkantor Peter Rottmann dem Wunsch der ehemals kleinen Münnerstädter Musikschülerin Elena entsprechen und einen Auftritt zum Ende der Deutschland-Tour in ihrem "Mürscht" realisieren.
Elena Beer und das "vocalis ensemble dresden" werden am Dienstag, 29. Juli, um 19.30 Uhr in der Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena in Münnerstadt zu erleben sein.

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