Münnerstadt
Stadtrat

Der Rücktritt ist nun amtlich

Einstimmig sind jetzt die vier im April zurückgetretenen Verwaltungsräte von Kultourismus vom Stadtrat entpflichtet worden.
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Nach der Rücktrittserklärung im April packten die vier Verwaltungsräte Thomas Meckel, Michaela Wedemann, Hans Beudert und Klaus Schebler (von rechts) ihre Sachen zusammen. Bürgermeister Helmut Blank (links) ist weiter Vorsitzender.  Foto: Thomas Malz
Nach der Rücktrittserklärung im April packten die vier Verwaltungsräte Thomas Meckel, Michaela Wedemann, Hans Beudert und Klaus Schebler (von rechts) ihre Sachen zusammen. Bürgermeister Helmut Blank (links) ist weiter Vorsitzender. Foto: Thomas Malz
Jetzt ist es amtlich: Der Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens "Kultourismus im Schloss" besteht derzeit nur noch aus dem Vorsitzenden Helmut Blank. Bereits im April waren Klaus Schebler, Thomas Meckel, Michaela Wedemann und Hans Beudert unmittelbar nach einer Stadtratssitzung zurückgetreten. Dieser Schritt musste aber noch vom Stadtrat bestätigt werden, was jetzt geschehen ist. Zuvor aber fielen derbe Worte.


Angriffe im Stadtrat

Dem Rücktritt im April voraus gegangen war eine Stadtratssitzung, bei der seitens der "Opposition" schwere Vorwürfe gegen die Verwaltungsräte erhoben wurden. Leo Pfennig (fraktionslos) beispielsweise sprach von "skandalösen" Verhältnissen, weil über Jahre keine Prüfung durch einen Wirtschaftsprüfer stattgefunden hatte. Außerdem wurden unter anderem steigende Personalkosten bei Kultourismus heftig kritisiert. In den Tagen darauf traten dann die vier Verwaltungsräte zurück und begründeten diesen Schritt auch. Die drei Stadträte Thomas Meckel (CSU), Klaus Schebler (Neue Wege) und Michaela Wedemann (CSU) sahen das Ehrenamt mit Füßen getreten, eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sei wegen der schweren Vorwürfe nicht mehr möglich.
Hans Beudert, einziger Nicht-Stadtrat, legte sein Amt nieder, weil die Zerrissenheit im Stadtrat immer mehr Einfluss auf die Arbeit von Kultourismus genommen habe. Es sei nicht gut zu heißen, dass die Mitarbeiter des Kommunalunternehmens für die Grabenkämpfe instrumentalisiert werden sollen.


Kritik an "Machenschaften"

Er habe sich sehr intensiv mit den Prüfberichten von Kultourismus befasst, eröffnete Dieter Petsch (Forum aktiv) bei der jüngsten Stadtratssitzung die Diskussion zu dem Tagesordnungspunkt. Er habe sich sicher mehr damit befasst als viele andere im Raum, bekräftigte er, weshalb der Wirtschaftsprüfer Dr. Heinrich Schule auch jede seiner Fragen mit Ja beantwortet habe. Deshalb kritisierte Dieter Petsch heftig, dass Thomas Meckel in seiner Rücktrittserklärung "Machenschaften" ins Feld geführt hatte.
Auf Nachfrage verlas Bürgermeister Helmut Blank zunächst die vier Stellungnahmen zum Rücktritt. Andreas Trägner (Freie Wähler) rechnete daraufhin für seine Fraktion, für Forum aktiv, für die SPD und für Leo Pfennig (fraktionslos) mit den Rücktritten ab und verlas seinerseits eine Erklärung.


Kein Verständnis

Die von den vier Verwaltungsräten dargelegten Gründe für ihren Rücktritt halten die drei Fraktionen und Leo Pfennig für nicht überzeugend, heißt es darin. "Sachlich ausgetragene unterschiedliche Standpunkte im Stadtrat rechtfertigen es nicht, sich aus einem Ehrenamt zurückzuziehen." Und weiter: "Insbesondere weisen wir aufs Schärfste den Vorwurf von Herrn Stadtrat Meckel zurück, bei unseren Fragen und Diskussionsbeiträgen in der Sitzung vom 18. April habe es sich um ,Machenschaften' gehandelt." Man habe auch kein Verständnis für die Äußerung, dass das Ehrenamt mit Füßen getreten worden sei.
Der Umstand, dass die notwendigen Prüfberichte dem Stadtrat nicht vorgelegen worden sind, sei keine "Kleinigkeit", wie es Thomas Meckel formuliert hatte, "dies würde in jedem anderen Wirtschaftsunternehmen zu erheblichen Konsequenzen führen", trug Andreas Trägner vor. In der Stellungnahme wird darauf hingewiesen, dass der Wirtschaftsprüfer das Versäumnis uns die möglichen Folgen bestätigt habe. "Insoweit ist es verwunderlich, dass die Verwaltungsratsmitglieder versuchen, von eigenen Versäumnissen abzulenken."
Dann wurde es wieder ganz persönlich: "Nicht nachvollziehen können wir das Verhalten von Frau Wedemann, die als Rechnungsprüfungsausschuss-Vorsitzende nicht aktiv geworden ist, obwohl das Fehlen der Jahresabschlüsse und der Prüfberichte mehrmals angemahnt worden ist." Klaus Schebler habe in einer persönlichen Gesprächsrunde andere Gründe für seinen Rücktritt genannt, als die in seiner Erklärung. Dass Verwaltungsratsvorsitzender Helmut Blank die Verwaltungsräte unzureichend informiert habe, wodurch es zu erheblichen Versäumnissen gekommen sei, könne nicht dem Stadträten angelastet werden, die schon lange zuvor Fragen gestellt hätten.


Personelle Erneuerung

"Gleichwohl", so verlas Andreas Trägner weiter, "stimmen wir der Entpflichtung der Verwaltungsräte Frau Wedemannn, Herrn Schebler, Herrn Meckel und Herrn Beudert zu, weil dadurch der Weg für eine personelle Erneuerung des Kommunalunternehmens freigemacht wird." Danach wurden die vier Verwaltungsräte einstimmig entpflichtet.


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