Maria Bildhausen
Konzert

Der Erfolg gibt Mut zur Weiterführung in Maria Bildhausen

Ein volles Hauses beim zweiten Konzert in Maria Bildhausen ist eine gute Basis für weitere Konzertangebote 2017.
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Radka Loudova-Remmlers und Peter Rottmann begeisterten bei "Klassik im Grünen" in Maria Bildhausen. Foto: Hartmut Hessel
Radka Loudova-Remmlers und Peter Rottmann begeisterten bei "Klassik im Grünen" in Maria Bildhausen. Foto: Hartmut Hessel
Ein Wunder war es nicht mehr, als sich Michael Nowotny, stellvertretender Gesamtleiter von Maria Bildhausen, in seinen Begrüßungsworten zu der neuen Reihe "Klassik im Grünen" als Fortsetzungsgeschichte bekannte.


Wirkungsvolle Akustik

Dem aufmerksamen Publikum wurden weitere Besuche durch gut aufgelegte Künstler des Konzertes "Belcanto" leicht gemacht. Die Sopranistin Radka Loudova-Remmler begleitete der künstlerische Leiter der Reihe, Peter Rottmann, an der Truhenorgel. Der wirkungsvollen Akustik des Gartenpavillons passten sich der Bad Kissinger Organist und die Volkacher Sängerin vom ersten Ton an. Die gefühlvollen, meist begleitenden Klänge aus der kompakten Orgel waren Hauptbestandteil einer Darbietung, die reich an stimmlicher Qualität war und Neulinge unter den Besuchern zu weiteren Fans von Radka Loudova- Remmler werden ließen.

Peter Rottmann brachte vier Stücke als Solist in das Konzert des "schönen Gesangs" ein, einmal die Suite in g-Moll von Domenico Zipoli (1688-1726), die Sonaten in C- , in B- und in F-Dur von Andrea Lucchesi (1706-1785), das "Concert des Flútes" von Guillaume Lasceux (1740-1831).Im ersten Teil ihres Vortrags blieb Radka Loudova Remmler bei der Lieblingsmusiksprache Italienisch, um heitere, feurige und auch tragisch-komische Liebeslieder zum Besten zu geben.


Mimischer Sopran

Freundlicherweise hatte das Programmblatt den Text in Deutsch vorgegeben, so dass es dem Publikum leicht ums Herz wurde, wenn der mimische Sopran das eine oder andere Augenzwinkern zu den Zuhörern sendete.
Kompositionen aus dem 17. und 18. Jahrhundert von Antonio Caldara, Guiseppe Giordani, Giovanni Paisiello und Alessandro Scarlatti waren zu hören und verdienten dank einer blendend aufgelegten Sopranistin den vehementen Applaus.

Einzigartig war die "Ein-Wort-Arie" "Alleluja" von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), auf dessen intensive Interpretation des christliches Jubelgesangs der Komponist bestimmt stolz gewesen wäre.


Romantisches Gefühl.

Zum zweiten Teil des Konzertabends im Klostergarten-Pavillon gab das Kerzenlicht der Sängerin nicht nur funktional mehr Einsicht auf dem Notenblatt, sondern verlieh den Liedern ein vermehrt romantisches Gefühl. Ob es die gesungene Geschichte eines italienischen Volksliedes "Lässt sich Amor bei euch schauen" oder die Feststellung "... denn einmal lebt man nur" aus der "Landlust" von Joseph Haydn war, das Publikum zeigte deutlich seine Zuneigung.

Richtig treffend zum ländlichen Veranstaltungsort kam die Darbietung von drei Stücken von Franz Schubert an: "Das Erntelied" , sowie anschließend ein Gedicht von Johann Wolfgang v. Goethe , "Liebhaber in allen Gestalten" und später als eine von zwei Zugaben "Im Abendrot".

Eine bessere Beschreibung Maria Bildhausen konnte man an diesem Abend musikalisch nicht bekommen. Die Beschaulichkeit am Abend nach getaner Arbeit, Radka Loudova-Remmlers Stimme und Peter Rottmanns einfühlsame Begleitung fanden dann doch nur deshalb ein Ende, weil selbst der Kerzenschein für das Lesen zu schwach war. Für den Spaziergang durch die Kulturoase im östlichen Landkreis Bad Kissingen reichte die abendliche Dämmerung doch noch aus.

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