Münnerstadt
Freizeitsport

Dem "Schweinchen" ganz nah

 Seit mehr als zehn Jahren spielen Männer und Frauen im Jörgentorpark auf einem eigens angelegten Platz Boule. Die Akteure würden sich über ein paar mehr Freunde des typisch französischen Sport freuen.
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Günter Spieß, Ludwig Hein, Helmut Rittmeyer, Edmund Friedel und Robert Gridley beim Boule-Spielen im Jörgentorpark.  Foto: Thomas Malz
Günter Spieß, Ludwig Hein, Helmut Rittmeyer, Edmund Friedel und Robert Gridley beim Boule-Spielen im Jörgentorpark. Foto: Thomas Malz
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Fast jeden Mittwoch und Sonntag kann man sie treffen - die Boule-Spieler im Jörgentorpark. "Wir spielen immer, wenn es das Wetter zulässt", sagt Günter Spieß, der maßgeblich dafür verantwortlich ist, dass es einen Boule-Platz am Jörgentor gibt.
Von ein bisschen Nieselregen lassen sich die bekennenden Freunde des französischen Sports auch nicht abhalten. Da muss es schon kräftig regnen oder schneien. Wetter ist kein Problem, etwas anderes bereitet Günter Spieß Sorgen: "Leider lassen Umzug, Krankheit und Tod die Spielerzahl schrumpfen, somit freuen wir uns über jeden Zuwachs", sagt Günter Spieß.
Er dürfte so 40 Jahre alt gewesen sein, als er das erste Mal mit Boule-Spielen in Berührung kam, erinnert sich der 79-Jährige. Das war in den 1970er Jahren in Frankreich. Weil den Spielern am Strand ein Mann fehlte, holten sie Günter Spieß dazu. "Auch wenn es kaum zu glauben ist, ich habe jedes Spiel gewonnen", sagt er. Und er nennt auch einen Grund: Im Sand sollen die Kugeln nicht, sie müssen genau ins Ziel geschossen werden. Als Berufssoldat war Günter Spieß zuständig für Mörser. "Außerdem habe ich Papiere wie Vorschriften immer im hohen Bogen in den Papierkorb in der anderen Ecke des Zimmers geworfen", erläutert er. Als die Franzosen das Terrain änderten und auf einem härteren Platz spielten, war Günter Spieß hoffnungslos verloren.

Platz im Jörgentorpark

Das ist zwar viele Jahre her, die Freude am Boule-Spielen ist ihm aber geblieben, allerdings fehlte bis vor zehn Jahren ein Platz. Günter Spieß erreichte, dass der Bauhof der Stadt einen Boule-Platz im Jörgentorpark herrichtete. "Der war rechteckig, ich habe ihn etwas geformt und schwungvoller gestaltet. Dadurch ist er auch etwas größer geworden." Seit zehn Jahren treffen sie sich dort, versuchen ihre Kugel so nah wie möglich am den roten Holzkugel (Schweinchen) zu platzieren oder eine Kugel des Gegners wegzuschießen. Die Regeln sind relativ einfach, die Kugeln richtig zu schießen oder zu legen, ist weitaus schwieriger. Doch auch das lässt sich lernen. Gespielt wird sonntags von 10 bis 12 Uhr und mittwochs ab 14.30 Uhr. Ein Spieler kommt meist ein wenig früher, um den Platz herzurichten. Wir freuen uns über jeden Zuwachs", sagen die Spieler. Frauen, Männer, Jugendliche - alle sind gern gesehen. Ausdrücklich richten sie ihre Einladung auch an Asylbewerber in der Gemeinschaftsunterkunft. Schnell sind beim Boule-Spielen Kontakte geknüpft. Informationen gibt es bei Günter Spieß, Tel.: 09733/ 7176, oder Armin Laudensack, Tel.: 09733/ 6060.
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