Münnerstadt
Engagement

Das Gesicht des Bürgerbegehrens

Alrun Lintner ist derzeit ein Motor für das angelaufene Bürgerbegehren um das Hallenbad. Tagtäglich sammelt sie seit drei Wochen Unterschriften.
Artikel drucken Artikel einbetten
Alrun Lintner (links) sammelt Tag für Tag Unterschriften für das Bürgerbegehren und spricht mit den Menschen über den geplanten Hallenbadabriss. Foto: Heike Beudert
Alrun Lintner (links) sammelt Tag für Tag Unterschriften für das Bürgerbegehren und spricht mit den Menschen über den geplanten Hallenbadabriss. Foto: Heike Beudert
Die Münnerstädterin Alrun Lintner ist in diesen Tagen das Gesicht des gestarteten Bürgerbegehrens gegen den Abriss des örtlichen Hallenbades. Fast täglich steht sie für mehrere Stunden vor dem Eingang des Lebensmittelmarktes in der Unteren Au und wirbt für das Anliegen. Alrun Lintners Erfahrungen sind überwiegend positiv.
Seit drei Wochen steht Alrun Lintner jetzt bereits an ihrem Infostand vor dem Lebensmittelmarkt. "Ich habe dort das Ohr am Bürger", sagt sie. Und was sie hört, ermutigt sie, in ihrem Kampf um das Hallenbad weiterzumachen. Denen, die auf der Liste für das Bürgerbegehren unterschreiben, fehle etwas ohne das Hallenbad, hat sie festgestellt. Sie spricht aber auch von einer Ohnmacht, die ihre Gesprächsteilnehmer empfinden.


Selbst etwas tun

Das Bürgerbegehren hält sie für wichtig. Denn sie hatte in der Vergangenheit das Gefühl, dass die Argumente der Bürger im Rathaus kein Gehör finden. Dort habe man eine vorgefertigte Meinung zum Hallenbad vertreten. Alrun Lintner möchte keine Konfrontation und keine Feindschaft. Ihr gehe es ausschließlich darum, dass zumindest geprüft werde, ob es außer dem Abriss nicht doch eine Möglichkeit gebe, das Hallenbad zu erhalten. Das wolle das Bürgerbegehren.
Alrun Lintner hat lange nur zugehört und die Hallenbad-Diskussionen als Außenstehende verfolgt. Doch jetzt hat sie für sich entschieden, ebenfalls etwas für das Hallenbad zu tun.


Positive Reaktionen

Tag für Tag führt sie jetzt Gespräche zum Hallenbad. Die meisten Menschen würden sehr positiv reagieren, sagt sie. Es gibt aber auch Fälle, die sich abwenden und keine Argumente hören möchten. Sie hat sich aber auch schon sagen lassen müssen, dass man froh sei, wenn das Hallenbad abgerissen sei. Diese Stimmen seien jedoch in der Minderheit, betont sie.
Mittlerweile hat Alrun Lintner neben der offiziellen Unterschriftenliste (nur volljährige Ortsbürger dürfen hier unterschrieben) auch eine Sympathisantenliste angelegt, in der alle die unterschreiben, die gerne das Bad wiederhätten. Denn es kämen viele Auswärtige, die die Schließung vor sechs Jahren noch immer bedauern, ebenso minderjährige Münnerstädter, die ihr Hallenbad gerne wiederhätten. Die Liste habe keine rechtliche Grundlage, sei aber ein Zeichen, so Alrun Lintner.
Der Vorsitzende des Bürgerbadvereins, Wolfgang Blümlein, freut sich über das Engagement von Alrun Lintner. Die Sammlung der Unterschriften laufe dank Lintners Hilfe recht gut, meint Blümlein.


Info-Stand am Marktsonntag

Ob der Verein bereits die für das Bürgerbegehren notwendige Anzahl von Unterschriften hat, kann er derzeit schwer abschätzen, da überall in den Stadtteilen noch Listen ausliegen. Aber er glaubt, dass die Chancen gut stehen, das Bürgerbegehren zu starten und in einen Bürgerentscheid führen zu können.
Unterschriften werden noch mindestens bis zum Schutzengelmarkt am 4. September gesammelt. An diesem Termin ist Marktsonntag, und da sind in der Regel zahlreiche Besucher im Städtchen. An diesem Marktsonntag will der Bürgerbadverein nochmals mit Infostständen intensiv für das Bürgerbegehren werben.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren