Münnerstadt

Blick in längst vergangene Zeiten

Wirtschaftsprüfer Dr. Heinrich Schulte stellte dem Stadtrat den Prüfbericht über den Jahresabschluss und den Lagebricht für das Kommunalunternehmen "Kultourismus im Schloss" aus dem Jahr 2009 vor. Dazu gab es viele Fragen.
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Das Foto entstand 2009. Es zeigt die damalige Museumsleiterin und Chefin von Kultourismus, Katja Schenkenberger, mit der Madonna aus der früheren Friedhofskapelle. Sie ist schon lange nicht mehr da, aber erst jetzt wurden die Bücher aus dem Jahr geprüft. Foto: Archiv/Thomas Malz
Das Foto entstand 2009. Es zeigt die damalige Museumsleiterin und Chefin von Kultourismus, Katja Schenkenberger, mit der Madonna aus der früheren Friedhofskapelle. Sie ist schon lange nicht mehr da, aber erst jetzt wurden die Bücher aus dem Jahr geprüft. Foto: Archiv/Thomas Malz
Das Resümee des Wirtschaftsprüfers Heinrich Schulte war eindeutig: alles in bester Ordnung, alle Nachweise sind erbracht worden. Dass es trotzdem so viele kritische Nachfragen im Stadtrat beim Bürgermeister Helmut Blank (CSU) gab, hatte mehr mit dem langen Zeitraum zu tun, der vergangen ist. Offensichtlich gibt es auch einen Zwischenbericht des Bayerischen Kommunalen Prüfungsverbandes. Stadtrat Leo Pfennig (CSU) kündigte an, dass er das Ganze sehr genau verfolgen wird.

Nicht alles abgerufen

Zunächst aber war es an Heinrich Schulte, die Ergebnisse kurz vorzustellen. 150 000 Euro hatten dem Kommunalunternehmen im Jahr 2009 zur Verfügung gestanden, abgerufen wurden aber nur 130 000. "Alle Nachweise sind erbracht worden", erklärte der Wirtschaftsprüfer. Abgeschlossen wurde das Jahr mit einem Fehlbetrag in Höhe von 7096 Euro. Der damaligen Kultourismus-Chefin, Katja Schenkenberger, und ihrer früheren Stellvertreterin, Inge Bulheller, sei Entlastung erteilt worden, so der Prüfer.
Auf Nachfrage unserer Zeitung sagte die heutige Chefin Inge Bulheller: "Wir haben nicht die gesamte Summe abgerufen, weil wie wussten, dass wir noch Geld für den Wirtschaftsprüfer brauchen." Auch in den Jahren danach habe Kultourismus immer weniger abgerufen, als zur Verfügung stand.

Fünf Jahre gemeinsam

"Sechs Jahre sind eine sehr lange Zeit", eröffnete in der Stadtratssitzung Britta Bildhauer (SPD) die Diskussion. "Ich habe das für einen Schreibfehler gehalten." Das sei doch Geschichte, meinte sie. Ein wenig Licht ins Dunkel konnte Bürgermeister Helmut Blank (CSU) bringen. Man habe aus Kostengründen eine Prüfung auf fünf Jahre favorisiert, sagt er. Er konnte auch Befürchtungen ausräumen, dass jetzt immer mit sechs Jahren Verspätung ein Prüfbericht vorgelegt wird. Die Auswertungen der Jahre 2010 bis 2015 werden in Kürze folgen.

"Ungewöhnlicher Vorgang"

Damit gab sich Stadtrat Leo Pfennig (CSU) aber keineswegs zufrieden. Er sprach von einem "ungewöhnlichen Vorgang". Seines Wissens habe es bereits eine Prüfung durch den Bayerischen Kommunalen Prüfungsverband gegeben, die beendet wurde. Dabei bemühe der Bürgermeister doch bei jeder Gelegenheit den Verband. "Hat es da Vorkommnisse gegeben?", wollte Leo Pfennig wissen. "Das Angebot von Dr. Schulte war wirtschaftlicher", lautete die knappe Antwort des Bürgermeisters.
Aber Leo Pfennig ließ nicht locker. Es gebe bereits einen Zwischenbericht des Kommunalen Prüfungsverbandes, sagte er. Und den hätte er gerne gesehen. Dessen Existenz bekam er zwar bestätigt, wie die Vorsitzende des Rechnungsprüfungsausschusses, Michaela Wedemann (CSU), aber betonte, werden die Unterlagen Thema bei den Sitzungen des Ausschusses sein. "An denen ich selbstverständlich auch teilnehmen werde", betonte Leo Pfennig.

Erst der Verwaltungsrat

Stadtrat und KU-Verwaltungsrat Klaus Schebler verwies drauf, dass sämtliche Unterlagen grundsätzlich zuerst dem Verwaltungsrat des Kommunalunternehmens und erst dann dem Stadtrat vorgelegt werden.
Mit 18 zu drei Stimmen nahm der Stadtrat schließlich den Prüfbericht von Heinrich Schulte zur Kenntnis.
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