Münnerstadt
Ausbildung

Bestattungsfachkräfte haben Zeugnisse erhalten

Das Interesse am Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft ist nach wie vor groß, auch nach mehr als zehn Jahren seiner Einführung.
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154 Bestattungsfachkräfte haben bei der Freisprechungsfeier Zeugnisse erhalten. Foto: Björn Hein
154 Bestattungsfachkräfte haben bei der Freisprechungsfeier Zeugnisse erhalten. Foto: Björn Hein
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Wie attraktiv dieser Beruf mittlerweile ist, zeigte sich bei der Freisprechungsfeier der Bestattungsfachkräfte 2016, die in der Aula des Schönborn-Gymnasiums in Münnerstadt stattfand.

In diesem Jahr haben 154 junge Menschen, darunter 72 Frauen, die Gesellenprüfung im Ausbildungsberuf Bestattungsfachkraft erfolgreich abgeschlossen. Die Absolventen kamen aus nahezu allen Bundesländern. "Heute ist für sie alle ein ganz besonderer Tag", sagte Christian Streidt, der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Bestatter (BDB). Eine drei Jahre währende Herausforderung des Lernens hätten die Bestattungsfachkräfte auf sich genommen. Bestatter seien Dienstleister, ja Eventmanager. Und über allem steht die Konfrontation mit dem Tod. "Wir brauchen Menschen, die das Thema ,Umgang mit dem Tod' in die Gesellschaft hineinbringen."

"Sie können sehr stolz sein, dass sie heute die Urkunden als Bestattungsfachkraft überreicht bekommen", sagte Stephan Neuser, der seit Juli 2016 Generalsekretär des BDB ist. Hugo Neugebauer, der Präsident der Handwerkskammer für Unterfranken erklärte, dass für diesen Beruf handwerkliche Geschicklichkeit notwendig sei. Als Bestattungsfachkraft müsse man aber auch medizinische und psychologische Aspekte verstehen.


Menschen in tiefer Krise

Pater Markus Reis zeigte auf, dass Priestertum und Bestattungswesen oftmals Berührungspunkte haben: Beide "haben sehr oft mit Menschen zu tun, die in einer tiefen Krise in ihrem Leben sind".

Im Mittelpunkt der Feierlichkeiten stand die Überreichung der Urkunden. Rosina Eckert, die das Bundesausbildungszentrum der Bestatter in Münnerstadt betreut und Ansprechpartnerin zum Prüfungswesen im Rahmen der Ausbildung zur Bestattungsfachkraft ist, stellte die Absolventen vor. Julia Littau hielt die Rede der Absolventen. Für Musik sorgte die Städtische Musikschule Münnerstadt unter der Leitung von Thomas Reuß.

Im Bereich der Handwerkskammer für Unterfranken hat Selina Schäfer aus Poppenroth den Abschluss als Bestattungsfachkraft absolviert. Nach ihrem Fachabitur machte sie ein Praktikum bei einem Bestatter. Sie entschloss sie sich, beim Bestattungsinstitut Apfelbacher & Fehr in Bad Kissingen eine Ausbildung zu beginnen. "Mir hat in der täglichen Arbeit besonders die Versorgung der Verstorbenen gefallen, aber auch die Beratungsgespräche mit den Hinterbliebenen gehörten zu meinen Lieblingsaufgaben." Nach ihrem Abschluss wurde sie von ihrem Ausbildungsbetrieb übernommen. "Hier will ich erst einmal Berufserfahrung sammeln", erklärt sie.
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