Münnerstadt
Schule

Beklemmende Begegnung mit der dunkelsten Seite der Geschichte

Die 8aG der Münnerstädter Mittelschule spürte dem Grauen des Nationalsozialismus im Konzentrationslager Buchenwald nach.
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Michael Kübert besuchte mit seiner achten Klasse das Konzentrationslager in Buchenwald.  Foto: Michael Kübert
Michael Kübert besuchte mit seiner achten Klasse das Konzentrationslager in Buchenwald. Foto: Michael Kübert
Den Terror der Nazis im Unterricht behandeln, sei es durch Filmdokumente der Amerikaner oder den Spielfilm "Nackt unter Wölfen", das zeigt das Unrechtssystem des "Dritten Reiches" sehr anschaulich. Den Terror an historischen Orten nachzuerleben ist die andere, weitaus beeindruckendere Art, das Thema zu bearbeiten. Unter diesem Gesichtspunkt fuhr die Klasse 8aG der Freiherr-von- Lutz-Mittelschule nach Buchenwald bei Weimar, um das ehemalige Konzentrationslager zu besuchen.
Aus dem Bus ausgestiegen besuchte man zunächst den Bahnhof, eine einfache Rampe, an dem die Häftlinge aussteigen mussten und den Karachoweg ins Lager im Eilschritt zurücklegen mussten. Die Schüler betraten das Lager durch das eiserne Tor, das mit des zynischen Aufschrift "Jedem das Seine" versehen ist. Auf dem Appellplatz erklärte Kübert den Aufbau des Lagers, in dem zeitweise bis zu 60 000 Inhaftierte in den Baracken mehr oder weniger dahinvegetierten. Das Lager war kein Vernichtungslager wie die Konzentrationslager Auschwitz oder Treblinka, sondern ein Arbeitslager. Unter unsäglichen Strapazen mussten die Inhaftierten - Juden, Sinti und Roma, Widerständler, Homosexuelle, vorbestrafte Kriminelle - Knochenarbeit im Steinbruch leisten ohne Rücksicht auf Ernährungs- und Gesundheitszustand der einzelnen Menschen - oft bis zu Erschöpfung und dem darauf folgenden, von den Nazis erwünschten Tod.
Anschließend gingen die Schüler in die pathologische Abteilung des Lagers, in der medizinische Versuche an lebenden Menschen durchgeführt wurden. Im Keller des Hauses wurden die Gefangenen brutal stranguliert oder durch Genickschuss getötet, um dann in den Verbrennungsöfen im Stockwerk darüber verbrannt zu werden. Anschließend besuchten die Schüler die Ausstellung im Desinfektionsraum, um an Hand von Originaldokumenten die schrecklichen Vorgänge im Konzentrationslager noch einmal nachempfinden zu können. Sichtlich beeindruckt und bestürzt stellten die Schüler die Frage, warum damals niemand etwas dagegen unternommen hätte und ob so etwas heute noch einmal passieren könnte. Klassenleiter Kübert verwies hier auf verschiedene Gruppierungen wie die "Weiße Rose" oder die Gruppe um General Stauffenberg, außerdem auf verschiedene Kriegsgebiete rund um den ganzen Erdball, bei denen es auch zu Folterungen von Gefangenen gekommen sei, allerdings nicht in der Präzision und Perfektion wie unter dem Nazi- Regime. Nach einem abschließenden Gang über das Gelände besuchte man noch kurz die ehemalige Kulturhauptstadt Weimar.

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