Münnerstadt

Bedauernde Worte zu Beschlüssen ums Hallenbad

Vier Einzelbeschlüsse zum Thema "Stadtumbau West" sorgten bei der jüngsten Stadtratssitzung noch einmal für heiße Diskussionen. Dabei ging es um die Areale BBZ und Hallenbad.
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Das Hallenbad beschäftigte mehrfach den Stadtrat.
Das Hallenbad beschäftigte mehrfach den Stadtrat.
In der letzen Sitzung waren die Stellungnahmen der Träger öffentlicher Belange abgelehnt worden. Dafür hatten zehn zu zehn Stimmen ausgereicht. Das Verfahren muss durchgeführt werden, wenn die Stadt Fördermittel für den Abriss der beiden Gebäude bekommen will.

Deutliche Worte
Diesmal war das Thema wieder auf der Tagesordnung und diesmal hat die inzwischen gewohnte Mehrheit CSU (außer Leo Pfennig) und Neue Wege ausgereicht. Dafür musste sich die knappe Mehrheit aber noch einmal sehr deutliche Worte aus den Reihen der zehn Hallenbad-Befürworter anhören.
Fast drei Stunden warteten der Sanierunsgbeauftragte Dag Schröder und seine Mitarbeiterin, bis sie an der Reihe waren. "Wir hoffen, dass wir das Konzept irgendwann zu Ende bringen", sagte er.
"Wir wollen keine Fördermittel verlieren", erklärte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Rosina Eckert (Forum aktiv und Leo Pfennig (CSU) forderten, dass das Konzept von Axel Knauff (SPD) als mögliche Alternative in das Konzept der Neuordnung auf dem Karlsberg mit aufgenommen wird. "Sie beantragen das Richtige zum falschen Zeitpunkt", sagte der geschäftsleitende Beamte, Stefan Bierdimpfl, dazu. Das Konzept müsse bis 30. Juni eingereicht sein. Die Diskussion wurde später auf Antrag von Johannes Röß (CSU) beendet, was noch einmal für Unmut sorgte, weil Rosina Eckert meinte, sich vorher gemeldet zu haben.
Im letzten Beschluss ging es darum, dass die Verwaltung die Zuwendungsfähigkeit des Abrisses mit Neugestaltung prüft und den Abbruchantrag vorbereitet. Rosina Eckert erinnerte an die 1000 Unterschriften und die Internet-Petition für das Hallenbad. "Ich finde es verantwortungslos, die zuschussfähige Sanierung abzulehnen." Er bezweifele, dass die 1000 Unterschriften alle von Münnerstädtern sind, meinte Klaus Schebler (Neue Wege). "Das jetzige Hallenbad ist eine Ruine."

Heiße Diskussion
In der anschließenden Diskussion nannte Rosina Eckert eine Summe von 400 000 bis 500 000 Euro Eigenanteil für die Sanierung des Hallenbades. In Richtung Klaus Schebler sagte 3. Bürgermeister Axel Knauff (SPD), dass sich wirtschaftliche Aspekte immer gut anhören. Er sei aber der einzige, der sich wirklich intensiv mit der Wirtschaftlichkeit des Hallenbades auseinandergesetzt habe (sein Konzept). "Es geht hier um Machtpolitik nach dem Motto: denen zeigen wir's." Wichtig sei doch, den Schulstandort zu erhalten. "Es tut mir leid um die Schüler, die in zehn Jahren nicht mehr an diese Schule gehen."
Georg Heymann (CSU) rechnete vor, dass der Eigenanteil der Stadt für das Hallenbad rund eine Million Euro betragen würde. Das wäre vor dem Abrissbeschluss ein Argument für einen Austausch gewesen, erklärte Axel Knauff dazu. Auch Leo Pfennig zollte Georg Heymann Respekt, dass er die Zahl genannt hatte. Das sei das erste Mal, dass auf die Argumente der Befürworter eingegangen wird. Das sei der richtige Weg, dafür sei es nie zu spät. Und: "Herr Bürgermeister, Sie können beschließen lassen, was sie wollen - die Diskussion wird weiter gehen." Er gehe davon aus, dass der Bürgermeister das Hallenbad nicht abreißen lässt, bevor die Bürgerversammlung dazu stattgefunden hat, meinte Leo Pfennig. Doch die Zusicherung blieb aus.
"Ich kann euch das nicht ersparen", holte Hubert Holzheimer (Forum aktiv) aus. Er bemängelte die Blockadehaltung der Gegenseite, die nicht willens sei, einmal direkt zu diskutieren. "Das ist eine Frechheit."
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