Maßbach
Premiere

Auf Kommando im Kreis drehen

In Maßbach gibt es jetzt einen Squaredance-Verein. Der erste Clubabend war ein großer Erfolg.
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Squaredance in der Pfarrscheune: Zum ersten offiziellen Clubabend der neu gegründeten Roly Poly Squares kamen Tänzerinnen und Tänzer von weither.  Fotos: Dieter Britz
Squaredance in der Pfarrscheune: Zum ersten offiziellen Clubabend der neu gegründeten Roly Poly Squares kamen Tänzerinnen und Tänzer von weither. Fotos: Dieter Britz
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Durch die Pfarrscheune der evangelischen Kirchengemeinde hallen Musik und Kommandos wie "Circle left", "Circle right", "Swing" oder "Allemande Left". Etwa 60 Damen und Herren, jüngere und ältere, lassen sich auch von der brütenden Sommerhitze nicht abschrecken und tanzen dazu. Die meisten Herren in Jeans oder dünnen Sommerhosen, die Damen jedoch mit steifen und gebauschten Röcken. Man ahnt es schon, hier wird Squaredance getanzt. Jetzt gibt es auch in Maßbach eine Gruppe mit zurzeit 22 Mitgliedern. Ihr Vorsitzender, bei den Squaredancern nennt er sich stilecht "President", ist Hans Seufert.

Großer Ansturm

Dass es hier nun einen Squaredance-Club gibt, offiziell heißt er "Roly Poly Squares", hat sich offenbar schnell und weit herumgesprochen, denn neben Vereinsmitgliedern kamen auch Tänzerinnen und Tänzer aus Fulda, Würzburg, Coburg, Suhl und natürlich auch aus der näheren Umgebung zum ersten offiziellen Clubabend.
Das Interesse war so groß, dass auf der Internetseite des Vereins angekündigt wurde: "Achtung!!!! Wir bitten um Entschuldigung!! Wir können für unseren ersten Clubabend am 1. Juli keine Anmeldungen mehr entgegennehmen. Wir haben nicht mit so einem Ansturm gerechnet."
Unter denen, die sich frühzeitig genug angemeldet hatten, war Dagmar (die Tänzerinnen und Tänzer reden sich alle nur mit Vornamen an) aus Fulda. "Ich finde das Angebot toll, einen ganzen Abend als Gasttänzerin zu kommen und tanzen zu können", sagt sie und verrät: "Vor drei Jahren habe ich ein neues Hobby gesucht und kam so zum Squaredance, denn da kann man nette Menschen kennen lernen. Man muss dabei einfach abschalten und kann an nichts anderes mehr denken." Sie fährt seit drei Jahren zum Tanzen auch nach Coburg, Kassel, Würzburg oder Nürnberg.

Anfangs im Keller getanzt

Doch zurück nach Maßbach, zu den "Roly Poly Squares". Hans Seufert und seine Frau Marion, die beide schon seit langem begeisterte Squaredancer sind, tanzten anfangs in ihrem eigenen Keller zusammen mit einigen wenigen Freunden und Bekannten. Es wurden mehr, und so kam es zur Gründung eines offiziellen Vereins. Einen festen Raum hat der Verein für seine Tanzabende noch nicht. Mal treffen sich die Squaredancer im katholischen Pfarrheim, mal im evangelischen Jugendheim, wo gerade Platz für sie ist
Ohne Regeln und Ausbildung geht es natürlich nicht. Jeweils vier Paare (Square genannt) tanzen zusammen. Auch Frauen oder Männer können zusammen tanzen. In der Basic-Ausbildung muss man 51 unterschiedliche Figuren lernen, für Mainstream kommen 17 weitere hinzu. Bis man die alle beherrscht, kann schon ein Jahr vergehen. Die Figuren sind weltweit einheitlich, so dass jeder, der sie beherrscht, überall mittanzen kann.

Caller ist wichtig

Ganz wichtig ist auch die Callerin oder der Caller. Das sind diejenigen, die den Tänzern die Kommandos geben, entweder gesprochen oder gesungen, aber grundsätzlich in Englisch. Auch hier geht es nicht ohne Ausbildung, die zwei bis drei Jahre dauert. Marion Seufert hat sie absolviert und ist nicht nur Callerin im eigenen Verein, sondern wird auch von anderen Clubs angefordert. Marion Seufert hat ihre Stimme als aktives Mitglied in einem Maßbacher Gesangverein geschult. Bei diesem ersten offiziellen Clubabend, bei dem knapp drei Stunden lang getanzt wurde, waren übrigens auch noch drei auswärtige Caller mit von der Partie.
D
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