Münnerstadt

27-Jähriger schießt in Münnerstadt mit Signalwaffe aus Fenster - Großeinsatz

Zwei Schüsse mit einer Signalwaffe haben am Donnerstagmorgen in Münnerstadt einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst.
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Zwei Schüsse mit einer Signalwaffe haben am Donnerstagmorgen in Münnerstadt einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Symbolbild: dpa
Zwei Schüsse mit einer Signalwaffe haben am Donnerstagmorgen in Münnerstadt einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Symbolbild: dpa
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Zwei Schüsse mit einer Signalwaffe haben am Donnerstagmorgen einen Großeinsatz der Polizei ausgelöst. Nachdem die Wohnung in der Simon-Breu-Straße durch die Polizei betreten worden war, stellte es sich als harmlose, wenn auch verbotene Ballerei aus einer Signalwaffe dar. Ein 27-Jähriger feierte Geburtstag und hatte im Überschwang zwei Leuchtkugeln aus dem Fenster in den Himmel geschossen.
Der Notruf eines besorgten Nachbarn war gegen 4.20 Uhr bei der Polizei eingegangen. Aufgrund der unklaren Lage beorderte die Einsatzzentrale ein Großaufgebot mit rund 20 Polizisten aus dem Bereich Main-Rhön in die Simon-Breu-Straße. Mehrere Beamte betraten mit Schutzausrüstung die Wohnung des 27-Jährigen. Dort lief noch die kleine Geburtstagsfeier mit einigen Gästen, bei der auch Alkohol getrunken wurde. Der junge Mann und seine Gäste seien dann sehr überrascht gewesen, als die Polizei in der Wohnung stand, meinte Polizeisprecher Enrico Bell auf Anfrage dieser Zeitung. In der Wohnung stellten die Beamten schließlich eine Schreckschusswaffe mit entsprechender pyrotechnischer Munition und eine Luftdruckpistole sicher. Den Mann erwartet eine Anzeige wegen unerlaubten Schießens und der nicht ordnungsgemäßen Aufbewahrung der Waffen.


Trainierte Vorgehensweise

Polizeisprecher Enrico Ball betont auf Anfrage dieser Zeitung, dass dieser Großeinsatz nichts mit der derzeitigen angespannten Sicherheitslage im Land zu tun habe. Sicher sei die Polizei sensibilisiert, so Ball. Allerdings habe es sich hier um ein Standardvorgehen der Polizei in Situationen gehandelt, in denen nicht klar ist, was die Polizisten vor Ort erwartet. Man hatte in diesem Fall nur den Hinweis auf die Schüsse. Ein solcher Ablauf diene dem Schutz der Bevölkerung, aber auch dem Schutz der Polizisten. In einem solchen Fall reiche es nicht aus, nur eine Polizeistreife zu schicken.
Der Einsatz auf jeden Fall blieb wohl auch dank der frühen Nacht- bzw. Morgenstunde weitgehend unbemerkt. Denn viele Nachbarn hatten in dieser Nacht einen guten Schlaf und bekamen von den Geschehnissen um sie herum gar nichts mit. Sie erfuhren erst im Laufe des Tages von diesem Einsatz. "Wir haben nichts gehört", erklärten zum Beispiel Gerhard Müller oder Dieter Britz am Donnerstag; beide sind Anwohner in der sonst so ruhigen Simon-Breu-Straße.
Im Hinblick auf das bevorstehende Silvesterfest weist das Polizeipräsidium Würzburg schon jetzt daraufhin, dass es auch zu Silvester zum Abschießen von pyrotechnischer Munition aus Signalwaffen außerhalb von Schießstätten eine Erlaubnis braucht. Erlaubnisfrei ist Abschießen von pyrotechnischer Munition aus Signalwaffen außerhalb von Schießstätten nur zum Vertreiben von Vögeln in landwirtschaftlichen Betrieben oder bei Not- und Rettungsübungen bzw. entsprechenden Notlagen oder zur Abgabe von Start- oder Beendigungszeichen bei Sportveranstaltungen, wenn eine optische oder akustische Signalgebung erforderlich ist, so die Informationen der Polizei.


Verzicht auf Tradition

Das Waffengesetz regelt also ganz klar, wann solche Waffen überhaupt zum Einsatz kommen dürfen.Die königlich privilegierte Schützengesellschaft in Münnerstadt hat daraus schon lange ihre Konsequenzen gezogen. Früher schoss man bei der Abholung des scheidenden Schützenkönigs in die Luft. Die Schüsse waren in der Stadt weithin hörbar. "Das dürfen wir nicht mehr", sagt Sportleiter Rainer Henneberger. Die Schützen könnten sich für diesen Anlass zwar eine Sondererlaubnis geben lassen, aber sie verzichten seit einigen Jahren lieber ganz auf diese alte Tradition.
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