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Wermerichshausen
Energiewende

110 Unterschriften gegen ein Windrad

Die Wermerichshäuser haben sich gegen den geplanten Bau eines Windrads in Poppenlauer genau an der Gemarkungsgrenze ausgesprochen. Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement nimmt die Angelegenheit ernst.
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Bei eines Windrads  Foto: Patrick Pleul/dpa
Bei eines Windrads Foto: Patrick Pleul/dpa
Ulla Müller ist gerade einmal zwei Monate Ortssprecherin von Wermerichshausen, da hat sie auch schon ihre erste große Bewährunsprobe. "Wir sind nicht allgemein gegen Windräder", sagt sie gegenüber unserer Zeitung. Aber eine von vier geplanten Windenergieanlagen zwischen Poppenlauer und Wermerichshausen ist den Bewohnern dann doch zu nah am Ort.

Unterschriften gesammelt

Nach einer Bürgerversammlung haben 110 von 188 Wahlberechtigten ein Schreiben an das Landratsamt Bad Kissingen unterzeichnet, in dem sich die Wermerichshäuser gegen den Bau des so genannten WEA 4 aussprechen. "Dabei waren noch nicht einmal alle da, manche waren auch im Urlaub", sagt Ulla Müller. Unterstützung bekommen sie von Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank (CSU), der vom Landratsamt die Unterlagen angefordert hat. "Wir nehmen die Bedenken natürlich ernst", erklärt Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement (CSU) dazu.
Ursprünglich seien nur drei Windräder auf der "Grauen Leite" geplant gewesen, macht Ulla Müller deutlich. Die werden von der Bevölkerung akzeptiert. "Gegen das vierte Windrad direkt an unserer Ortsgrenze, das eine monströse Höhe von etwa 220 Meter haben soll, haben wir jedoch erhebliche Einwände", heißt es in dem Schreiben an das Landratsamt, das 110 Wermerichshäuser unterschrieben haben.

Wertminderung befürchtet

Dieses Windrad würde optisch und akustisch eine wesentliche Beeinträchtigung ihrer Lebensqualität bedeuten. "Darüber hinaus befürchten wir eine erhebliche Wertminderung unserer Immobilien, in die wir beträchtliche finanzielle Mittel investiert haben.
In dem Schreiben verweist Ulla Müller auch auf die noch weitgehend ursprüngliche Landschaft der Vorrhön. "Wenn andere Regionen wegen dieser Qualität gänzlich aus der Standortplanung für Windenergieanlagen herausgenommen werden, sollte es durchaus möglich sein, dass die Schönheit auch unserer heimatlichen Umgebung wertgeschätzt wird, indem die Planung dieser Anlagen mit einer sorgfältigen Berücksichtigung der örtlichen Gegebenheiten erfolgt." Außerdem nennt sie die Gefährdung seltener Tierarten, die immer wieder zu beobachten seien. "Unsere ernsthaften Bedenken gegen das WEA 4 gründet sich in unserem Interesse zur Erhaltung der Lebensqualität in unserer Heimat, auch für unsere Nachkommen", schließt das Schreiben der Wermerichshäuser an das Landratsamt Bad Kissingen.

Klage angekündigt

Münnerstadts Bürgermeister Helmut Blank wird in seinem Brief an die Behörde, in der er eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Informationsveranstaltung fordert, noch etwas deutlicher: "Wir bitten um Übersendung aussagefähiger Unterlagen, da wir auf jeden Fall den Klageweg gegen dieses geplante WEA 4 beschreiten werden."
Derzeit laufen die Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern, sagt Maßbachs Bürgermeister Matthias Klement dazu. "Es gibt noch nichts Konkretes." Die Marktgemeinde werde zudem zusammen mit der Energie-Allianz, die die Windanlagen plant, Informationsveranstaltungen in Poppenlauer und Wermerichshausen durchführen. "Das haben wir aber alles schon bekanntgemacht", sagt er. Sollte vor Abschluss der Planungen die von Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) angestrebte 10-h-Regelung (Abstand eines Windrades zur nächsten Bebauung muss mindestens das Zehnfache der Höhe des Windrads entsprechen), wäre ohnehin die gesamte Anlage hinfällig.

Noch nichts entschieden

Matthias Klement betont noch einmal, dass sich alles in der Planungsphase befindet, noch nichts entschieden sei. Und: "Gegen den Willen der Bevölkerung sollen keine Windräder entstehen."

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