Münnerstadt

Münnerstadt: Ministerpräsident eröffnet das Jubiläumsjahr

Die Stadt Münnerstadt feiert 2020 ihr 1250-jähriges Bestehen. Ministerpräsident Markus Söder ist Schirmherr. Deshalb war er Ehrengast beim traditionellen Neujahrsempfang der Stadt.
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Ministerpräsident Markus Söder war Festredner im reich verzierten Stucksaal des alten Münnerstädter Gymnasiums. Fotos: Heike Beudert
Ministerpräsident Markus Söder war Festredner im reich verzierten Stucksaal des alten Münnerstädter Gymnasiums. Fotos: Heike Beudert
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Das Festjahr zum Münnerstädter Stadtjubiläum ist eröffnet. Zwischen Bayerischem Defiliermarsch, Franken- und Kreuzberglied feierte die Stadt nicht nur sich selbst, sondern auch den Besuch des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Er war als Schirmherr der Festlichkeiten (1250 Jahre Münnerstadt) gekommen. Viel Zeit zum Händeschütteln blieb im gedrängten Programm zwar nicht. Dafür bekamen Landwirte aus der Region eine kleine Privataudienz mit dem Ministerpräsidenten.

39 Minuten sprach Markus Söder beim Neujahrsempfang über Bayern, Franken und Bayerns künftige Position innerhalb der globalen Welt. Rund 400 Gäste hörten seine Festrede im historischen Stucksaal, der alten Aula des früheren Gymnasiums. Es waren so viele Gäste, dass einige im Saal nicht einmal mehr einen Stehplatz fanden und lieber an der Tür stehend das Geschehen verfolgten. Im launigen Plauderstil zog Markus Söder die Zuhörer schnell auf seine Seite. Termine in Franken seien für ihn emotionaler, weil dort sein Herz höher schlage, bei einem solchen Jubiläum zusätzlich, stellte er fest.

Lob an die Stadt

Die Förderung des ländlichen Raumes war ein Aspekt in Söders Rede. "Wenn wir die ländlichen Räume nicht fördern, werden wir Bayern auf Dauer vernachlässigen". Deshalb habe die Staatsregierung im Landkreis und in Münnerstadt mitgeholfen, sich aus der Zwangslage etwas zu befreien. Er lobte die Konsolidierung des städtischen Haushaltes als mutigen Schritt. "Das war erste Sahne".

Und Söder lobte seine Freunde im Landkreis, "echte Freunde, nicht Parteifreunde", wie er feststellte und nannte explizit Landrat Thomas Bold und Landtagsabgeordneten Sandro Kirchner. "Immer wenn ich sie sehe, weiß ich, es wird teuer", würdigte er deren Einsatz für die Rhön.

Bayerische Innovationsförderung, die Bemühungen im Klimaschutz, die Landwirtschaft und das Demokratieverständnis waren weitere Schwerpunkte von Söders Rede. "Ich möchte, dass die besten Produkte der Welt von uns sind", sein Argument für die Investitionen in der Hightech-Forschung wie Raumfahrt und Künstliche Intelligenz. Diese Zukunft soll, wenn es nach ihm geht, in Bayern und Franken stattfinden.

Besonderen Applaus erhielt der Ministerpräsident für seine Stellungnahme gegen Radikalität und Hetze. Er äußerte die Sorge, dass aus bösen Gedanken schneller böse Worte werden wie früher. Diese könnten zu bösen Taten führen, so seine Befürchtung. Er stellte sich vor die Persönlichkeitsrechte und versprach den Einsatz der Staatsregierung gegen solche Tendenzen. Er wünschte sich aber auch eine Welle der Zivilcourage gegen alle diejenigen, auch politische Gruppierungen, die Freiheit und Recht anderer Menschen missachten. Ganz am Ende ging Markus Söder auch auf immer wieder aufkeimende Gerüchte über politische Ambitionen in Berlin ein. "Ich bleib natürlich in Bayern", stellte er fest.

Abriss zur Geschichte

Bürgermeister Helmut Blank würdigte in seiner Rede die Vielfalt des Ehrenamtes in der Stadt. "Das ist unbezahlbar und macht Münnerstadt mit seinen Stadtteilen erst lebens- und liebenswert." Das bürgerliche Engagement sorge dafür, dass die Stadt kein gesichtsloser Ort ist.

Doch Helmut Blanks Blick ging vor allem zurück in die lange Geschichte der Stadt. Dank einer Schenkungsurkunde aus dem Jahr 770 könne die Stadt ihr Jubiläum feiern. "Bis heute trifft man in Münnerstadt immer wieder auf die Spuren dieser langen Geschichte". Blank erinnerte an die Verleihung der Stadtrechte 1335 sowie den folgenden Aufstieg der Stadt zu einer wohlhabenden Gemeinde.

Er nannte die schmerzlichen Einschnitte in der Gegenreformation durch den Wegzug vieler Bürgerfamilien evangelischen Glaubens und die Gründung des Gymnasiums durch den Fürstbischof 1660. Die Bedeutung als Schulstadt bis heute unterstrich Blank besonders. Waren es in alten Zeiten vor allem Bischöfe, Orden, Stadtherren und Adelige, denen die Stadt ihre reiche Kultur verdankte, so seien es heute in erster Linie die engagierten Bürger, die das städtische Leben in Kunst und Kultur prägten.

Landrat Thomas Bold betonte, es sei außergewöhnlich, dass der Ministerpräsident zu Besuch gekommen ist. Thomas Bold nutzte den Besuch, der Staatsregierung für die Ansiedlung von Behörden und Einrichtungen im Landkreis zu danken. Auch für Münnerstadt gebe es aktuelle Bemühungen; man sei gerade dabei ein Geschenk einzupacken, kündigte Bold an. Es gebe Pläne zur Errichtung einer Akademie für soziale Berufe und Ehrenamt in Maria Bildhausen. Man führe rege Gespräche mit dem Freistaat. Jubiläumsgeschenke des Landkreises seien der Bau des BBZ sowie die laufende Erweiterung im Juliusspital-Altenheim, stellte der Landrat fest.

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