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Bad Kissingen
Energiewende

"Monstertrasse" entlang der A7 durch den Landkreis Bad Kissingen?

Laut dem Riedenberger Bürgermeister Robert Römmelt soll die "Monstertrasse" den Landkreis in der Mitte durchschneiden. Kommende Woche wird der Planungskorridor in Berlin vorgestellt.
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Foto: Christian Charisius/dpa
Foto: Christian Charisius/dpa
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Die Spannung steigt: Am Mittwoch, 5. Februar, um 10 Uhr werden in der Bundespressekonferenz in Berlin Details für das größte Netzausbauprojekt der Energiewende vorgestellt. Unter dem Arbeitstitel "SuedLink" werden vier Gigawatt Leistung per Gleichstrom-Technik übertragen: Das dreifache der Leistung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld. In Nordbayern kommt die neue 380-Kilovolt-Wechselstromleitung ab Mecklar dazu. Laut Riedenbergs Bürgermeister Robert Römmelt (SPD) werden beide den Landkreis mittig durchschneiden.

Vier Hochspannungs-Gleichstromleitungen von Nord nach Süd sind in Deutschland geplant: In Oberfranken wurden in dieser Woche die Pläne für die Trasse mit bis zu 100 Meter hohen Masten vorgestellt. Und der Widerstand gegen die "Monstertrasse" war riesig: In Kulmbach und Nürnberg gingen hunderte von Anwohnern bereits auf die Barrikaden und machten ihrem Ärger ordentlich Luft, so dass die Vorträge zum Teil abgebrochen werden mussten.

Vorbei an Volkers und Riedenberg

Im Gegensatz dazu haben die Übertragungsnetzbetreiber TenneT und TransnetBW in Sachen SuedLink bislang gemauert. Der Verlauf der Strom-Autobahn von Schleswig-Holstein nach Süd-Deutschland ist absolute Geheimsache. Über "meinen Geheimdienst" will Bürgermeister Römmelt nun Details erfahren haben: Die Trasse soll demnach im Grenzgebiet von Hessen und Bayern entlang der Autobahn A7 geführt werden: "Vorbei an Volkers, zwischen Bad Brückenau und Riedenberg durch und dann quer durch die Schwarzen Berge in Richtung Oehrberg." Aus seiner Sicht wäre das für die Region eine Katastrophe, weil die Auswirkungen der neuen Gleichstrom-Technik nicht bekannt seien. "Aber bei einem solchen Riesen-Projekt spielen der Naturschutz und unsere Belange keine Rolle", macht sich Römmelt wenig Hoffnung, noch etwas zu ändern.

Angekommen ist das Thema auch in der Staatsregierung: Solche Leitungen könnten nur "zusammen mit den Regionen und Bayern" geplant werden, sicherte Ministerpräsident Hort Seehofer Kommunalpolitikern zu. Die Staatskanzlei teilte am Freitag auf Anfrage mit, dass Ministerin Ilse Aigner am Dienstag die Strom-Trassen in der Kabinettssitzung vorstellt.

Bis auf einen Kilometer genau ist die Trasse angeblich bereits festgelegt. Allerdings wissen weder die Bundestagsabgeordneten Dorothee Bär (CSU) und Sabine Dittmar (SPD), noch die Kommunen bislang mehr. "Der Landkreis hat noch keine Informationen", hieß es am Freitag auch aus dem Landratsamt.

Angeblich soll es am Freitag, 14. Februar, eine große Infoveranstaltung in Schweinfurt geben. Einen Tag vorher sollen bereits die Anwohner in Hessen in Bad Hersfeld mehr erfahren. Aber nicht einmal diese Termine bestätigte die TenneT-Pressestelle in Bayreuth am Freitag auf Nachfrage. Mit Verweis auf die "Bedeutung der längsten Stromverbindung für die Energiewende" in ganz Deutschland wird lediglich auf den Termin in Berlin am Mittwoch verwiesen. Erst danach gebe es dann Details zum Korridor und Termine für die Bürgerbeteiligung.

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