Bad Kissingen
Netzausbau

Mobile Internetversorgung in Bad Kissingen wird ausgebaut

Mobiles Internet ist in Bad Kissingen nicht überall gleich gut verfügbar. Telekom und Vodafone wollen den Netzausbau vorantreiben - Besonders schlecht versorgte Gebiete profitieren.
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Schnelles mobiles Surfen ist in der Kardinal-Döpfner-Straße in Hausen nicht möglich. Foto: Benedikt Borst
Schnelles mobiles Surfen ist in der Kardinal-Döpfner-Straße in Hausen nicht möglich. Foto: Benedikt Borst
Die Kardinal-Döpfner-Straße in Hausen ist ein weißer Fleck auf der Landkarte - zumindest was die Versorgung mit dem schnellen, mobilen Internet betrifft. Wer mit einem Tablet-PC oder Smartphone mal eben etwas online nachsehen möchte, hat schlechte Karten. Hier ist die Verbindung so langsam, dass sogar das Laden der Google Startseite zur Geduldprobe wird.


Für junge Menschen bedeutet das eine Einschränkung, sagt Markus Jodl, Pressesprecher der Deutschen Telekom. Zwar nutzen alle Altergruppen mobiles Internet, die Jungen aber am intensivsten. 81 Prozent der 13- bis 39-Jährigen sind täglich mit mobilen Geräten online. "Der Griff zum Handy ist mittlerweile selbstverständlich", sagt Jodl.

Mobiler Trend

Dirk Ellenbeck (Vodafone) bestätigt das. "Es ist ein mobiler Trend vorhanden. Der eine liest Börsennachrichten, der nächste den Busfahrplan", meint er. "Es gibt immer weniger Menschen, die bereit sind, auf Mobilfunk zu verzichten."

Nicht nur in Hausen existieren weiße Stellen, an denen weder UMTS- noch LTE-Empfang möglich ist. Je nach Netzanbieter ist die Abdeckung unterschiedlich. In Hausen und Albertshausen hat zum Beispiel die Telekom Versorgungslücken. Vodafone-Kunden haben in Poppenroth und Reiterswiesen ein langsames Netz.

Während Bad Kissingen gleich mäßig gut versorgt ist, gibt es in den Stadtteilen mitunter große Geschwindigkeitsunterschiede. Arnshausen beispielsweise wird von der Telekom zur Hälfte mit UMTS und zur Hälfte mit dem wesentlich schnelleren LTE abgedeckt.

Die Betreiber wollen die ungleiche Versorgung zügig beheben. Sowohl Telekom, als auch Vodafone kündigen Investitionen für Bad Kissingen an. Deutschlandweit wird der LTE-Ausbau vorangetrieben. "Das LTE-Netz ist das am schnellsten wachsende Netz überhaupt", erklärt Telekom-Sprecher Markus Jodl. Für Dirk Ellenbeck ist LTE "der Mobilfunkstandard der Zukunft".

Telekom betreibt einzige LTE-Anlage

"Wir haben derzeit zehn Mobilfunkstandorte in Bad Kissingen", sagt Markus Jodl. Davon decken sieben die Kernstadt ab. Die meisten Sendemasten sind mit UMTS-Technik ausgestattet. In Bad Kissingen betreibt die Telekom bisher eine einzige LTE-Anlage. "Wir werden die übrigen Standorte bis Ende des Jahres mit LTE-Antennen erweitern", kündigt Jodl an.

Vodafone ist neben der Telekom der größte deutsche Netzbetreiber. "Vodafone investiert in den nächsten zwei Jahren vier Milliarden Euro in die Erneuerung seines Netzes", sagt Dirk Ellenbeck. Für Bad Kissingen heißt das: Die vier Mobilfunk-standorte werden bis 2015 mit LTE-Antennen ausgestattet.

Was heißt das für die Nutzer? "LTE ist geeignet, die weißen Flecken zu schließen. Damit können wir richtig Fläche machen", sagt Markus Jodl. Das liegt an der besseren Funkleistung. Während eine UMTS-Antenne drei bis fünf Kilometer Reichweite hat, schafft eine LTE-Antenne bis zu zehn Kilometer im 120-Grad-Radius.

Für Telekom und Vodafone ist das LTE-Netz in schlecht erschlossenen, ländlichen Gebieten wichtig als kostengünstige Alternative zum normalen Festnetz. "Die Versorgung im ländlichen Raum ist für Unternehmen eine echte Herausforderung", sagt Markus Jodl. Es sei aus Kostengründen nicht realistisch, jedes abseits liegende Gehöft zu erschließen. Wo jedoch gefunkt wird, müssen keine teuren Glasfaserkabel verlegt werden. "LTE ist auch eine gewerbliche Lösung", betont er. Das Netz könne die Datenmengen bewältigen, die bei der normalen Büroarbeit anfallen.


INFO


GSM Global System for Mobile Communications heißt die Technik, mit der man einfach telefonieren und Kurznachrichten schreiben kann. Das Surfen geht mit der Technologie zwar, aber langsam.

UMTS Dann kam das Universal Mobile Telecommunications System. Mit UMTS sind wesentlich höhere Datenübertragungsraten möglich (theoretisch bis 42 Megabit/Sekunde). Surfen im Netz ist damit mit einem modernen Smartphone kein Problem.

LTE Die Long-Term-Evolution-Technik ist wesentlich schneller als UMTS. Damit können Downloadraten von theoretisch bis zu 300 Megabit pro Sekunde erreicht werden. In Bad Kissingen sind maximal 150 Megabit pro Sekunde möglich.

Hier gibt es noch mehr Infos zum Projekt Funklochjäger.


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