Bad Kissingen
Kirche

Mitunter beschwerliche Kandidatensuche für die Kirchenverwaltungswahlen im Landkreis

In den katholischen Pfarrgemeinden wird in diesem Jahr zum zweiten Mal gewählt. Am 18. November läuft die Wahl zur Kirchenverwaltung.
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Für die  Arbeit in den katholischen Pfarrgemeinden werden helfende Hände gebraucht. Doch die Zahl der Kandidaten für die Kirchenverwaltungswahlen könnte in vielen Gemeinden größer sein.Archiv/Heike Beudert
Für die Arbeit in den katholischen Pfarrgemeinden werden helfende Hände gebraucht. Doch die Zahl der Kandidaten für die Kirchenverwaltungswahlen könnte in vielen Gemeinden größer sein.Archiv/Heike Beudert

Erst im Frühjahr wählten die Katholiken ihre Pfarrgemeinderäte. Nun steht die Wahl zur Kirchenverwaltung an. Die Suche nach Kandidaten war vielerorts schwierig. Wie schon bei der Pfarrgemeinderatswahl finden sich immer weniger Freiwillige, die dieses Ehrenamt übernehmen möchten. "Das Kirchenverwaltungssystem beginnt zu bröckeln", schrieb die Rechtsabteilung der Diözese in einem Rundbrief an die Pfarrer. Anlass für diese Feststellung waren demnach Nachfragen aus den Gemeinden, was ist, wenn sich keine Kandidaten finden.

Dabei bezeichnet die Diözese die Kirchenverwaltung als ein "Schlüsselgremium". "Die Kirchenverwaltung vertritt die Kirchenstiftung sowohl nach innen als auch nach außen in allen rechtlichen Angelegenheiten", betont das bischöfliche Ordinariat. Das weiß auch der Bad Kissinger Dekan Stefan Hartmann. "Die laufenden Haushaltskosten bleiben stabil, während die Einnahmen aus dem Klingelbeutel sinken", nennt er eine der Herausforderungen. Hartmann ist Pfarrer in der Pfarreiengemeinschaft "Der gute Hirte" Burkardroth. Dort wurden für alle Stiftungen Kandidaten gefunden, auch wenn die Zahl nicht so groß ist, dass er von einer echten Wahlmöglichkeit sprechen will.

Das ist auch in Münnerstadt ähnlich. Aus den Pfarreifilialen hatte Stadtpfarrer P. Markus Reis schon früh das Signal, dass die Kandidatenzahl für die Bildung der Kirchenverwaltungen reichen wird. In Münnerstadt war es schwieriger. "Dabei spielt vielleicht die anstehende Kirchenrenovierung eine Rolle und die Tatsache, dass auch der Kindergarten noch mit dran hängt", meint P. Markus Reis.

In der Pfarrgemeinde Oerlenbach waren die amtierenden Kirchenverwaltungsmitglieder lange auf Kandidatensuche, um ein komplettes Team zu bekommen. Dietmar Schmitt gehört der Oerlenbacher Kirchenverwaltung an und macht die Aufgabe gerne. Er stellt sich deshalb wieder zur Wahl. "Junge Leute sind schwer zu bekommen", bedauert er. Früher sei das anders gewesen. Dietmar Schmitt glaubt, dass auch die Länge der Amtszeit von Anfang 2019 bis Ende 2024 viele potenzielle Kandidaten abhielt. Dekan Stefan Hartmann bestätigt das. Es sei leichter, Helfer für überschaubare Projekte zu finden, als ehrenamtlich Verantwortliche für sechs Jahre.

Dass die Kandidatensuche schwierig war, bestätigt laut Pressestelle des Bischöflichen Ordinariates auch Heike Gretsch, Sachbearbeiterin in der Abteilung Revision/Kirchenstiftungen in der Bischöflichen Finanzkammer Würzburg. Stichtag für Vorschläge war der 15. Oktober. "Es gibt Gemeinden, in denen es reibungslos lief. Aber von einem Teil kam die Rückmeldung, dass sie keine Kandidaten finden." Erst kürzlich hätten sich bei ihr zwei Gemeinden gemeldet, in denen niemand kandidieren wollte. Auch in Eltingshausen stand die Wahl lange Zeit auf der Kippe, erklärt Thorsten Schlotter, der aus zeitlichen Gründen aus der Kirchenverwaltung ausscheiden wird. Er freut sich, dass es jetzt doch Kandidaten für das Gremium gibt und es weiter geht.

In vielen Gemeinden stehe ein "Generationenwechsel" an - doch es gebe keine Jüngeren, die bereit seien, die Lücken zu füllen, oft aus beruflichen oder familiären Gründen, erklärt Heike Gretsch. Auch für solche Fälle müsse eine Lösung gefunden werden. So könne beispielsweise die übergeordnete Pfarreiengemeinschaft oder eine größere Nachbargemeinde dazu beauftragt werden, die Arbeit der Kirchenverwaltung zu übernehmen, erklärt Gretsch.

Doch was passiert, wenn in einer Gemeinde nicht gewählt wird? Die Amtszeit der aktuellen Kirchenverwaltung endet am 31. Dezember 2018. Die Mitglieder des alten Gremiums können nicht gezwungen werden, weiterzumachen. Eine Kirchenstiftung ohne Kirchenverwaltung ist juristisch nicht vorgesehen. Die Diözese schlägt für solche Fälle mehrere Lösungen vor, von einem neuen Wahltermin über Handlungsvollmacht für den Pfarrer, die Einstellung eines Geschäftsführers oder die Fremdverwaltung durch die Aufsichtsbehörde bis hin zur Fusion von Kirchenstiftungen.

Die Diözese hat keinen genauen Überblick darüber, ob oder wie viele Pfarrgemeinden dieses Problem haben. Erst zum Jahresbeginn 2019 wird die Diözese Meldung aus allen Pfarreien haben. Danach erst könne man mit eventuell betroffenen Pfarrgemeinden und Kirchenstiftungen nach Lösungen suchen, heißt es.



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