Bad Kissingen
Angeln

Mit Fliegen fischen

In diesem Sommer dürfen die Wassersportler auch in der Fränkischen Saale loslegen, testweise. Das erfordert nicht nur Geschick.
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Michael Heppes ist Hobbyangler. Hier steht er in der Fränkischen Saale und betreibt Fliegenfischen. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Wurftechnik. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Michael Heppes ist Hobbyangler. Hier steht er in der Fränkischen Saale und betreibt Fliegenfischen. Eine besondere Herausforderung ist dabei die Wurftechnik. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
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Eigentlich ist kein guter Tag zum Angeln. In den vergangenen Tagen hat es stark geregnet, so dass die Fränkische Saale nicht nur reichlich Wasser führt, sondern auch recht trübes. "Viel Sediment ist aufgewirbelt", erklärt Michael Heppes. Der 53-Jährige steht bis zur Hüfte in der Strömung und fischt. Immer wieder holt er mit seiner Angelrute aus und lässt die Schnur durch die Luft sausen. Ein wenig komisch sieht das schon aus, macht aber Sinn.


Intensive Beobachtungen wichtig

Heppes ahmt nicht nur den Flug eines Wasserinsektes nach. Er versucht auch mit einer speziellen Wurftechnik, den Köder dorthin zu bringen, wo er einen Fisch vermutet. Doch woher weiß er das? Zumal das Wasser ja nicht wirklich klar ist. "Man muss die Stelle, an der man fischen will, erst einmal ausgiebig beobachten", erklärt der Hobbyangler. Nur so lässt sich herausfinden, wo welche Fische unterwegs sind, ob sie auf- oder absteigen und welche Insekten fliegen. Denn anhand dieser Erkenntnisse wird der Köder ausgesucht - die sogenannten Fliegen. Dabei handelt es sich keinesfalls um lebendige Insekten, sondern um nachgebaute, künstliche Exemplare. Heppes trägt sie in einem Kästchen bei sich. Schillernd bunte und auch ganz schlichte Modelle in unterschiedlichen Größen hat er heute dabei. "Die kaufe ich mir."

Zeit, sich selbst welche anzufertigen, hat er nicht. Heppes ist Rechtsanwalt und Stadtrat, hat einen gut gefüllten Terminkalender. Um so wichtiger ist das Angeln für ihn. "Ich muss dabei nichts fangen. Es ist für mich eine Art der Entschleunigung." Schon als Kind hat er dieses Hobby betrieben, anfangs noch mit seinem Vater.
Seit etlichen Jahren ist Heppes bereits in Bad Kissingen heimisch, pflegt hier dieses Hobby als Mitglied im Verein der Sportangler und auch im Urlaub. Bisher musste er zum Fliegenfischen auf andere Regionen und Länder ausweichen, seit diesem Sommer darf er das auch in der Fränkischen Saale. "Im Fluss stehen ist ein wunderbares Gefühl", beschreibt er.


Tierwohl berücksichtigen

"Das Angeln ist in unserer Region weniger stark ausgeprägt", weiß Alexander Laue. Weil es recht wenige Gewässer gibt. Der 28-Jährige stammt aus Reiterswiesen und begleitet Heppes beim Fliegenfischen. "Man sollte das nie allein machen, wegen der Sicherheit", empfiehlt er. Laue angelt ebenfalls seit Kindesbeinen, ist mittlerweile Schriftführer des Kissinger Sportangler-Vereins und der Fischereiaufseher. Dieses Ehrenamt übt er in dem von den Sportanglern gepachteten Abschnitt der Fränkischen Saale aus. "Wir sorgen dafür, dass die Regeln eingehalten werden", fügt er hinzu.

Denn angeln darf hier nicht jeder. Angler müssen den staatlichen Fischereischein haben und die Genehmigung für die Saale - in Form einer Jahres-, Wochen- oder Tageskarte. "Zudem kontrollieren wir, ob der Tierschutz eingehalten wird." Schließlich muss das Wohl der Fische berücksichtigt werden. "Unser Ziel ist, uns in der Natur so zu bewegen, dass wir keine Spuren hinterlassen", fügt Laue hinzu.


Am liebsten Forellen

Hechte, Karpfen, Döbel und Barben gibt es in der Saale, ebenso Forellen. Vor ein paar Jahren sah das noch ganz anders aus. "Da war das Gewässer fast tot", weiß er. Durch das Klärwerk habe sich die Wasserqualität verbessert und der Fischbestand erholt. "Ich gehe gerne auf Forelle", sagt Heppes, der inzwischen aus dem Wasser herausgekommen ist. Die brät er am liebsten in der Pfanne mit ein paar Mandeln. "Man kann sie auch gut grillen", fügt er hinzu , und schält sich aus der wasserfesten Thermohose. Schließlich war das Wasser nur etwa 14 Grad Celsius warm. Gefangen hat Heppes diesmal nichts. Denn: Es ist kein guter Tag zum Angeln.


Infos zum Fliegenfischen:

Das Fliegenfischen oder Flugangeln ist eine spezielle Methode des Angelns. Sie unterscheidet sich vor allem dadurch, dass der Köder zum Werfen zu leicht ist, Deswegen wird das Eigengewicht der Schnur als Wurfgewicht verwendet. Dies verlangt eine besondere Wurftechnik und spezielles Angelgerät, insbesondere eine spezielle Schnur.

Der Name Fliegenfischen stammt von der ursprünglichen Art der Köderimitation. Dabei werden die natürlichen Beutetiere wie Flug-, Land-, Wasserinsekten und andere Lebewesen wie Beutefische, kleinere Säugetiere oder Amphibien nachempfunden. Auch frei erfundene, bunte Reizfliegen werden häufig eingesetzt. Diese so genannten Fliegen werden mit Fell, Vogelfedern (Hecheln) und Kunststoff und einem Haken verschiedener Größe gefertigt.

Das Binden dieser Fliegen stellt in Fliegenfischerkreisen ein eigenständiges und zeitintensives zusätzliches Hobby dar. Manchmal machen Fliegenfischer das Fliegenbinden auch zum Beruf.

Quelle: Wikipedia

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