Sandberg
Aufklärung

Mit dem Rollator mobil im Alter

Umfassende Informationen bot interessierten Senioren ein Aktionstag zum Thema "Mobil im Alter". Im Mittelpunkt stand der Rollator, Handhabung und Nutzung.
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Die richtige Einstellung des Rollators und die Funktionsfähigkeit der  Bremsen konnte beim Aktionstag in Sandberg überprüft werden.  Marion Eckert
Die richtige Einstellung des Rollators und die Funktionsfähigkeit der Bremsen konnte beim Aktionstag in Sandberg überprüft werden. Marion Eckert
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Sportlich waren die Senioren beim Aktionstag "Mobil im Alter" mit ihren Rollatoren im eigens aufgebauten Rollator-Parcours unterwegs. Da wurden Hindernisse überwunden, ein Slalom absolviert, Bremsen und Drehen geübt. Viel Spaß hatten die Senioren mit Edgar Kast (Verkehrserzieher a.D., Bad Kissingen), der das Rollatorentraining für mehr Sicherheit und Lebensqualität anbot. Am Ende gab es sogar von Bürgermeisterin Sonja Reubelt eine Urkunde für die bestandene "Fahrprüfung".

Der Aktionstag wurde von der Gemeinde Sandberg in Kooperation mit der Kreuzbergallianz organisiert. Im Mittelpunkt stand das Thema Rollator mit dem früheren Polizeibeamten Edgar Kast, der es auf leutselige Weise verstand die Senioren für das Thema zu motivieren.  Doch bevor es in den Parcours ging, sprach er mit ihnen über die Vor- und Nachteile und auch über Risiken bei der Nutzung eines Rollators. Für Kast überwiegen die Vorteile dieser Gehhilfe, die den Nutzern mehr Beweglichkeit und Mobilität ermögliche, um selbstständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, auch wenn die Beweglichkeit und Leistungsfähigkeit nachlasse, wenn das Laufen schwer falle und die Geschicklichkeit nicht mehr so gegeben sei. Der Rollator gebe Sicherheit und sei mittlerweile nicht mehr ein Zeichen von Alter und Gebrechlichkeit, sondern für Aktivität und mehr Lebensqualität.

"Eine super Erfindung, aber man muss auch bereit sein, sie nutzen", motivierte Kast. Natürlich könne ein Rollator auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden. "Haben Sie Mut, fahren Sie doch mal wieder mit dem Bus. Das Busfahren ist keine Strapaze." Kast bot Bürgermeisterin Sonja Reubelt und den Senioren an, einen eigenen Schulungsnachmittag zum Thema Busfahren in Sandberg anzubieten. Dann könne auch mit einem Bus das Ein- und Aussteigen geübt werden.

Was ist das Rufsystem?

Passend dazu stellte Ronald Ziegler (ÖPNV-Beauftragter des Landkreises Rhön-Grabfeld) den Kreuzbergbus vor, mit dem auch aus den Walddörfern nach Bischofsheim oder zum Heiligen Berg der Franken gefahren werden könne. Er sprach über angedachte Verbesserungen in der Taktung der Busses und erläuterte das Rufsystem. Schwerpunkt des Aktionstags war aber die praktische Nutzung von Rollatoren im Alltag. 

So bringe ein Rollator viele Vorteile, es können kleinere Besorgungen erledigt werden, allerdings sollten nicht mehr als fünf Kilogramm transportiert werden, bat Kast auf die eigene Sicherheit und Belastbarkeit zu achten. Probleme gebe es unter Umständen beim Überqueren der Fahrbahn, wenn die Bordsteinkante hoch und der Verkehr schnell sei. Auch parkende Fahrzeuge, vor allem Gehsteigparker seien ein unliebsames Hindernis. Eine Klingel empfahl Kast am Rollator, damit die Nutzer unkompliziert auf sich aufmerksam machen können, sollte es einmal nötig sein.

Anhand eines mitgebrachten Rollators zeigte der Verkehrserzieher, welche unterschiedlichen Anbauteile mehr Service und Qualität versprechen. Die praktische Übung wurde auch gleich dazu genutzt über die richtige Einstellung der Rollatoren zu sprechen. Die Handgriffe müssen in der korrekten Höhe angebracht sein, damit eine möglichst gerade Haltung eingenommen werden könne. Auch sei es wichtig, dass sowohl die Hand- wie auch die Feststellbremse einwandfrei funktionieren.

Regelmäßig Anspruch auf Neues

Alle fünf Jahre bestehe ein Anspruch auf einen neuen Rollator, allerdings decke der Zuschuss der Krankenkasse nur das Standardmodell ab, das keine Extras biete. Kast bat die Senioren auch einmal an sich selbst zu denken und - so es finanziell möglich ist -, einen guten Rollator aus Alu und nicht aus Stahl, mit Softrädern und ergonomischen Handgriffen anzuschaffen.

Ergänzt wurde der Aktionstag mit vielfältigen Informationen. So war von den Maltesern die Seniorenbeauftragte Viola Schmidt zum Aktionstag gekommen, um über den Hausnotruf und Essen auf Rädern zu informieren. Außerdem gab es weiterführende Informationen zum Themenbereich Barrierefreies Umbauen und zu den Angeboten der Kreuzbergallianz. Hier stand Bürgermeisterin Sonja Reubelt für Fragen zur Verfügung wie auch der Vorsitzende der Kreuzbergallianz Bischofsheims Bürgermeister Georg Seiffert. Der Tag endete mit dem Seniorenspielfilm "Und wenn wir alle zusammenziehen?"

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