Bad Kissingen
Berufsbildungskongress

Minister Spaenle lobt Qualität der Berufsschulen

Kultusminister Spaenle hat die Qualität der Berufsschulen gewürdigt. Was sagt der Leiter der Berufsschule Bad Kissingen dazu?
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Wolfgang Lambl, stellvertretender Landesvorsitzender des VLB (rechts) überreicht Ludwig Spaenle (links) einen Verbandskasten.  Fotos: Herteux
Wolfgang Lambl, stellvertretender Landesvorsitzender des VLB (rechts) überreicht Ludwig Spaenle (links) einen Verbandskasten. Fotos: Herteux
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Spannung liegt in der Luft. Ungeduldig sitzen die Teilnehmer des 11. Berufsbildungskongresses auf ihren Plätzen im Kurtheater, warten auf den hohen Besuch aus München. Gespannt drehen sich ihre Köpfe von links nach rechts. Und dann, erfreute Gesichter, als die Gastredner endlich eintrudeln, der bayerische Kultusminister und die Landtagspräsidentin - eine besondere Gelegenheit für den Verband, die eigenen Wünsche und Sorgen an oberster Stelle loszuwerden.

Ludwig Spaenle ging auf sie ein, auf die Nöte und Herausforderungen der beruflichen Schulen. Das duale System, sprich die parallele Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, sei "ein Garant für den Erfolg unserer Wirtschaft und sichert den Start vieler junger Menschen in die Arbeitswelt." Die Qualität der dualen Bildung zu sichern und weiterzuentwickeln, sei allerdings kein leichtes Unterfangen: Allein 2011 und 2012 wurden für 21 neue Ausbildungsberufe die
Rahmenlehrpläne in Kraft gesetzt. Die Lehrkräfte unterliegen folglich selbst einem enormen Veränderungsdruck. "Ihre Bereitschaft, sich schnell den Veränderungen anzupassen, trägt maßgeblich dazu bei, dass die Ausbildungsbetriebe die Berufsschule als Partner wertschätzen", wandte sich der Minister an die Lehrkräfte der beruflichen Schulen.

Eine wachsende Herausforderung sei außerdem die demographische Entwicklung. Ihr könne man Spaenle zufolge nur mit Hilfe einer abgestimmten Profilbildung an den einzelnen Schulstandorten, dem gemeinsamen Unterricht für Auszubildende von verwandten Ausbildungsberufen und der nötigen Zusammenarbeit aller Beteiligten gerecht werden.

Die Schülerzahl sinkt

Bisher ist davon aber noch nicht viel passiert. Das weiß auch Rudolf Hoffmann, Schulleiter der Berufsschule Bad Kissingen. "Die demographische Entwicklung ist auch bei uns angekommen. Wir haben 500 Schüler weniger als vor vier Jahren", erläutert er in einem Gespräch mit unserer Redaktion. "Deswegen sind heute auch Leute beschäftigt, die früher nur schwer in den Beruf reingekommen wären."

Was es deshalb braucht, ist eine individuelle Förderung der jungen Menschen, um auch leistungsschwächeren Jugendlichen eine Chance zu geben: "Dazu bedarf es aber deutlich mehr Lehrpersonal und kleinere Klassen", fordert der Schulleiter. Vor allem mobile Lehrerreserven, wie es sie an Gymnasien längst gibt, wünscht er sich für seine Schule. "Die Gymnasien sind in der Wertschätzung höher angesiedelt und dementsprechend mit ganz anderen finanziellen Mitteln ausgestattet", bedauert er. Dennoch seien die bayerischen Berufsschulen im Vergleich zu anderen Bundesländern noch "gut dabei".

Schülerschaft wird immer heterogener

Bayerns Kultusminister Spaenle kam zudem auf die immer heterogenere Schülerschaft zu sprechen. Sie gestalte sich weder für die Unternehmen noch für berufliche Schulen einfach. Mittel-, Wirtschafts -, Realschüler und Gymnasiasten durchlaufen gemeinsam die duale Ausbildung. Berufliche Bildung müsse deshalb für alle Jugendlichen attraktiv gestaltet werden. Dazu dienen dem Politiker zufolge zusätzliche Angebote wie der Schulversuch "Berufsschule Plus". Diesen Zusatzunterricht für diejenigen Schüler, die ihre allgemeine Fachhochschulreife absolvieren möchten, bietet seit vier Jahren auch die Berufsschule Bad Kissingen. "Das ist eine gute Sache", so Hoffmann.

Minister Spaenle würdigte schließlich die Arbeit beruflicher Schulen in der Weiterqualifizierung, etwa der Technikerschulen sowie der Beruflichen Oberschulen. Die Neugründung von 15 Technikerschulen zum aktuellen Schuljahr sichere die Ausbildung der notwendigen jungen Fachkräfte in ganz Bayern. Spaenle kündigte zudem zwei neue Ausbildungsrichtungen an Beruflichen Oberschulen an - Gesundheit und internationale Wirtschaft. Damit reagiere man auf den steigenden Bedarf an Fachkräften im Gesundheits- und Pflegebereich sowie auf die stärkere internationale Ausrichtung deutscher Unternehmen.

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