Hammelburg
Messe

Messe zeigt Technik für Sehgeschädigte

Eine Ausstellung im Hammelburger Pfarrzentrum zeigt, wie Lesegeräte und andere Hilfsmittel den Alltag erleichtern können.
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Kirsten Hüser-Nuß (links) erklärt einer Besucherin den Daisy-Player für spezielle Blinden-Hörbücher. Fotos: Arkadius Guzy
Kirsten Hüser-Nuß (links) erklärt einer Besucherin den Daisy-Player für spezielle Blinden-Hörbücher. Fotos: Arkadius Guzy
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Wenn Bernhard Thunig einen Schritt zurücktritt, kann er sein Gegenüber schon nicht mehr erkennen. Der 78-Jährige leidet seit einigen Jahren an einer Makuladegeneration. Mit einer Trainerin ist er in Hammelburg und bei sich im Ort Wege abgelaufen, um für den Alltag zu üben, berichtet Thunig. Zu Hause hat er an den Drehknöpfen des Elektroherds Tastpunkte, um die eingestellte Stufe erspüren zu können.

Für Betroffene wie Thunig hat Karl-Heinz Paul eine Messe im Pfarrzentrum organisiert. Acht Aussteller aus ganz Deutschland stellen technische Hilfsmittel für Sehgeschädigte vor. Neben Lupen, Kontrastbrillen und Uhren mit Sprachausgabe sind es vor allem verschiedene Lesegeräte. Sie vergrößern Zeitungsartikel, Prospekte und Dokumente auf einem Bildschirm oder lesen die gedruckten Texte vor.

"Es ist die erste Messe in Unterfranken", sagt Paul, Blinden- und Sehbehindertenberater im Landkreis Bad Kissingen. In München und Nürnberg gibt es regelmäßig solche Veranstaltungen. Die deutschlandweit größte Fachmesse mit internationalen Ausstellern findet jährlich in Frankfurt am Main statt. "Die Mitglieder haben gefragt, warum es so etwas nicht auch bei uns gibt", erklärt Paul. Er ist Mitglied im Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) und bietet in Bad Kissingen, Bad Brückenau und Hammelburg Treffen für Betroffene an.

Mit dem demografischen Wandel und der höheren Lebenserwartung nimmt die Zahl der altersbedingt Sehgeschädigten zu, wie Kirsten Hüser-Nuß bestätigt. "Die meisten Betroffenen gibt es in der Gruppe der 70- bis 80-Jährigen", erklärt die Reha-Trainerin und Hilfsmittelberaterin des BBSB. Der Verein bietet blinden und sehbehinderten Menschen ein kostenloses, von einer Mitgliedschaft unabhängiges Training für den Alltag.

Schon Kleinigkeiten können das Leben erleichtern. So wirbt der BBSB dafür, dass Pfarr- und Gemeindebriefe, die zumeist ein älteres Publikum ansprechen, gut leserlich gestaltet werden sollten: Der Text sollte übersichtlich angeordnet sein und auf Schnörkel verzichten.
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