Den Auftakt machte Landrat Thomas Bold. Er ging unter anderem auf die Proteste aus Marktheidenfeld gegen die Ansiedlung einer Fach-/Berufsoberschule in Hammelburg ein. Grund sei offenbar nur die Angst vor einer Konkurrenz für die eigene Oberschule. Derlei Motive wies Bold zurück. "Es geht hier nicht um eine Stadt, einen Bürgermeister oder eine Schulleitung. Es geht um die Bildungschancen für unsere Kinder", machte Bold unter dem Beifall der rund 80 Zuhörer klar.

Wenn im Nachbarlandkreis nun plötzlich darüber nachgedacht werde, eine Buslinie einzurichten, sei es bisher offenbar nicht in erster Linie um die Schüler gegangen.

Hammelburg sei auf jeden Fall der richtige Standort für eine solche Schule, hier gebe es einen großen Bedarf. Es gelte, Schülern mit einem mittleren Bildungsabschluss die Möglichkeit für den Besuch einer weiterführenden Schule zu geben. "Eigentlich müsste jeder Kreis eine solche Einrichtung haben", unterstrich der Landrat.
Melanie Huml zitierte eine Statistik, wonach 98 Prozent der Menschen gern in Bayern leben. "Offensichtlich haben wir also nicht alles falsch gemacht", betonte die Staatssekretärin und verwies auf die jahrzehntelange CSU-Regierung im Freistaat.

Bayern sei eines der sichersten Länder, biete gute Bildung und habe eine niedrige Arbeitslosenquote. Zum Länderfinanzausgleich hielt sie fest: "Wenn drei Länder zahlen und 13 nehmen, dann stimmt was nicht". Bayern sei solidarisch, doch sollten die Empfängerländer das Geld auch nutzen um weiterzukommen. "Wir selbst haben ja auch den Wandel vom Agrarland zum Hightech-Standort geschafft", machte Huml deutlich.

"Lange bevor es die Grünen gab"

Vorreiter sei der Freistaat auch beim Naturschutz gewesen. "Es gibt seit 40 Jahren ein Umweltministerium, lange bevor es die Grünen gab", unterstrich die Staatssekretärin. Die Energiewende müsse sein, weil selbst das geringe Restrisiko der Kernkraft noch große Gefahren berge. Das habe Fukushima gezeigt. Doch müsse der Wandel sicher, klimafreundlich und bezahlbar sein.

In ihrer oberfränkischen Heimat entstünden derzeit auch viele Windräder. Grundsätzlich "Nein danke!" zu sagen, gehe nicht. Die Standorte sollten aber wirtschaftlich sinnvoll sein und in Gesprächen mit den betroffenen Bürgern gefunden werden. Klar sei, dass der "nordöstliche bayerische Gürtel" bessere Bedingungen für die Windkraft biete als das südliche Bayern. Aber auch hier könnten einige Anlagen stehen. Darüber hinaus könne der Süden seinen Beitrag zum Energiemix durch die Nutzung von Biomasse und Wasserkraft leisten.

Um eine stabile Stromversorgung zu erreichen, müssten zudem bessere Möglichkeiten für eine Speicherung der Energie entwickelt werden. "Für diese Forschung gibt Bayern in den nächsten Jahren eine Milliarde Euro aus", informierte Huml.

CSU-Ortsvorsitzender Detlef Heim bedankte sich bei der Staatssekretärin mit Präsenten aus der ältesten Weinstadt. Im Anschluss war noch Gelegenheit, gemütlich beisammenzusitzen. Zur zünftigen Unterhaltung spielte die Musikkapelle Pfaffenhausen auf.