Bad Kissingen
Feuerwehreinsatz

Wohnhaus evakuiert - mehrere 100.000 Euro Schaden durch Brand in Unterfranken

Mehrere Feuerwehren waren von Dienstagabend bis Mittwochmittag mit einem Brand in Bad Kissingen beschäftigt. Mittlerweile ist der Einsatz beendet. Doch wie ist es zu dem Brand gekommen?
Artikel drucken Artikel einbetten
Noch am Mittwochmittag hielt die Feuerwehr Wache am Brandherd in der Hemmerich-Straße. Foto: Johannes Schlereth
Noch am Mittwochmittag hielt die Feuerwehr Wache am Brandherd in der Hemmerich-Straße. Foto: Johannes Schlereth
+1 Bild

Am Dienstagabend herrschte Aufregung in der Innenstadt. Eine Rauchwolke quoll in der Nähe des Berliner Platzes in Bad Kissingen in die Höhe. In der Hemmerich-Straße war ein Feuer in einer Gaststätte ausgebrochen und griff rasend schnell auf ein Mehrfamilienhaus über.

Die Feuerwehr evakuierte mit einem Großaufgebot zehn Personen mit der Drehleiter aus dem Wohnhaus und sechs Personen über das Treppenhaus. Das bayerische Rote Kreuz kümmerte sich insgesamt um 26 Personen. Fünf Evakuierte mussten vorsorglich ins Krankenhaus. "Bei dem Brand entstand ein Schaden in Höhe von mehreren 100.000 Euro", teilte Philipp Hümmer, Pressesprecher des Polizeipräsidium Unterfranken, mit. Die Brandursache sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen.

Brand in Bad Kissingen: Deckenkonstruktion erschwerte Löscharbeiten

Noch am Mittwochmorgen waren Feuerwehrleute im Einsatz, die den Brandherd überwachten. "Es ging darum, die Temperatur weiter herunter zu kühlen, so dass kein neuer Brand entstehen kann", sagte Stadtbrandmeister Michael Wolf. Das erwies sich als schwierig. "Wir haben die Wärme nicht so schnell weggekriegt, wie wir es uns gewünscht haben." Schuld daran sei unter anderem die Deckenkonstruktion gewesen. Erst am frühen Nachmittag war die Temperatur soweit herabgesunken, dass die Feuerwehr Entwarnung geben konnte. Ganz abgeschlossen war der Einsatz damit allerdings nicht: Gegen 17 Uhr kontrollierten die Wehrleute nochmals die Temperatur.

Bei der Alarmierung am Dienstagabend um 17.45 Uhr war das Ausmaß des Unglücks zunächst noch unklar. "Zunächst sind wir von einer Rauchentwicklung ausgegangen", informiert Alexander Marx, der als Fachkreisbrandmeister des Landkreises Bad Kissingen für die Öffentlichkeitsarbeit der Feuerwehr zuständig ist. Die Einsatzstufe sei jedoch relativ schnell erhöht worden.

Mehrere Nachalarmierungen

Denn schon kurz nach ihrem Eintreffen alarmierte die Bad Kissinger Feuerwehr Einsatzkräfte nach. "Wir haben die massive Rauchentwicklung gesehen", sagt Wolf. Daraufhin hätten Wehrleute zunächst den Einsatzort erkundet. "Als wir das Treppenhaus gesehen haben, haben wir das zweite Mal nachalarmiert." Laut Wolf waren mehr als 100 Feuerwehrleute in der Hemmerich-Straße im Einsatz.

Den Überblick behielt Wolf unter anderem dank seiner Erfahrung. "Durch Übungen bekommt man Routine, so dass im Ernstfall ein Schema abgearbeitet wird." Er habe gelernt den Unglücksort in mehrere Einsatzabschnitte aufzuteilen. "Dadurch hält man sich den Kopf frei, um weitere Entscheidungen fällen zu können", erklärt Wolf.

In jedem Abschnitt gibt es einen Einsatzabschnittsleiter. "Ich muss mich also nicht um alles alleine kümmern." Das hat eine praktische Folge: "Dadurch vereinfachen sich unter anderem die Lagebesprechungen. Statt mit vielen verschiedenen Leuten, muss ich nur mit wenigen reden - die aber den Überblick über ihren Abschnitt haben."

Bad Kissingen: Rettungskräfte gliederten die Einsatzstelle in Abschnitte

Auf diese Strategie setzt allerdings nicht nur die Feuerwehr. "Auch das Rote Kreuz ist ähnlich vorgegangen", weiß Marx. Das Bayerische Rote Kreuz hat seinen Einsatzbereich in vier Abschnitte gegliedert. Einer davon war die Betreuungsstelle auf dem Gelände des Bayerischen Roten Kreuzes in der Hartmannstraße. "Dort hatten wir zehn Schlafmöglichkeit bereitgestellt und natürlich auch einige Sitzmöglichkeiten", teilt Florian Hedrich, der organisatorische Leiter der Sanitätseinsatzleitung, mit.

Das sei notwendig gewesen, war doch zunächst nicht sicher, ob die evakuierten Personen noch am selben Abend schon wieder zurück in ihre Wohnungen dürften. Denn Brandschäden gab es in den Wohnungen nicht. Eine genaue Überprüfung war trotzdem notwendig: "Dafür haben Stadtwerke und von der Hausverwaltung engagierte Handwerker Gas, Wasser und Strom überprüft", sagte Wolf. "Die Bilder aus den einzelnen Fachgebieten haben wir dann gemeinsam zusammengesetzt."

Bewohner durften wieder in ihre Wohnungen

Gegen 22 Uhr stand schließlich fest: "Die Bewohner durften zurück in ihre Wohnungen, die ja nicht vom Brand betroffen waren. Schäden gab es lediglich im obersten Geschoss durch die Löscharbeiten", teilt Wolf mit.

Doch da waren einige schon bei Verwandten in Bad Kissingen untergekommen. "Das hatte keinen speziellen Grund. Die Entscheidung ist wohl eher aus Einfachheitsgründen gefallen. Manche wollten nicht so lange warten, bis die Entscheidung gefallen ist."

61 Mitglieder des Bayerischen Roten Kreuzes kümmerten sich um potenzielle Patienten.

19 Feuerwehrfahrzeuge waren vor Ort.

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren