Bad Kissingen
Arbeitsmarkt

Mehr Arbeitslose

Im August waren in der Region 8041 Menschen ohne Job. Die Anstieg der Arbeitslosigkeit ist vor allem jahreszeitlich bedingt.
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Wer aktuell eine Ausbildungsstelle sucht, hat vor allem in der Gastronomie gute Chancen.  Foto: Jens Büttner
Wer aktuell eine Ausbildungsstelle sucht, hat vor allem in der Gastronomie gute Chancen. Foto: Jens Büttner

Im Ferienmonat August nahm die Arbeitslosigkeit in der Region Main-Rhön wie erwartet leicht zu. Es waren in der Region Main-Rhön 8041 Menschen arbeitslos gemeldet. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl der arbeitslosen Menschen um 656 Personen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich um 0,2 Prozentpunkte auf 3,2 Prozent. Dies war eine für diese Jahreszeit übliche Entwicklung, heißt es im Arbeistmarktbericht. Im August 2018 lag die Arbeitslosenquote mit 3,0 Prozent, um 0,2 Prozentpunkte niedriger. Damals wurden 580 arbeitslose Menschen weniger gezählt.

"Der saisonübliche Anstieg der Arbeitslosigkeit in den Sommermonaten ist zu einem nicht unerheblichen Anteil auf die verstärkten Arbeitslosmeldungen von jungen Menschen nach der Ausbildung zurückzuführen. Zudem werden durch die Sommerferien die Einstellungen eher in den September verschoben", erläutert Thomas Stelzer, der Leiter der Agentur für Arbeit Schweinfurt, die Entwicklung. Fast alle von der Statistik ausgewiesenen Personengruppen waren im August im Vergleich zum Vorjahresmonat von der Sommerflaute am Arbeitsmarkt betroffen. Besonders stark war die Personengruppe der Älteren (50 Jahre und älter) mit einem Anstieg von 237 Personen (8,3 Prozent) vertreten. Auch die ausländischen Mitbürger verzeichneten einen Anstieg von 158 Menschen (10,9 Prozent). Die jüngeren Menschen (15 bis 25 Jahre) waren mit einem Plus von 153 Personen (14,5 Prozent) betroffen.

"Bei den Jugendlichen erwarten wir einen deutlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit im Laufe des Septembers, da die Betriebe verstärkt Einstellungen neuer Mitarbeiter nach der Sommerpause realisieren", so Stelzer. Über alle Personengruppen hinweg waren vor allem die Männer besonders stark am Anstieg der Arbeitslosigkeit, mit 560 Personen (14,3 Prozent) gegenüber dem Vorjahr, beteiligt.

Gute Chancen für Azubis

Im August war dennoch einiges an Bewegung am Arbeitsmarkt zu verzeichnen. Dies spiegelte sich im Zugang aus Beschäftigung und bei den Arbeitsaufnahmen wider. Im August meldeten sich 850 Menschen in Erwerbstätigkeit ab. Die Zugänge aus Erwerbstätigkeit in Arbeitslosigkeit lagen mit 1065 Personen allerdings merklich höher.

Die Kapazitätsauslastung der Betriebe entwickelt sich derzeit nicht einheitlich. Während es vielen Betrieben gut geht, haben vereinzelte Unternehmen einen deutlichen Auftragsrückgang. "Wir beobachten, dass der Beratungsbedarf der regionalen Betriebe in den letzten Monaten angestiegen ist. Auch die Anträge zur Kurzarbeit nehmen zu", führt Stelzer aus. Die Zahl der Betriebe, die für ihre Arbeitnehmer Kurzarbeit angemeldet hatten, lag bei 28 Betrieben. Im Vergleich zum Vormonat stieg die Anzahl der Betriebe um fünf und die der betroffenen Personen um 204 auf 645 Arbeitnehmer.

Im August wurden in der Region Main-Rhön 797 arbeitslose Menschen mit Fluchthintergrund gezählt. Das waren 9,9 Prozent aller gemeldeten Arbeitslosen. Gegenüber dem Juli ist die Zahl um 147 Menschen angestiegen, was auf das Auslaufen einiger Integrationsmaßnahmen zurückzuführen ist.

"Auch im Ferienmonat August war die Arbeitskräftenachfrage durch das gute Auslastungsniveau der Firmen in der Region weiterhin hoch", erläutert Stelzer. Im August wurden 1028 neue Stellenangebote entgegengenommen. Dies entsprach einer Steigerung von 131 Stellenangeboten (14,6 Prozent) gegenüber dem Vormonat. Überaus günstig ist die Situation für Jugendliche, die noch auf der Suche nach einer Lehrstelle zum Ausbildungsbeginn im Herbst 2019 sind. Seit Oktober 2018 wandten sich 2862 Jugendliche bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Schweinfurt. Dies ist gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang um 220 Menschen (7,1 Prozent). Im gleichen Zeitraum wurden 4233 Berufsausbildungsstellen gemeldet. Dies waren 34 Ausbildungsstellen (0,8 Prozent) weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Im August suchten noch 234 Jugendliche eine Ausbildungsstelle und damit vier (1,7 Prozent) mehr als im Vorjahr. Sie hatten die Wahl zwischen 1198 unbesetzten Berufsausbildungsstellen. Relativ viele Jugendliche interessieren sich für Büro- und Verwaltungsberufe, "während es für viele Berufe im Handwerk (Sanitär, Lebensmittel, Reinigung), im Hotel- und Gaststättengewerbe oder im Bau nur wenige Interessenten gibt", so Stelzer.red

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