Burkardroth
Kommunalpolitik

Markt Burkardroth macht sich Gedanken zur Mobilität

Fahrten vom Dorf in die nächstgrößere Stadt sind für ältere Menschen auf dem Land häufig schwer zu realisieren. Der Markt Burkardroth will dem entgegentreten.
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Der Markt Burkardroth will sich im kommenden Jahr einen Bus anschaffen. An einen Linienverkehr wie der Bürgerbus in Hammelburg ist derzeit nicht gedacht. Foto: Arkadius Guzy
Der Markt Burkardroth will sich im kommenden Jahr einen Bus anschaffen. An einen Linienverkehr wie der Bürgerbus in Hammelburg ist derzeit nicht gedacht. Foto: Arkadius Guzy

Mobilität ist auf dem Land ein wichtiges Thema. Manche Kommunen im Landkreis gehen diesbezüglich einen eigenen Weg, um älteren Bürgern den Arztbesuch oder Wocheneinkauf zu ermöglichen. In Hammelburg gibt es ein derartiges Modell bereits seit zehn Jahren, im Markt Burkardroth ist etwas ähnliches geplant. Die Rede ist von einem Bürgerbus. Das gab Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) auf Nachfrage von Konrad Straub bei der Bürgerversammlung im Burkardrother Pfarrheim bekannt.

Schon im kommenden Jahr soll die Kommune einen eigenen Bus haben, der den Bürgern zur Verfügung stehen soll, sagte Bug. Mit der Frage nach dem Bus habe Straub "offene Türen eingerannt". Verantwortlich für den Bus sei ein Unternehmer aus der Oberpfalz. Der Neunsitzer soll durch Werbung gesponsort werden.

Fahrzeug soll mietbar sein

Um den Bus zu mieten müssen sich Interessenten zunächst einmalig beim Vermietunternehmen registrieren, wo sie auch eine Berechtigungskarte bekommen. Das Fahrzeug kann stundenweise, einen Tag oder noch länger gemietet werden (zum Beispiel auch für eine Urlaubsreise). "Öffnen lässt sich der Bus mit einer Schließkarte, die es im Rathaus gibt", erklärte Bug den derzeitigen Planungsstand.

Die Kommune sei bei dem Projekt größtenteils außen vor. "Wir müssen die Führerscheine kontrollieren und einen Stellplatz zur Verfügung stellen", erklärte Bug. Alles andere wie das Buchungssystem oder das Reinigen des Fahrzeugs sei Sache der Firma. Einen möglichen Parkplatz für den Bus hat die Gemeinde bereits ins Spiel gebracht. Dabei handelt es sich um eine Fläche "am Stützle" in Burkardroth.

Darüber ob der Bus ähnlich wie in Hammelburg in festen Linien unterwegs sein soll, herrscht noch Unklarheit. Eine mögliche Route sprach Konrad Straub in der Diskussion nach der Bürgerversammlung an. Eine Hürde sei dabei das Finden der Fahrer. "In Hammelburg machen das alles Ehrenamtliche", sagte Bug. Für Ariel Karwacki aus Burkardroth handelt es sich bei dem Bus um eine gute Idee. Nicht jeder Verein verfüge über eigene Fahrzeuge, um am Wochenende unterwegs zu sein. Statt mehreren Autos würde dann ein Bus fahren, was die Umwelt schone.

Der Burkardrother brachte eine weitere Idee ein, wie sich Versorgungsfahrten für ältere Mitbürger realisieren lassen könnten. "Bei einer Großübung in der Nähe von Haßfurt haben wir Mitfahrerbänke gesehen", sagte der Feuerwehrmann. "Wenn ich an der Bank vorbei fahre und es sitzt jemand drauf, dann halte ich an und frage wo derjenige hinwill, und nehme ihn mit." Für Karwacki stellen die Mitfahrerbänke eine echte Alternative zum Bus dar, der immer einen Fahrer braucht.

Bänke im Gespräch

Ein Thema waren sie laut Bug in Gesprächen der Allianz-Kissinger Bogen, in der der Markt Burkardroth Mitglied ist. Erste Versuche im Landkreis Bad Kissingen finden momentan in Münnerstadt und Ramsthal statt. Ob im Markt Burkardroth bald Mitfahrerbänke stehen, ist noch noch nicht entschieden. Elisabeth Kuhn verwies auf versicherungsrechtliche Hürden.

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