Bad Kissingen

Lufthansa-Maschine "Bad Kissingen" fliegt wieder

Die Lufthansa hat ihre Boeing 737-300 D-ABEH doch noch nicht ausgemustert. Der Oldtimer trägt seit über 20 Jahren den Namen der Kurstadt.
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Fliegt wieder: Die Lufthansa-Boeing 737-300 "Bad Kissingen". Foto: Archiv
Fliegt wieder: Die Lufthansa-Boeing 737-300 "Bad Kissingen". Foto: Archiv
Manchmal haben Oldtimer und Fast-Rentner doch noch eine Chance im Beruf. So die Passagiermaschine mit dem "Namen" D-ABEH. Die Lufthansa (LH) hat ihre Pläne revidiert und schickt diese Boeing 737-300 (noch) nicht aufs Altenteil. Der Jet heißt seit 29. Oktober 1992 "Bad Kissingen".

Eigentlich hatte die "Bad Kissingen" ihre Zukunft hinter sich: Ihr offiziell letzter Flug - LH 9926 - führte am 27. Oktober 2012 von Hamburg nach Berlin-Schönefeld.
Dort wurde die Maschine am Flughafen abgestellt. Nach Angaben der Fluggesellschaft hat es damals keine Entscheidung über den Verbleib der D-ABEH gegeben.

Doch dann kehrte der Oldtimer vor wenigen Tagen nach sechsmonatiger Winterpause und gründlicher Überholung, einem C-Ceck, in den aktiven Dienst zurück, teilte Jörg Lademann mit. Er ist flugzeugbegeistert, wohnt in Neukirchen-Vluyn in Nordrhein-Westfalen und hat eine besondere Beziehung zur D-ABEH: Diese Boeing wurde an seinem Geburtstag, an einem 15. August, geliefert.

Dass sie jetzt wieder eingesetzt wird, bestätigte Lufthansa-Sprecher Felix Pirker. Die D-ABEH beteiligt sich am Zubringerdienst von und nach Frankfurt, fliegt zu Zielen im In- und im europäischen Ausland.

Galgenfrist bis 2016

Aber ein Ende ist in Sicht: Bis 2016 sollen die verbliebenen 17 B 737-200 und ihre 22 kleineren "Schwestern" der Baureihe B 737-500 ausgemustert und durch moderne Airbus A 320 oder A 321 (neo) ersetzt werden.
Eine Reihe der B 737-300 haben die Lufthansa-Flotte bereits verlassen, wurden verkauft oder auch verschrottet. Sie gehörten zu den ältesten im Bestand.

Die "Bad Kissingen", Baujahr 1991, trägt ihren Namen seit 1992. Getauft hat sie Lilo Zoll, die Frau des damaligen Oberbürgermeisters Christian Zoll (SPD) bei einem Festakt auf dem Frankfurter Flughafen: Sie goss Sekt auf die Flugzeugnase. Dazu war eine Delegation des Stadtrates angereist. Taufcrew - "es war eine große Ehre für mich, ausgewählt zu werden" - war Pilot Hans-Joachim Riedelheimer und Stewardess Britta Unger, die in Bad Kissingen wohnte. Ein Modell des Jets zierte einige Jahre das Dienstzimmer von OB Zoll. Dann landete es auf dem Dachboden des Stadtarchivs.

Seit vielen Jahren versieht die D-ABEH mit täglich wechselnden Besatzungen - zwei Piloten und bis zu fünf Flugbegleitern - zuverlässig ihren Dienst. Sie war unter anderem in Hamburg stationiert. Dort sorgte sie für Schlagzeilen, weil sie eines von zwei Bugrädern verlor. Sie landete trotzdem problemlos.

Bislang hat die Maschine mehr als 44.200 Flugstunden bei über 42.000 Flügen absolviert. Das spricht für ihre Qualität und die der Wartung. 2011 wurden die LH-737-300 mit jeweils 140 neuen, schlankeren und komfortableren Sitzen ausgerüstet.

Ob und wann es einmal eine Nachfolgerin mit dem Namen "Bad Kissingen" geben wird, ist unklar. Es gibt aber Hoffnung: Lufthansa-Sprecherin Bettina Rittberger sagte auf Anfrage, eine LH-Patenschaft sei nicht an ein bestimmtes Flugzeug gebunden. Sie müsse nicht neu beantragt werden. Der Name gehe auf die Folgemaschine über.

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