Burkardroth
Kommunalpolitik

Löchrige Leitungen - wird das Wasser teurer?

Im Markt Burkardroth stehen größere Investitionen rund um das Wasser an. Weil die Versorgung der Bürger mit dem kühlen Nass kostendeckend sein muss, kann es eine Gebührenerhöhung geben.
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Im Markt Burkardroth müssen wohl die Wassergebühren angepasst werden. Symbolbild: Foto: Lukas Schulze/dpa
Im Markt Burkardroth müssen wohl die Wassergebühren angepasst werden. Symbolbild: Foto: Lukas Schulze/dpa

Das Wasser im Markt Burkardroth wird wohl teurer. Die Entscheidung dafür fällt allerdings erst am Dienstag. Dann berät der Gemeinderat darüber. Ursachen dafür sind der Zustand des Leitungsnetzes und rechtliche Vorgaben. Das sprach Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) bei der Bürgerversammlung in Burkardroth an.

Mehrere Erhöhungen in den vergangenen Jahren

Das stieß bei den Bürgern nicht auf Gegenliebe. Kurt Kirchner aus Burkardroth verwies auf die jüngsten Preiserhöhungen beim Wasser in den vergangenen Jahren. Schon zum 1. Januar 2018 erhöhte die Marktgemeinde die Wasserkosten, wie auch zum 1. Januar 2019. Der Preis für den Kubikmeter Wasser stieg in diesem Zeitraum für den Verbraucher von 1,55 Euro auf 1,75 Euro an. Die Ursache dafür waren Preiserhöhungen aufgrund von Investitionen seitens der Rhön-Maintal Gruppe (RMG), die Großteile des Marktes Burkardroth mit Trinkwasser beliefert. Weil es sich bei der Wasserversorgung um eine kostendeckende Einrichtung handelt, musste der Markt ebenfalls darauf reagieren.

"Wie teuer wird der Kubikmeter Wasser ab dem 1. Januar 2020?", fragte Kirchner auf Bugs Ankündigung im Pfarrheim. Einen Preis nannte der Rathauschef noch nicht - dafür hatte er einen Grund. "Ich greife einer Entscheidung des Gemeinderats nicht vor", betonte er. Denn noch hat das Gremium keinen Beschluss gefasst. Daher lässt sich noch nicht sagen, ob der Preis für den Kubikmeter Trinkwasser steigt. Lehnt der Gemeinderat die Gebührenerhöhung ab, hat der Markt beispielsweise die Möglichkeit, nach Ende des laufenden vierjährigen Kalkulationszeitraums eine Anpassung vorzunehmen. Der aktuelle Kalkulationszeitraum hat am 1. Januar 2019 begonnen.

Hohe Wasserverluste

Ein Grund für die womöglich bevorstehende Gebührenerhöhung ist unter anderem der schlechte Zustand des kommunalen Leitungsnetzes. Im Markt liefert die RMG das Trinkwasser bis an die Orte. Ab dem Punkt versorgt der Markt dann die Bürger. "Das heißt, wir kaufen das Wasser und verkaufen es an die Bürger weiter", erklärte Bug das Vorgehen. Dabei treten Probleme auf: "Wir haben durchschnittlich bis zu 25 Prozent Wasserverlust im eigenen Netz", sagte der Rathauschef.

Mitschuld daran sollen die in den 1990er Jahren zur Sanierung verwendeten PVC-Rohre haben. "Es gibt zunehmend mehr Rohrbrüche." Doch auch kleine Schäden tragen zu den Wasserverlusten bei. Steine hätten wie Nadeln zahlreiche kleine Löcher in die Rohrwände gedrückt. Die Suche und Reparatur der Lecks sei laut Bug schwierig und kostenintensiv. Auch strengere Auflagen führen dazu, dass dem Markt mehr Kosten beim Wasser entstehen. Der Markt Burkardroth braucht aufgrund gesetzlicher Vorgaben nun beispielsweise einen Wassermeister.

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