Nüdlingen
Lebenshilfe

Lebenshilfe-Wohnheim wurde Haus Hollerbusch getauft

Im Jubiläumsjahr gibt die Lebenshilfe Bad Kissingen einem Wohnheim nach dem anderen einen schön klingenden Namen, der sich an der Umgebung orientiert. Nur "Wohnheim" sei einfach zu nüchtern.
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Das in Haus Hollerbusch umbenannte Lebenshilfe-Wohnheim in Nüdlingen. Sigismund von Dobschütz
Das in Haus Hollerbusch umbenannte Lebenshilfe-Wohnheim in Nüdlingen. Sigismund von Dobschütz
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Alle zwei Jahre feiern die Bewohner des Nüdlinger Wohnheims der Bad Kissinger Lebenshilfe mit Angehörigen, Betreuern und Einwohnern des Ortes ihr fröhliches Sommerfest. Diesmal gab es sogar zwei Gründe zum Feiern: Erstens begeht die Lebenshilfe Bad Kissingen heuer ihr 50-jähriges Bestehen, zweitens bekam das seit 2004 bestehende Nüdlinger Wohnheim seinen neuen Namen: "Hollerbusch".

"Hollerbusch" geht auf die Geschichte des Grundstücks zurück, auf dem das dreigeschossige Haus vor 15 Jahren gebaut wurde: Es war der frühere Pfarrgarten, berichtete Aufsichtsratsvorsitzende Monika Fella anlässlich der Haus-Taufe. In diesem Garten sollen einst viele Holunderbüsche gestanden haben, die mythologisch in Verbindung zur germanischen Göttin Holda oder Holla stehen, aus der im späteren Märchen die uns bekannte Frau Holle wurde. Die Göttin galt der Sage nach als "guter Geist von Hof und Haus, die einem gut geführten Haus Fülle bescherte".

Das Nüdlinger Haus Hollerbusch ist nicht das erste der Lebenshilfe Bad Kissingen, das einen neuen Namen bekam. Schon im Mai hatte die Lebenshilfe ihrem in Bad Kissingen aufwändig umgestalteten Haus in der Friedrich-Liszt-Straße den Namen "Au-Blick" gegeben. "Wir wollten endlich weg von der nüchternen Bezeichnung als Wohnheim", begründet Fella die Umbenennung.

Im Haus Hollerbusch leben 27 Bewohner mit geistiger Behinderung im Alter zwischen 20 und 70 Jahren auf drei Etagen. Fast alle wohnen in Einzelzimmern. Lediglich ein Doppelzimmer gibt es auf jedem Flur. Tagsüber gehen die meisten einer Tätigkeit in den nahen Werkstätten der Lebenshilfe Schweinfurt nach, nur wenige Rentner leben im Haus. "Die Schweinfurter Lebenshilfe ist für den Bereich Arbeit verantwortlich, die Kissinger Lebenshilfe sorgt sich ausschließlich ums Wohnen, um Bildung und Freizeitgestaltung", erklärt Vorstand Alex Iffert den Unterschied zwischen beiden Institutionen.

Deshalb fiel auch das Sommerfest wie immer in den Aufgabenbereich der Kissinger Lebenshilfe. Den ganzen Samstagnachmittag herrschte bis in den Abend hinein rund ums Haus in der Haardstraße beste Stimmung. Die Kinder des Kinderheims der Jugend- und Behindertenhilfe Oberlauringen sangen fröhliche Lieder und die Blaskapelle "Die Polterer" aus Poppenroth machte zünftige Musik. Um das ganze Haus vom Grill, an dem die Lebenshilfe-Betreuer standen. Angehörige und Freunde der Hausbewohner hatten selbstgebackenen Kuchen mitgebracht. Auch die Bewohner packten freudig mit an und halfen, wo es ihnen möglich war.

"Unser Sommerfest wird immer gut angenommen, von den Bewohnern und vielen Gästen", sagte Monika Fella. Sie sei auch heuer mit dem Verlauf und der Resonanz zufrieden. "Für mehr Besucher haben wir gar keinen Platz auf unserem Grundstück." Finanziert wird das Fest ausschließlich aus Mitteln der Lebenshilfe. "Die hilfsbereite Unterstützung von Sponsoren nutzen wir lieber für größere Projekte", machte Vorstand Iffert deutlich. Dazu gehört zum Beispiel der neue Spielplatz der Franz-von-Prümmer-Schule in Bad Kissingen, der ebenfalls am Wochenende eingeweiht wurde.

Die Nüdlinger Feier war nicht die letzte aus Anlass des 50-jährigen Bestehens der Lebenshilfe Bad Kissingen. "Es wird keinen offiziellen Staatsakt geben", erklärte die Aufsichtsratsvorsitzende, "stattdessen mehrere kleine Feste". Deshalb folgen am 8. August noch die Umbenennung des Bad Kissinger Wohnheims vor einem kleinen Kreis geladener Gäste sowie zum Jahresabschluss im November die Mitgliederversammlung.

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